Wie seid ihr damit umgegangen, als ihr wusstet, dass ein Familienmitglied bald sterben wird?

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10 Antworten

Es ist schwer, sich zu verabschieden.

Aber ich habe erkannt, dass dieser Abschied eigentlich gar nicht so schwer sein muss. Für den, der gehen muss, wird alles gut. Nur der, der bleiben muss, verliert. Daher wäre die Trauer nicht der Schmerz um den Tod des Anderen, sondern der Schmerz um den eigenen Verlust.

Ich hatte mich entschlossen, nicht so egoistisch zu sein und mich für meine Großtante zu freuen, denn sie ging dorthin, wo sie keine Schmerzen, kein Leid und keine Sorgen mehr haben wird – nie wieder.

Ich denke oft an sie und ich bin froh, dass sie jetzt dort ist. Und irgend wann werden wir uns wieder sehen.

Es ist heutzutage populär geworden, an nichts mehr zu glauben und wer doch noch glaubt, hat ein bizarr verzerrtes Bild von Gott und dem Jenseits. Für mich ist das kein Glaube – ich weiß es genau. Aber wie Du damit umgehen kannst, musst Du selbst heraus finden. Doch auch Dein(e) Sterbende(r) bedarf dieses Glaubens.

Ich konnte mich damals verabschieden und ich hatte die Gelegenheit, meiner Großtante die letzte Hoffnung und Trost zu geben, dass sie jetzt in das Innerste des Glücks geht und alle sie dort bereits erwarten werden.

Sie hatte es verstanden und sie ist friedlich eingeschlafen.

Wenn Du also ernsthaft glauben kannst und auch das betroffene Familienmitglied, dann habt ihr die Chance, Euch zu verabschieden ohne dass er/sie in Trauer und Schmerzen stirbt und Du in Trauer und Schmerzen lebst.

Darum weine nicht und zeige keine Trauer. Das macht es den Sterbenden nur noch schwerer zu gehen. Sag und glaube auch selbst, dass alles jetzt gut wird. Dann wird es für Euch beide leichter – unendlich viel leichter.

Und wenn Dein Familienmitglied noch gut drauf ist, dann nutzt einfach jeden Tag und macht einen drauf! Habt Spaß bis über beide Ohren! Es ist Eure letzte Chance. 

Es liegt in Deinen Händen:
Du kannst glücklich sein und Party machen oder Du kannst leiden und trauern.

Und ja, es ist so einfach.

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Die erste Erfahrung mit dem Tod habe ich mit 9 Jahren gemacht, als mein Vater nach zweijährigen Qualen an Kehlkopfkrebs verstorben ist. Ich erinnere mich gut, dass es mir zuerst völlig  unverständlich war, wieso einfach alles weiter seinen normalen Gang geht. Irgendwie hatte ich mir vorgestellt gehabt, es müsste alles aus sein, wenn es meinen Papsi nicht mehr gibt. Nach der ersten Schockstarre bin ich unglaublich wütend geworden. Als wir zum Begräbnis gefahren sind, war ein strahlender Frühsommertag und ich empfand das als Beleidigung und Provokation. Mein Vater ist jetzt 49 Jahre lang tot - und ich vermisse ihn noch immer.

Als ich 21 war, starb meine Tante und Taufpatin, mit 23 starb mein Lieblingsonkel, mit 28 die zweite Schwester meiner Mutter, mit 30 meine heiß geliebte Oma. Vor drei Jahren verlor ich im März meine "Nonna", im Mai mein Ex-Lebensgefährte, mit dem ich immer noch in engem Kontakt stand, und im Juni meine beste Freundin seit Kindheitstagen. Ich habe also wirklich "Übung" darin, mir nahestehende Menschen zu verlieren. Trotzdem ist es jedesmal gleich furchtbar und trotzdem kommt immer wieder diese unerklärliche und irrationale Wut über mich. Vielleicht ist das aber auch eine Art "Schutzmechanismus", um den Schmerz ertragen zu können. 

Das sind meine Erfahrungen........liebe Grüße! 

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Ich weiß es ist ein wenig spät ich bin neu und kann dir nur sagen wie leid es mir für dich tut.... Als ich erfahren hatte dass meine Oma sterben wird war ich immer bei ihr so oft ich konnte das was mir geholfen hat bis es gestern dann soweit war obwohl sie laut Arzt noch bis Mitte des Jahres hätte war definitiv die Familie und meine Freunde .... Ich möchte dir gerne nochmal mein Beileid aussprechen da ich weiß wie sowas ist da geht einem alles kaputt man kann sehen wie die Familie kaputt geht und wie schwer es allen fällt. Wichtig ist dass ihr alle zusammen haltet und dann kann man es schaffen :-//

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Er hatte zwar keine Diagnose bekommen, aber dafür kam es sehr überraschend. Ein sehr guter Freund und Bekannter von mir und meiner Familie, den wir seit 8 Jahren kannten...

Ich wieder völlig verpeilt suche nach meinem Ladegerät vom Handy. Habe in jedem Zimmer nachgeschaut und bin dann schließlich einfach ins Schlafzimmer meiner Eltern gestürmt und bevor ich auch nur ein Wort rausbringen konnte, habe ich die Blicke meiner Eltern gesehen und gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Sie haben mir gesagt, dass er gerade tot aufgefunden wurde. Und ich gehe ohne ein Ton herauszubringen wieder aus dem Zimmer und versuche es einfach nur zu begreifen. Ich bin niemals wirklich verkraftet.

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Kommentar von chlea
26.09.2016, 02:11

Es ist jetzt fast 4 Tage her, dass wir es und ich denke immer noch, dass ich Träume. Mir kommt alles so unwirklich vor. Das schlimmste ist es aber, zu sehen wie z.B. meine Mutter darunter leidet..

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Kommentar von chlea
26.09.2016, 02:11

erfahren haben*

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Kommentar von chlea
26.09.2016, 15:17

Ich glaube, die gibt es auch nicht.. Es geht um meine Oma. Das schlimme daran ist auch, dass sie erst 66 ist, kerngesund war und die Diagnose jetzt total plötzlich kam..

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Kommentar von chlea
26.09.2016, 20:22

Das tut mir sehr leid.. Schlimm, dass das so schwer ist, obwohl es doch eigentlich so normal ist.. Dankeschön.

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Das ist sehr schwierig zu verstehen . 

Rede viel mit Freunden darüber und evtl auch mit demjenigen den es betrifft . Das kostet viel Kraft und Energie aber du wirst es schaffen 

Alles gute 

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Ich selbst hab mal so eine Diagnose bekommen. Freunde und Bekannte behandelten mich vollkommen normal, lachten viel mit mir. Das baute mich wahnsinnig auf. Das ist nun fast 20 Jahre her und ich lebe noch immer und das sehr gern. 

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Kommentar von chlea
30.09.2016, 20:59

Das freut mich sehr für dich!

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habe auch jemanden in der Familie , das ist echt schwer. Ich würde mit deinen Freunden oder/und Familie reden...........

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Kommentar von chlea
26.09.2016, 15:44

tut mir leid. :(

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Hallo,

ich schreibe gleich am Anfang, dass ich mit sowas keine Erfahrung habe. Ich kann Dir aber dennoch etwas schreiben.

Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge.

Ich bin Christ, ich glaube an ein Leben nach dem Tod.
Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Alles Gute

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Hier habe ich auch schwer geschluckt, da ich hier schon etwas länger dabei bin und sie von früher noch kannte. https://www.gutefrage.net/frage/time-to-say-good-bye?foundIn=popular\_questions

Aber natürlich nicht damit zu vergleichen, wenn es in der engen Familie geschieht.

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Kommentar von chlea
26.09.2016, 01:41

Es geht nicht um mich selber.

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Kommentar von chlea
26.09.2016, 01:42

Oh tut mir leid, habe den letzten satz überlesen.

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