Wie sehr hat eure ADHS Diagnose euer Leben beeinflusst?

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Was hat sich verändert seit dem ich die Diagnose habt und Therapien usw bekommt?

ich kann besser Zuhören und mich viel besser organisieren....

Seit ihr wirklich froh drum oder meint ihr könntet euer Leben auch ohne Behandlung meistern.


ja ich bin wirklich froh drum. Ich möchte dir an dieser Stelle mal eine Gegenfrage stellen. Wenn du eine Brille bekommen würdest, würdest du dann auch fragen, ob andere Brillenträger ihr Leben ohne Brille leben könnten?

Du könntest dich vermutlich mit Augenzusammenkneifen und den richtigen Plätzen in der Schule auch so durchkommen, das wäre aber eine enorme Anstrengung und du würdest Leistungen verschenken, weil das Konzentrieren auf das richtige Sehen Konzentration nimmt, die du für das Verstehen brauchen könntest.

Ich könnte mein Leben vermutlich auch so irgendwie hinbekommen, aber das möchte ich nicht. Ich möchte mein Leben möglichst erfolgreich leben. 

Seit ihr wirklich froh drum oder meint ihr könntet eueLeben auch ohne Behandlung meister

Ja eine ganze Menge. Ich bin viel entspannter, nicht mehr so impulsiv. Also ich sage nicht mehr ständig Dinge von denen sich andere beleidigt fühlen. 

Ich unterbreche andere Menschen nicht mehr ständig und kann ihnen zuhören. 

Außerdem nerve ich nicht mehr so, weil ich selber merke, wenn ich grade zu viel rede.

Ich komme auch mit meinen Eltern viel viel besser klar.



Ich weiß nicht, ob ich ADHS habe. Wenn aja will ich das gar nicht komplett überbrücken. Ich mag es zum Beispiel, dass ich oft viel rede und mich für meine Rechte einsetzen kann. Ich lasse mir nicht den Mund verbieten. Das sind meiner Meinung mach sehr positive eigenenschaften.

Ist es euch echt wert eure positiven Eigenschaften einzubüßen?

Wenn das nur so wäre. 

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Kommentar von einfachichseinn
24.05.2016, 18:21

jetzt konnte ich den letzten Teil nicht mehr mit senden.

 Ich habe immer noch eine große klappe, kann mich einsetzten und habe mich auch sonst nicht großartig verändert. 

äh doch sogar sehr. Wenn ich mich für etwas und jemanden einsetzen möchte, kann ich darüber nach denken und sage nicht "Ey du XXX du bist ScheiXX!"

Ich denke darüber nach und kann bedacht etwas sagen, was im Endeffekt viel mehr bringt.

Außerdem fange ich nicht 100 Sachen an und bringe ncihts zu ende, Ich fange vielleicht nur noch 50 Sachen an, die bringe ich dann aber wirklich auch zu ende, was auch viel besser ist!

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Ob das nun ADHS oder HSP (Hochsensitivität) ist, lass ich mal offen. Check mal die HSP-Tests, da wirst Du Dich auch wiederfinden.

Ich hab nix therapiert, u.a. weil ich es wie Du sehe und auch festgestellt habe, dass dieses scheinbare ADHS nichts anderes als Hochsensitivität bei mir ist. Ich habe Wege gefunden, mich zu erden und die Erlebnisse zu verpacken, und auch mit den wahrgenommenen Energien und Gefühlen anderer umzugehen.
Es ist ein Fluch und ein Segen, aber in den Griff zu bekommen.

Je mehr Du Deine authentischste Natur lebst, umso leichter lässt es sich damit umgehen. Leb intuitiver, herzbezogener und hör weniger auf den Verstand.

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Hallo Heimkid,

ich selber habe keine AD(H)S wohl aber mein Sohn (17J) und mein Mann. Beide haben ADS. Daher musste ich mich zwangsläufig mit dem Thema auseinandersetzen.

Mein Mann wurde in seiner Kinder- und Jugendzeit logischerweise gar nicht behandelt, weil ADHS unbekannt war - wohl aber existent!

Als wir dann die Diagnose-Fragebögen für unseren Sohn ausgefüllt haben, fiel es ihm wie Schuppen aus den Haaren: "Ich könnte das für mich selber alles ganz genauso ankreuzen!" hat er gesagt. Er hat dann ziemlich lange gesucht, bis er einen Facharzt für Erwachsene gefunden hatte und behandelt werden konnte.

Er selbst beschreibt das Danach "als wenn man den Nebel in seinem Kopf weggenommen hätte". Es ist ihm möglich, klar und strukturiert vorzugehen anstatt chaotisch und unorganisiert. Er ist auch jemand, der viel redet und sich gut für eine Sache einsetzen kann. Das tut er aber auch weiterhin. Aber für Nicht-ADHSler nachvollziehbarer - sprich mehr mit Hand und Fuß und nicht wie ein Wasserfall ohne Punkt und Komma..

So musste er zB als Betriebsratsvorsitzender eine schwierige Situation lösen, knallhart verhandeln aber eben sachlich bleiben. Das hat er absolut super hinbekommen. Ich bin mir nicht sicher, ob das ohne Behandlung seines ADS auch so gewesen wäre.

Die Fähigkeiten stecken ja in der Person selbst aber durch ADHS steht man sich oft selbst im Weg und kann sie nicht in dem Maße nutzen, wie es richtig behandelt möglich ist.

Die für Dich richtige Behandlung zu finden ist ohnehin noch mal eine ganz andere Hausnummer. Allem vorweg eine gründliche und kompetente Diagnostik. Wir haben mehrfach gewechselt, bis wir uns gut aufgehoben gefühlt haben.

Von daher kann ich Dir nur raten, es anzugehen und Deinen Weg zu suchen und zu finden.

Alles Gute!

PS: Hier noch ein Forum-Tipp: http://adhs-anderswelt.de/index.php

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Kommentar von heimkid2
25.05.2016, 12:34

danke, aber du kannst das auch nur von außen betrachten. 

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Hey.

Ich mache es mal kurz.
Die Dianose hat mir sehr viel gebracht, denn ich konnte dadurch meine positiven Eigenschaften besser zum Einsatz bringen und lernte viel darüber, wie man sich besser kontrollieren kann.

Es hat mir geholfen, meine positiven Eigenschaften zu verbessern, gezielt einzusetzten und das, was ich selbst als negativ einstufen würde, zu einer postiven Eigenschaft zu machen, mich besser an die jeweiligen Situationen anzupassen. Ich habe weder positive Eigenschaften verloren, noch wurde ich zu etwas, was ich nicht sein will, sondern ich wurde mehr zu dem Jemand, der ich sein will.

Denn die Therapien die ich durchgemacht habe, würden auch ,,,,normalen" " Menschen zu dem verhelfen was ich genannt habe.


Es ist einfach nur zu blöd, dass Hyperaktivität im Volksmund so negativ konnotiert ist.


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Ich habe auch kein ADHS, aber einige Eigenschaften, die für ADHSLer typisch sind, z.B. sehr kreativ etc. Dies sind allerdings Eigenschaften, die zwar in gedämpfter Form in unsrerer Gesellschaft willkommen sind, nicht aber in gesteigerter oder gar geballter Form. Ich halte es wie Gerald Hüther (ich meine, dass er es ist): ich halte es für keine Erkrankung im klassischen Sinne, höchstens eine Anspassungsstörung an eine absolut durchnormierte Gesellschaft, die keine Abweichungen ertragen kann.

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Kommentar von heimkid
24.05.2016, 18:12

Danke für deinen unnötigen Beitrag. Wie kommst du drauf über etwas zu urteilen, was du selber nie erlebt hast?!

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Kommentar von heimkid
24.05.2016, 18:18

oh jetzt wirst du beleidigend. Danke. Ich möchte gerne wissen, wie es ist und nicht irgendeine Meinung hören von jemandem der keine Ahnung hat, dann hätte ich anders gefragt

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Kommentar von einfachichseinn
24.05.2016, 18:26

Der Herr Hüther ist ein großkotz, der ganz viel Blödsinn redet. 

Du wirst durch die Medikamente und so weiter nicht weniger kreativ oder ähnliches. Eher im Gegenteil. Stell dir mal einen Künstler mit AD(H)S vor. Er würde 100 Bilder anfangen zu malen, würde aber kein einziges zu Ende malen. Das ist bei AD(H)S leider oft so. So verkauft der junge Künstler kein einziges Bild.

Mit Medikamenten malt er immer noch prima und ist kreativ. Er malt dann nur noch 20 Bilder, aber diese vollendet er und er bekommt sehr viel positive Kritik und wird ein sehr berühmter Künstler.

Und AD(H)S hat auch nur sehr bedingt mit der Außenwelt zu tun. Wenn ich andere durch mein Verhalten nerve (zum Beispiel, weil ich sehr viel rede und anderen oft nicht zuhöre, weil ich abgelenkt bin), dann leide ich darunter. Wenn aber alle so reagieren würden, würde der Gesellschaft eine Menge Empathie und Höflichkeit fehlen, das wünsche ich niemandem ... 

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Kommentar von heimkid
24.05.2016, 18:27

Deine Antwort zeigt, dass du keine Ahnung hast!!! Und ich habe niemanden als, A.... beschrieben!

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