Wie schraube ich meine Dominanz runter?

6 Antworten

Hallo!

Ich finde es ganz toll, dass Du dich verändern möchtest und dann ausgerechnet auch noch eine Eigenschaft, mit der Du im Job viele einfach so platt machen könntest und es in Bullozer-Manier auch weit bringen kannst. Es wimmelt vor Selbstbehauptungstrainings, weil jeder irgendwie Panik hat, zu kurz zu kommen oder unterzugehen. Und da kommst Du und findest Dich zu dominant. Das ist ja super!

Um es vorwegzunehmen: es ist schon gut, dass Du auch dominant sein kannst, denn manches Mal wirst Du es sein müssen. Aber mehr um Dich zu schützen als anzugreifen oder andere zu vernichten. Setze diese Eigenschaft wohlbedacht ein, zu Deinem Vorteil, aber nur da wo Du damit anderen nicht schadest und manchmal zu Deinem Schutz, da wo andere Dich vernichten oder benutzen oder zu ihrem Vorteil zerstören wollen. Hier scheint es mir klug zu sein, sich mit ethischen und philosophischen Fragen mal auseinanderzusetzen, Werte für Dich zu finden, an denen Du dich orientieren kannst. Ich will sagen: Dominanz weise einzusetzen, gut zu dosieren und unterscheiden zu lernen, wo sie angebracht ist und wann nicht. Und ein Gespür für das rechte Maß zu finden.

Der Mensch kann sich ändern - da möchte ich mit Blick auf viele Antworten hier festhalten. Das menschliche Gehirn - auch das von Erwachsenen - verändert sich permanent, wir können neue Wege und Verbindungen in uns verankern. Ich verstehe den Menschen also nicht als festgezurrt und für alle Zeiten fest determiniert, auch nicht von kindheitlichen Prägungen. Wir können diese analysieren, ihren Einfluss auf uns verstehen und uns dann entscheiden, ob wir sie beibehalten oder uns ändern. Wir haben es  - vor allem uns selbst - in der Hand. Ans Verändern glaube ich, weil ich den Menschen als ein Wesen verstehe, das sich mit allen Eigenschaften so auf einer kontinuierlichen Skala bewegt. Ich glaube, dass Menschen - vor allem psychisch gesunde Menschen - wendig und flexibel sind, dass sie sich in jeder Situation zurechtfinden und sich ihr anpassen können.

Aber wie kannst Du Deine Dominanz nun zügeln oder in den Griff bekommen? Wenn Dominanz bedeutet, dass andere kleiner werden neben Dir oder eingeschüchtert sind, dann rate ich Dir, zu lernen, anderen mehr Raum zu lassen. Fragen zu stellen, Interesse zu entwickeln an ihnen und zuzuhören, sehr aktiv zuzuhören. Habe ich Dich richtig verstanden usw statt Hast Du mich richtig verstanden? Oder die Fragestellung: Was brauchst Du? Wo sitzen Deine Interessen und Bedürfnisse? Nicht um Menschen zu manipulieren, sondern um zu lernen, anderen Menschen zu begegnen, sie wahr und ernst zu nehmen, Dich ihnen - wohlwollend, interessiert, verständnisvoll, neugierig, mehr verzeihend als verurteilend und fordernd - zuwenden und Dich selber mal im Schrank zu lassen für einen Moment, dabei kann  so etwas helfen wie ein Ehrenamt oder ein Praktikum mit behinderten Menschen, vor allem mit geistig behinderten Menschen. Diese verlangen ganz automatisch von Dir, dass Du Dich sehr auf sie einstellst und sie mit ihren Schwächen annimmst. Das formt eine gute innere Haltung anderen Menschen gegenüber!

Die Methoden des Therapeuten Carl Rogers finde ich auch sehr gut: Du lernst da, so mit dem anderen zu sprechen, dass er sich verstanden und gehört fühlt und das sorgt für ein sehr sehr gutes Klima. Vor allem baut es die Angst ab, vom anderen gefressen (dominiert) zu werden, die Menschen öffnen sich und gehen ins Vertrauen miteinander. Was das bewirkt und was da losgetreten wird - an Teamgefühl - das ist ganz erstaunlich. Außerdem ist der Ansatz von Schulz-von-Thun sehr interessant (Miteinander reden). Er hat auch Bücher über Veränderungsrichtungen geschrieben, die für Dich interessant sein könnten. 

Weniger dominant soll also nicht heißen, dass Du Dich unterordnest, verleugnest, verlierst oder aufgibst. Es wäre das falsche Extrem und würde nicht funktionierten. Du musst ein Gespür für Dich selber, für den anderen Menschen vor und für Situationen gewinnen: an Umsicht gewinnen. Deshalb eben Kommunikation, Zuhören, zugewandte Gesprächsführung. Damit Du nicht von Deinen Kollegen als "untergeordnet" wahrgenommen wirst, falls Du anfängst, mehr zuzuhören, rate ich Dir, sehr genau darauf zu achten, was Du sagst. Es macht eine tolle Wirkung, nur an den wichtigen Stellen das Richtige und Wesentliche zu sagen. Oder zum Beispiel einen Gruppenprozess nicht dominant leiten zu wollen, sondern ihn mehr zu moderieren. Du kannst Dir auch aufschreiben, wann Du Dir besonders dominant vorkommst und Dir dann überlegen, was Du anders hättest machen können. Welche Alternativen es geben könnte und die dann mal ausprobieren. 

Dein Projekt finde ich sehr wertvoll und einer der besten Beiträge zu einer friedlichen besseren Welt. Auf dem Weg dahin wünsche ich Dir Spaß, viel Neugierde auf die Menschen um Dich herum, gute Überraschungen und sehr viel beruflichen wie persönlichen Erfolg.

Es grüßt Dich herzlich

LaToulousaine

PS: Es fehlt noch ein Aspekt. Es gilt auch zu analysieren, was Dich in Deiner Tiefe antreibt oder "motiviert", Dich so dominant zu verhalten. Welche Ängste - wenn es welche sind -, wo kommt die Aggression her? Dich Deinen unbewussten Zirkeln zuzuwenden, die Dich beherrschen und prägen. Um sie zu entlarven, Ihnen die Nase rauszustrecken und sie zu verwandeln. Wenn es also zu schwer für Dich werden sollte, Dich auf der bewussten Ebene zu ändern, dann geh in die Tiefe - vielleicht mit einem guten Psychoanalytiker. Das hilft bei der Selbstklärung und verhilft zu mehr innerer Klarheit! LG LaToulousaine

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Hallo!

Die Persönlichkeit kennzeichnet sich dadurch, dass sie überaus stabil ist. Es sind Merkmale und Eigenschaften, die sehr fest sind und sich auch über Jahre kaum korrigieren lassen. Du wirst also Dich selbst darin nicht ändern können, aber Du wirst lernen können, in gewissen Situationen anders mit Dir selbst und den Mitmenschen umzugehen. Vielleicht ist es sogar sinnvoll, eine Therapie oder ein Coaching zu beginnen. 11-maliger Jobwechsel klingt für mich sehr ausreichend, diesen Weg zu versuchen.

Viele Grüße!

Hab mehr positive, als negative Charaktereigenschaften, nur so am Rande ! Stimmt schon, die Dominanz ist bei mir zu stark ausgeprägt, könnte genauso gut sein das ich einfach den falschen Beruf ausübe,...    

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Gerade in Führungspositionen ist Dominanz im Berufsleben eher hilfreich als störend. Du solltest diese Fähigkeit deshalb nutzen, gleichzeitig aber auch lernen, in bestimmten Situationen deine Dominanz nicht allzu stark zu präsentieren, besonders gegenüber Vorgesetzten...die Verhaltenstherapie beschäftigt sich mit sowas, vielleicht liest du entsprechende Bücher, wenn du Autodidakt bist, oder du wendest dich an einen Therapeuten.

Danke, genau das ist ja mein Problem mit den Vorgesetzten ! Möchte das Selbst in den Griff bekommen, ohne Therapie. 

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Hallo, ich bin ziemlich schüchtern aber will es einfach nicht sein ich hasse mich deswegen so sehr :( und immer wieder sage ich mir so ab jetzt bist du nicht mehr schüchtern ....aber dann bin ich es doch wieder ich kann es einfach nicht verhindern ...es gibt leute die sagen immer dierekt alles was denken oder in den sinn kommt aber bei mir ...is es so das ich erst 1000 mal drüber nach denke ob ich das sagen sollte und meistens entscheide ich mich für nein :( ich könnte echt darüber heulen :( was soll ich nur tun ...? und bitte schreibt jetzt nicht was an schüchternheit so schlimm sein soll.....für mich is es schlimm ziemlich und ich kann dadurch nie im leben zurecht kommen weil ich mich fast garnichts traue :( Danke , im vorraus !!!!!!!! ich hoffe ihr habt tipps die mir wirklich helfen :)

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Mit freundlichen Grüßen <3

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