Wie sehen Eure frühesten Erinnerungen aus?

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Meine erste Erinnerung ist diese:

Mein großer Bruder und ich waren alleine auf dem Spielplatz in unserer Wohnsiedlung, als es plötzlich zu donnern anfing. Ich hatte furchtbare Angst, lief sofort zur Wohnungstür, klingelte und machte mir vor Angst fast in die Hose, bis meine Mama gefühlt 40 Minuten später die Tür öffnete. Die schwört noch heute, sie hätte direkt nach dem 1. Klingeln geöffnet. ;-)

Ich war damals um die zwei Jahre alt.

Ich (Jahrgang 1990) kann mich vage, aber trotzdem recht klar bewusst an Ereignisse erinnern, die im Sommer 1991 oder 1992 gewesen sein müssen.

Einmal hatte mich meine Oma auf den Arm und wir warteten auf den Opa, der von der Arbeit kam und standen auf dem Balkon; einmal fuhr ich mit meinem Patenonkel in seinem damaligen Audi-Coupé zu Freunden, die in einem fürchterlichen Neubauhochhaus mit marmoriertem Treppenhaus (damals "schöner wohnen", heute sozialer Brennpunkt) lebten.

Einmal gingen wir gemeinsam an einem Sommertag auf den Spielplatz und einmal hatte meine Oma auf dem gleichen Spielplatz Stress mit der Mutter eines Jungen, der Raphael oder Rafael hieß und mich die ganze Zeit über ärgerte, was dessen Mutter aber genau andersherum sah, sodass sie rumstritt bis meine Oma sie mit der geballten Kraft einer 65-Jährigen in die Schranken wies. Die Mutter von Rafael/Raphael war davon abgesehen eine ganz komische und sehr schnell beleidigte, auch in der Krabbelgruppe unbeliebte Frau, die damals gegen einen jungen Mann aus der Nachbarschaft prozessieren wollte und unterlag, die sind daraufhin ca. 1993 weggezogen, eines Tages kamen die nicht mehr zur Krabbelgruppe.

Alles, was heute banal wirkt, war damals in irgendeiner Weise berührend. War es die Autofahrt mit meinem Patenonkel im damals sehr teuren Audi mit 5-Zylindermaschine? War es das ekelhafte Wohnhaus unserer Bekannten? War es der schöne Moment auf dem Arm der geliebten Oma? Oder war es die keifende Mutter von Rafael/Raphael, die von meiner Oma mit ein paar Worten mühelos mundtot gemacht wurde? Irgendwas davon hat mir sicher imponiert oder es hinterließ sonst wie Eindrücke.

Außerdem erinnere ich mich noch an den Tag, als Anfang der 90er Aldi bei uns am Ort aufgemacht hat.. ich war ca. 3 Jahre alt & ging mit Oma und Opa dort einkaufen. Es war ein sonniger schon recht warmer Frühlingstag etwa im April oder Mai, ich glaube eher 1993 als 1994, ich war noch lange nicht im Kindergarten. Im neu-eröffneten Aldi haben wir ein paar Bekannte meiner Großeltern getroffen & ich sehe es noch vor mir wie ein kleines Mädchen von Rettungssanitätern geholt werden musste, weil es sich verletzt hatte & stark blutete. Da hat mein Opa mir von einem Freund erzählt, der den Arzt gerufen hätte und alles wieder gut werden lässt, das sagte er um mich zu beruhigen.. der Freund hieß glaube ich "Helfred" oder "Helfried". Er fuhr damals einen himmelblauen Trabant Kombi, den er noch einige Jahre hatte jedenfalls fuhr er noch Ende der 90er damit herum.

Gut kann ich mich auch an eine Autofahrt mit meinem Opa erinnern, wir fuhren immer in seinem Mercedes 230E. Es war schon nachts oder zumindest dunkel, wir waren jedenfalls recht spät noch unterwegs, ich war damals auch etwa 2-3 Jahre alt und wollte nichts als nach Hause, hatte Angst im Dunkeln. Und mein Opa hat für mich ein paar Kinderlieder gesungen, um mich zu beruhigen. Ich weiß sogar noch ganz genau, wo das war! Da denke ich jedes Mal dran, wenn ich da heute mit meinem eigenen Auto vorbeikomme. 

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

Ich kann mich sehr detailliert erinnern.

Die ersten Erinnerungen im 2. Lebensjahr sind nur kurze Szenen von wenigen Sekunden:

  1. Einmal war ich mit den Eltern auf dem Spielplatz. Ich bekam ein Spielzeug von meinem Vater gereicht, in dem Moment geht ein etwas älteres Kleinkind dazwischen und nimmt es weg, ehe ich es überhaupt bekommen hatte. Mein Vater zieht sich sofort zurück und lässt mich die Situation allein meistern. Ich konnte noch nicht sprechen und erinnere mich noch sehr stark, dass um das Spielzeug herum wie eine Wolke von Liebe war, die sich in dem Moment zurückzog. Das hat mich viel mehr enttäuscht als dass ich das Spielzeug nicht haben konnte.
  2. Vor unserem Haus hielt ein himmelblauer VW-Golf, in den wurde ich in einer Baby-Trage in den Kofferraum befördert. Jahre später fragte ich meine Mutter, wer im Bekanntenkreis so ein Auto gefahren hätte, sie konnte mir nichts dazu sagen.
  3. Meine Mutter war an einem Wochenende weg und mein Vater passte auf mich auf. Gleichzeitig musste er an dem Wochenende für die Uni lernen. Ich musste neben seinem Arbeitstisch am Boden mit meinen Spielsachen sitzen, damit er mich im Auge hatte. Aber stören durfte ich nicht. Ich war sehr ruhig, von Zeit zu Zeit sprach ich wohl ein paar Babylaute zu mir selber und er schüchterte mich ein, dass ich doch ruhig sein solle. Seither habe ich es nie wieder gewagt, etwas zu mir selber oder vor mich her zu sprechen.

Die nächste Erinnerung war als ich dreieinhalb war:

1 Mein Geschwisterchen war gerade geboren und ich durfte es im Krankenhaus sehen. Damals durften Kinder die Babies noch nicht direkt besuchen, sondern ich musste durch eine Scheibe vom Nachbarzimmer aus gucken. In den ersten Tagen wurde dann noch der Vorname von dem Kind noch mal geändert, was mich sehr verwirrte, und ich fragte meine Eltern, ob ich früher auch mal anders geheißen habe.

2 Ich war vier, als meine Eltern wollten, dass ich im Kindergarten angemeldet werde. Meine Mutter sagte mir, dass ich bald in den Kiga kommen würde. Ich traute mich nicht so recht und sagte, dass ich das nicht wolle. Wenig später hatte meine Mutter meinem Geschwisterchen erzählt, dass es auch bald in den Kiga käme. Das war wohl eine Strategie, um mich neidisch zu machen. Als es mir das erzählte, änderte ich meine Meinung und sagte, dass ich auch unbedingt da hin wollte.

3 Der erste Tag im Kiga. Schrecklich. Zwar war ich schon zu alt, um beim Abschied zu weinen, und ich wurde auch sehr gut vorbereitet, dass keine Tränen nötig waren. Was mir aber noch in Erinnerung ist, dass die Kindergärtnerinen so gar nicht rücksichtsvoll und empathisch waren. Ich hatte zu Hause strikte Regeln kennen gelernt, im Kiga galten jedoch etwas andere. Und dass ich den ersten Tag da war und noch nicht alle Regeln kennen konnte, hinderte die Kindergärtnerinnen nicht daran, gleich zu mir in strengem, verletzendem Ton zu sprechen, weil man zB erst fragen muss, ob man auf Toilette gehen darf und solche Sachen. Bis zum Ende meiner Kiga-Zeit war ich total eingeschüchtert und habe kaum ein Wort gesprochen.

...und ab dem 4. Lebensjahr habe ich dann noch unendlich viele Erinnerungen sowohl an zu Hause als auch an Spiele draußen mit Nachbarskindern und an den Kiga

Ab welchem Alter kann man sich Ereignisse aus der Kindheit merken?

Ab welchen Alter ist es möglich, sich Ereignisse aus der Kindheit zu merken und sich an diese auch im Erwchsenenalter noch erinnern zu können?

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Würde man sich nicht eher die besonderen Tage (Geburtstage, Weihnachten) erinnern können, als an sehr banale "Ereignisse" wie die oben beschriebenen?

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Wer kann mir helfen? Wer könnte mir sagen, was ich habe? Hat jemand auch öfters so ein komisches Kopf- bzw. Augenzittern (äußerlich nicht bemerkbar)?

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Ich habe an meine frühe Kindheit, so bis 5 Jahre, fast gar keine Erinnerung. Bis jetzt dachte ich, dass wäre völlig normal, aber ich habe mit meinem Freund letztens über das Thema Kindheit gesprochen( kamen da drauf, da wir uns Fotos von uns als Babys/Kleinkinder angeguckt haben) und mein Freund schien noch sehr viel von der Zeit in Erinnerung zu haben und er hat sich schon gewundert , dass ich so gut wie gar nichts mehr weiß. So im nachhinein wunder ich mich da schon über ein paar Sachen. Beispiele:

Ich war (muss so mit 3 oder 4 gewesen sein) in einer "Spielgruppe" mit anderen Kindern. Ich weiß noch, dass ich in dieser Gruppe war, aber ich kann mich an keine einzige Einzelheit dort erinnern. Nichtmal an etwas grobes. Ich konnte mich nicht mal an das Gebäude erinnern, obwohl ich direkt vor dem Gebäude stand, und ich da immerhin mehrere Monate jeden Wochentag war.

Ich wurde mal von einer Frau angesprochen, ob ich sie noch kenne. Als ich verneinte, sagte sie sie wäre meine Kindergartenbetreuerin gewesen. Ich habe sie trotzdem nicht wiedererkannt, obwohl ich sie ja auch fast ein Jahr lang jeden Wochentag gesehen habe.

Ich erinner mich gar nicht an meine Großmutter (sie ist gestorben ,als ich 4 war). Weder an ihr Aussehen, noch dass ich sie überhaupt einmal getroffen habe. Dabei soll sie sehr oft mit mir gespielt haben und ich soll sie sehr gern gehabt haben.

Meine Eltern haben mir mal erzählt, dass wir zusammen mit meinen anderen Großeltern zwei Wochen Urlaub in Frankreich gemacht haben, als ich 4 war. Habe ich Null Erinnerungen dran.

Dann wie gesagt, habe ich mir mit meinem Freund Kinderbilder von uns angeguckt. Mein Freund konnte zu vielen Bildern etwas erzählen: wo er da grade war, und auch wie seine Stimmung war: Auf einem Bild hat er zum Beispiel sauer geguckt, da wusste er noch genau warum er da so sauer war...ich konnte zu den Bildern (wo ich so 3 bis 4, zum Teil 5 war) NIX erzählen, weil ich mich überhaupt nicht dran erinnern konnte, wann, wo warum die Bilder entstanden sind . Die ersten Bilder die bei mir genaue Erinnerungen weckten, waren meine Einschulungsbilder mit 6 Jahren.

Es ist zwar nicht so, dass ich überhaupt keine Erinnerungen mehr habe, aber an die oben genannten Sachen sollte man sich doch jedenfalls ein kleines bisschen erinnern, oder? Was mir noch auffällt, ist das die wenigen Erinnerungen die ich habe, alles negative Erinnerungen sind. Eigentlich sollte man sich doch an den schönen Urlaub oder an die nette Großmutter erinnern, aber das weiß ich gar nicht mehr. Ich erinner mich nur noch an so Sachen wo ich geärgert wurde und traurig war.

An alle: Ab wann könnt ihr euch relativ genau an eure Kindheit erinnern?

An Leute ,die sich besonders stark mit dem Thema beschäftigen (Berufsmäßig oder aus Interesse): Wie kann man das mit meinen Erinnerungen deuten? Ist das normal; ist das bei jedem anders? Wenns nicht normal ist, woran könnte das liegen?

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