Wie sehen Erinnerungen normalerweise aus?

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1 Antwort

deine beschreibung einer erinnerung ist nicht untypisch.

du hast selber gemerkt: es ist keine erinnerung, die der realität entsprechen kann - sonst würdest du dich nicht aus der perspektive eines beobachters betrachten.

aber erinnerung sind entgegen der landläufigen meinung keine video-aufzeichnungen, die die realität wiedergeben.

wie wir die umwelt wahrnehmen, ist weniger ein durch ein loch im zaun schauen als eher einen film schauen, dessen regisseur man ist.

erinnerungen werden also schon verzerrt abgespeichert. und wenn man sie dann abruft, werden sie nochmals verfälscht.

es gibt studien, die zeigen, dass es nicht viel braucht, um erinnerungen zu verfälschen. und so passiert es eben, dass man sich selber wie im film sieht, obwohl man das in der realen situation so nicht gesehen hat.

die aufmerksamkeit ist selektiv, d.h. dass man sich auf das wesentliche konzentriert. manche menschen können das nicht, die haben dann ein fotografisches gedächtnis - und probleme, ihr verhalten anzupassen, da sie nicht wissen, was wesentlich ist.

wenn du jetzt schreibst, dass du nicht mehr weißt, was du gefühlt oder gedacht hast, dann zeigt das nur, dass deine aufmerksamkeit normal, d.h. selektiv ist.

es wird sehr wahrscheinlich auch nicht so sein, dass du deine gedanken und gefühle nie erinnerst. in manchen situationen ist das eine wichtiger als das andere und vom wichtigen wird besonders viel abgespeichert. z.b. wenn man einen starken schreck bekommen hat, dann erinnert man sich daran besonders gut, aber von der umwelt wird man wenig erinnern.

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Kommentar von Scythero
30.10.2016, 22:38

Ich erinnere mich bei gar keiner Erinnerung an Gefühle, wirklich gar nicht. Das kommt mir so vor, als hätte ich alle Erinnerungen auswendig gelernt.

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