Wie schreibe ich den Inneren Monolog richtig?

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4 Antworten

Noch etwas zu deiner Frage mit der Zeitform: Wenn der ganze Roman in der Vergangenheit geschrieben ist, dann solltest du den Einstieg in den inneren Monolog auch in der Vergangenheit schreiben. Den Monolog selbst kannst du in der Gegenwart verfassen, denn er entspricht indirekt ja einer wörtlichen Rede. Die nur nicht äußerlich, sondern innerlich stattfindet. Etwa:

Ich merkte, dass ich schon wieder auf ein Gedankenkarussell aufsprang. Obwohl ich es wollte, gelang mir der Absprung nicht und meine Fragen überschlugen sich: Hat er ihr etwas erzählt, was ich nicht wissen soll? Was, wenn die beiden tatsächlich Geheimnisse miteinander haben? Wenn er mehr weiß als bisher gedacht? Wenn er mich gezielt außen vor lassen wollte, indem er es ihr, aber nicht mir sagte? (Usw.)

Also rein frei Schnauze geantwortet, weil ich mich mit Theorien nicht so viel befasse: Dieses "ermahnte ich mich" hat in einem inneren Dialog meinem Gefühl nach nichts zu suchen, allenfalls als Einstieg am Anfang. Ansonsten unterbricht es und das ist es auch nicht, was du dir selbst sagst - und genau das soll der innere Monolog ja abbilden. Es sollte durch den Einstieg oder Rahmen schon klar sein, dass es sich um einen inneren Monolog handelt und dann schreibst du ihn genau so, wie er in deinem Kopf stattfindet. Also eher:

"Hat er ihr etwas erzählt, was ich nicht wissen soll? Mein Gott, ich mache mir schon wieder zu viele Gedanken. Gedanken, die sowieso zu nichts führen. Trotzdem lässt es mich nicht in Ruhe. Was, wenn die beiden tatsächlich Geheimnisse miteinander haben? Wenn er mehr weiß als bisher gedacht? Wenn er mich gezielt außen vor lassen wollte, indem er es ihr, aber nicht mir sagte? Nein, ich komme auf keinen grünen Zweig mit diesen Überlegungen. Vielleicht sollte ich ihn direkt fragen, dann sehen wir ja, wie er reagiert. (...)"

Du brauchst dich nicht an Gegenwart oder Vergangenheit zu halten, doch es sollte logisch nachvollziehbar sein, worum es geht. Dabei kann ein innerer Monolog rein inhaltlich natürlich auch unlogisch sein, denn er besteht ja gerade aus Widersprüchlichkeiten, die einem durch den Kopf gehen. Schreib zur Übung mal deine tatsächlichen momentanen Gedanken genau so auf, wie sie kommen, dadurch bekommst du ein natürliches Gefühl dafür. lg

Wenn ich diesen inneren Monolog dann so schreibe, wie ich ihn in dem Moment denke, muss ich ihn dann mit Anführungszeichen oder sonst irgendwie hervorheben?

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@AlynnBity

Wenn du es geschickt machst: nein. Du kannst so einen Einstieg finden wie in der anderen Antwort beschrieben (danke für das Sternchen :-)), dann ist das selbsterklärend und wirkt natürlich, wie ein Fluss. So ein Monolog ist ja etwas Atemloses, das auch so rüberkommen soll. Du bist nicht wirklich an eine Form gebunden und oft unterstreicht das Weglassen von Anführungszeichen, oft sogar auch anderer Satzzeichen, genau das. Was zählt, ist die Wirkung. Vertrau auch deinem Instinkt, wie sich etwas liest....brems nicht die Kreativität aus durch Überlegungen, ob etwas "korrekt" ist. Es geht nicht zuletzt um deinen eigenen persönlichen Stil. Korrigieren kannst du später immer.

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Wenn Du dich ganz genau an die Regeln halten willst, dann läuft es glaube ich so, vielleicht verwechsel ich das aber auch, dass Vergangenes immer im Perfekt geschrieben wird.

Und wie "Problemchen6" schon sagte, musst Du viel Dramatik einbauen. Dann wirkt es am besten!

Das ist rein sachlich zu entscheiden! Der innere Monolog ist ja einer, in dem der "Sprechende" völlig "frei Schnauze" reden kann. Zeitaspekte innerhalb des Monologs sind rein sachlich zu betrachten. "Spricht" man über Vergangenes, dann vergangenheitszeitformen, über gegenwärtiges, dann Präsens...

Also bleib ich am besten bei der ersten Variante?

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