Wie schmeckt Pfeife rauchen überhaupt?

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Ziemlich Ähnlich 0%
Schmeckt beides gleich 0%

6 Antworten

Beides völlig Unterschiedlich

Das hängt vom Tabak und auch der Pfeife ab.

Du wirst auch erstmal eine Lernkurve hinter dich bringen müssen. Anfangs raucht man regelhaft zu heiß, so dass der Tabak nicht oder sogar ekelig schmeckt. Bei stark aromatisierten Tabaken ist das noch viel schlimmer und da kommt dann auch noch das sottern hinzu (außerdem verkohlen sie die Zunge). Leider werden gerade Anfängern v.a. diese Rauchpappen-Tabake empfohlen. Die sitzen dann Zuhause mit glühender, oft dadurch beschädigter Pfeife, einem Geschmack von verbrannter Sonstwas im Mund und schmerzender Zunge und lassen das Pfeiferauchen schnell wieder sein. 

Zigarre und Pfeife sind sich in der Idee schon ähnlich (beides ist eine Sache für die Muße und nicht wie bei Zigarette und Zigarillo was zum nebenher rauchen). Billige Zigarren schmecken halt nicht und das ist beim Pfeifentabak nicht anders. Guter Tabak, der gut weiterverarbeitet wird, ist halt teuer. Bei Pfeifentabak dominieren im Main-Stream-Markt inzwischen leider minderwertige Tabake, die dann mit Aromen aus dem Labor zugeballert werden. Mit Genuß hat das ebenso wenig zu tun, wie eine Billigzigarre aus der Tanke. Wer starke Aromen statt Tabakgeschmack will, fährt mM mit Shisha und E-Zigarette deutlich besser und erspart sich eine kaputte Zunge und viel sonstigen Ärger.

Pfeifentabak bildet im Grunde das ganze Spektrum zwischen eher zigarettenähnlich bis zu eher zigarrenähnlich ab, und zwischen diesen Polen existiert eine sehr breite Palette an geschmacklicher Vielfalt.

Die Grundtabaksorten Virginia und Burley, zahlreiche Orienttabake mit unterschiedlichen Eigenschaften und Würztabake wie Latakia, Dark Fired Kentucky usw. wie auch verschiedene Verarbeitungsverfahren (flue cured, sun cured, air cured, kalt oder heiß gepresst, vergoren, fermentiert (Cavendish) uvm.) ergeben unzählige Möglichkeiten, diese zu Mischen und dadurch einzigartige, komplexe Geschmacksexplosionen zu erzeugen - ganz ohne Haribo- und Dr. Oettger Aroma.

Das setzt aber ein bedächtiges, ruhiges und v.a. "kühles" Rauchen voraus. Man muss sich (anders als bei Zigarette und teilweise Zigarre) schon konzentrieren. Einerseits, um sich quasi mit dem Tabak zu unterhalten (ein Tabakblender erzeugt im Grunde mit einer Mischung eine komplette geschmackliche Sinfonie, der man folgen muss), andererseits muss man den Tabak bei möglichst niedirger Temperatur rauchen, er darf nur leicht glimmen, nicht verbrennen, man hält ihn immer kurz vor dem Ausgehen und nippt nur gelegentlich an der Pfeife (man zieht nicht dran, wie man es zB bei der Zigarre tut). Sonst hat man nur heisse Luft im Mund oder es schmeckt einfach nur nach Asche, vom Tabak kriegt man dann leider nix mit. 

Also zunächst einmal teilen wir die Rauchwelt mal ein in Suchtraucher - das sind die mit den Zigaretten; und Genussraucher unter welche die Pfeifen und Cigarrenfraktion fällt. Genussrauchen heißt Paffen - also nicht inhalieren.

Vom Geschmack her ist keines miteinander vergleichbar.

Du fragtest ja hauptsächlich nach Pfeifen - dazu daher gleich mehr. Jedoch erwähntest Du auch billige Cigarren. Billige Cigarren, welche nicht zu 100 % aus Tabak bestehen enhalten im Umblatt (das die Tabakeinlage zusammenhält) Bandtabak, d. h. das ist ein Band aus Lebensmittelkleber und auf diesen werden Tabakschnipsel geträufelt. Durch den Kleber kann man das dann als Ganzes - also auch als Umblatt verwenden. Dieser Kleber aber stinkt beim Abbrand, außerdem wird natürlich bei solchen Cigarren auch meist nicht gerade der hochwertigste Tabak verwendet. Bei Shortfillercigarren (das heißt die Einlage besteht aus Tabakschnipseln) solltest Du daher auf die Kennzeichnung 100 % Tabak achten.

Noch besser sind Logfillercigarren, diese enthalten auch in der Einlage nur ganze Tabakblätter. Diese haben immer (ohne dass die ausgewiesen ist) 100 % Tabak. Hochwertige Cigarren - vorwiegend aus Cuba, Dom. Rep, Nicaragua und Honduras - sind immer Longfiller. Longfiller sind normalerweise auch nicht aromatisiert, das würde nur den Geschmack des Tabaks kaputt machen bzw. das Aroma würde den Geschmack überünchen.

 

So nun aber zu den Pfeifen. Pfeifentabak ist wieder ein ganz anderer Tabak. Meist nicht so hochwertig wie bei Longfillercigarren, aber auch bei weitem nicht so teuer. Pfeifentabak unterteilt sich in aromatisierte und nicht aromatisierte Tabake. Aromatisierte werden umgangssprachlich "dänische Tabake" und naturbelassene (also nicht aromatisierte) "englische Tabake" genannt. Das heißt aber keineswegs, dass diese aus dem jeweiligen Land kommen müssen.

Es gilt also schon mal herauszufinden, ob Du lieber ein bestimmtes Aroma, das den Tabak begleitet, als angenehm empfindest, oder lieber Tabak pur genießen möchtest - oder aber die Abwechslung schätzt (in letzterem Fall soltest Du Dir aber dann eine oder mehrere Pfeifen für die jeweils eine Richtung kaufen, da wenn Du nachdem Du einen aromatisierten Tabak in einer Pfeife geraucht hast und diese dann mit naturbelassem Tabak füllst, die nächste paar Rauchfüllungen immer noch einen Nachgeschmack des Aromas hast. Umgekehrt wenn Du einen stark Latakia haltigen englischen Tabak hast, kanns sich der auch in die Pfeife einbrennen und bei Aromaten das dann als unangenehm empfunden werden. Ist aber natürlich alles Geschmackssache, vielleicht findest Du so ein Nacharoma - egal in welche Richtung - auch als angenehm.

Wichtig zu wissen ist, dass auch ein aromatisierter Tabak nicht mit einem Pudding zu vergleichen ist. Wenn Du Vanillepudding haben möchtest, musst Du Vanillepudding essen. Ein Vanilletabak z. B. umschmeichelt den Tabak nur mit einem Vanillearoma - trotzdem schmeckt die Pfeife nach Tabak.

Ob Du das grundsätzlich magst oder nicht, musst Du herausfinden.

Wichtig ist auch das Rauchen ansich. Die Pfeife so schnell bzw. langsam rauchen, dass sie möglichst wenig ausgeht aber vor allem nicht zu heiß wird, diesen Mittelweg muss man erst herausfinden und er ist je nach Tabak und Pfeife auch immer etwas anders.

Wichtig ist auch das richtige Stopfen - unten leicht, nach oben hin fester. Wenn Du nach dem Stopfen (vor dem ersten Anzünden) die Pfeife umdrehst darf der Tabak nicht herausfallen.

Bei CUT-Tabak (das sind gleichmäßig geschnittene Würfel) ist es nicht ganz so wichtig, den kannst Du auch einfach einträufeln und oben zum Schluss einfach etwas andrücken. Allerdings geht dann eben weniger Tabak in die Pfeife wenn Du nur einträufelst.

Wichtig ist natürlich die Pflege Deiner Pfeife. Nachdem die Pfeife nach dem Rauchen abgekühlt ist, öffnen, Filter entfernen und mit dem Pfeifenreiniger das Zugloch und das Mundstück reinigen. Anschließend wieder zusammendrehen und einmal kurz in die Pfeife blasen (möglichst nicht in der Wohnung wenn Du keine schwarzen Flecken auf dem Sofa haben möchtest). Dann die Pfeife mind. 24 Stunden ruhen lassen. Möchtest Du innerhalb 24 Stunden eine weitere Pfeife rauchen, dann musst Du Dir auch eine weitere kaufen.

So das mal fürs erste. Wenn Du Fragen hast, frag einfach.

 

 

Danke ersteinmal für die tolle, schnelle und vorallem ausführliche Antwort! Eine frage habe ich noch und zwar interessiert mich im grunde ob pfeifentabak einen gleih starken (für mich schlechten) geschmack hat und auch so lang nachschmeckt nach dem rauchen? 

Lg lolxboxman

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@lolxboxman

gerne :-)

Es gibt hunderte verschiedener Pfeifentabake und wie geschrieben aromtisierte und nicht aromatisierte Tabake und jeweils auch in unterschiedlichsten Stärken.

Wenn Du einen leicht aromatisierten suchst, probier z. B. mal den Mini Cut von John Aylesbury (bekommst Du aber nur bei John Aylesbury Händlern - ist aber in den meisten größeren Städten einer) - den habe ich sehr gerne (was natürlich nicht bedeuten muss dass er Dir schmeckt).

In der Tat, den Geschmack hast Du danach sehr lange im Mund. Anfangs wird sich auch Zungenbrand nicht vermeiden lassen, das vergeht aber wenn Du öfter rauchst recht schnell, aber da musst Du durch.

Natürlich kannst Du danach Zähne putzen um den Geschmack zu minimieren - aber das wäre in etwa so als wenn man nach einem guten Essen kot... also sich übergibt ;-) - außerdem wirst Du beim Ausspülen dann erst recht Zungenbrand haben. Wenn Du den Geschmack generell nicht magst, dann ist es vielleicht auch nichts für Dich - das musst Du für Dich herausfinden.

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Kleine Korrektur: 

Englisch, dänisch, amerikanisch oder holländisch bezeichnen die Herstellungsverfahren, nicht unbedingt die Mischungen (Blends), es stimmt auch hier, dass zB ein englischer oder dänischer Tabak auch in Deutschland hergestellt werden kann (bzw. wird). 

Zur Verwirrung gibt es aber eben auch englische, irische, Lakeland, schottische und dänische Mischungen, die sich dann auf die Tabakzusammensetzung beziehen (auch hier werden englische Mischungen nicht nur in England hergestellt).

Eine guten Eindruck bekommt man zB beim Vergleich ähnlich zusammengesetzter Tabake aber mit unterschiedlicher Herstellung (englisch, dänisch, amerikanisch), wie zB Dunhill Ready Rubbed (englischer Tabak, in Dänemark unter Lizenz hergestellt), Mac Baren Golden Blend (dänisch) und Prince Albert (amerikanisch).

Weiteres Beispiel: die englische Mischung "The Solent Mixture" von Mac Baren ist eine englische Mischung aber sehr deutlich ein dänischer Tabak (diesmal sogar dort hergestellt), was man auch riecht und schmeckt, wenn man ihn mit englischen Mischungen englischer Machart vergleicht.

Typische englische Tabake sind zB Capstan Navy Cut (den hat zB auch JRR Tolkien geraucht), Dunhill Elizabethan Mixture, Germain's Brown Flake oder Robert McConnell Old London Pebble Cut.

Typische englische Mischungen sind zB Dunhill Standard Mixture, Samuel Gawith Squadron Leader und The Solent Mixture (hier sind die ersten beiden auch englische Tabake, wobei der Squadron Leader sogar noch in England hergestellt wird).

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Beides völlig Unterschiedlich

Eine Pfeife bietet ein völlig anderes "Geschmäckle" als Zigarren, Zigarillos oder Zigaretten.

Das liegt nicht zuletzt am Pfeifenstiel selbst: der Rauch wird gekühlt im Gegensatz zu ZZZ.

Pfeifentabake gibt es in vielfältigen Geschmacksrichtungen. Da mußt Du Dich einfach mal durchschmauchen, bis Du eine Sorte gefunden hast, die Dir am besten zusagt.

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu Zigaretten ist jedenfalls, daß eine "Piep" der Entspannung dient. Man raucht die nicht als hektischer Börsenjobber oder Luftfrachtmakler mit zehn Telefonen gleichzeitig am Ohr.

U/nd schließlich: eine noch warme Pfeife ist keine Pfeife. Wenn man seine Piep ausgeraucht hat, läßt man die kaltwerden. Sollte es einen schnell wieder jiepern, nimmt man eine andere und pafft die weg. Aber das ist dann schon keine Entspannung mehr.

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