Wie sehr beeinflussen uns Filme wie: "Hostel, Saw.." und andere Splatter Filme?

12 Antworten

Saw, Hostel und Co sind Filme aus dem Horrorgenre. Dieses Genre soll zwar auch unterhalten, aber es ist da, um zu schockieren, aufzuzeigen, zu polarisieren, zum Denken anzuregen, zu hinterfragen und vor allem, um die Bestie Mensch zu zeigen in all ihren Facetten. Und die sind manche Filme nicht annähernd so schlimm wie die Realität. Die ist in den Nachrichten viel schlimmer als im Kino. Da gibts Väter, die 23 Jahre ihre Töchter einsperren und vergewaltigen und 7 Kinder (gleichzeitig Enkel) zeugen. Da gibts Familienväter, die zwei fremde Kinder umbringen, weil der Chef sie angebrüllt hat usw. Da gabs in meiner Stadt vor ner Weile einen Kerl, der eine 7jährige in seiner Wohnung in eine Holkiste sperrte und quälte. Von Kindermißbrauch und -pornographie ghanz zu schweigen. Und jedes Mal denke ich mir, dass eine sehr offene und direkte Verfilmung solcher Themen zensiert würde und einen Aufschrei gäbe, was Film darf ;-) "I spit on your grave" ist skandalös ? Unterhalte Dich mal mit vergewaltigten Frauen über ihre Rachephantasien die Wochen danach ! Solange es sadistische und perverse Vollidioten da draußen gibt, die schlimmer sind als Saw und man mit Hostel oder 8mm drüber nachdenkt, was reiche gelangeilte Menschen machen, um ihre Grenzen zu suchen, so lange sehe ich selbst schlimme Horrorfilme entspannt. Oder wie sagte Stu in Scream 1 über Horrofilme: "Horror movies dont create psychos, but horror movies make psychos more creative". Recht haste, Wes Craven. Es wird sich weiter steigern und die Leute werden sich weiter aufregen :-)

Moin. Also das ist ein sehr komplexes Thema, das Du hier ansprichst. Ich kenne hierbei 2 gängige Argumente:

Die erste kommt von Neurowissenschaftlern, wie z.B. Manfred Spitzer, der die ganze Sache in etwa so beschreibt:

Das Gehirn ist wie ein Schwamm. Es will unbedingt alle Informationen sammeln und verarbeiten. Alle Einflüsse, die auf das Gehirn so einprasslen über den Tag, definiert es irgendwann als "Gewohnheit", so senkt die exzessive und dauerhafte Darstellung gewalttätiger Szenen grundsätzlich die Hemm- und Inakzeptanzschwelle dazu und führt schlussendlich zur sozialen Verrohung.

Ich persönlich halte diese These für nicht schlüssig! Kommen wir zur 2. These von "Gee". Gee sagt (im Bezug auf Computerspielefiguren), dass man sich soz. projektiv in einen Charakter einlebt. Man beginnt nicht nur die Figuren im Medium zu verfolgen, also ihre Geschichte und ihr Schicksal etc. (in Spielen auch ihre Begrenzungen in Steuerung und KI etc.), sondern auch sich in gewisser Hinsicht mit ihnen zu identifzieren- und zwar auch indem man sich der Begrenzungen bewusst ist. Diese nimmt der Konsument einfach als Gegeben hin. Dabei bleibt jedoch dadurch, so Gee, grundsätzlich der "Frame", der begrenzende Rahmen der Handlung ein Trennpuffer von der Realitätsaufassung.

Also kurz gesagt: Menschen können grundsätzlich in Filmen ganz klar Realität von Fiktion unterscheiden. Sie wissen, dass es sich bei FD5 um Spezialeffekte handelt und dies nicht der Wirklichkeit entspricht. Infolgedessen sei der Konsum dieser Filme / Spiele etc. grundsätzlich bedenkenlos.

Man muss sich jedoch grundsätzlich die Frage stellen, ob man sich diese Form des COntent wirklich als "Unterhaltung" reinziehen möchte. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Der Auslöser brutaler und blutrünstiger Splatterfilme ist nicht Saw. Splatterfilme mit harten Metzelszenen, also Splatterfilme gab es bereits in den 70er/80er Jahren. Die ersten Splatterfilme kamen sogar noch früher, in den 60ern.

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