Wie schlimm ist es über 30 zu sein und immer noch bei den Eltern zu wohnen?

21 Antworten

Aaaaalso, das kommt drauf an.

Mein Bruder und ich (25 und 26) wohnen beide noch "bei den Eltern". Wir haben ein Zweifamilienhaus. Dort gibt es 4 Wohnungen. In einer wohnen meine Eltern, in einer meine Großeltern, in einer eine Cousine meines Vaters und in der letzten ich und mein Bruder. Meine Großeltern und die Cousine meines Vaters würden ohne Unterstützung nicht mehr zurechtkommen bzw. schon lange im Pflegeheim sein. Meine Eltern sind mittlerweile beide Rentner und kümmern sich, dass alles in geregelten Bahnen läuft. Die sind aber auch beide froh, wenn mein Bruder und ich auch noch da sind um was zu helfen. Die beiden werden ja auch nicht jünger.

Wir haben beide einen Vollzeitjob und versorgen uns selbst. Ist es da nun ein drama, dass wir noch nicht ausgezogen sind? Keine Ahnung ehrlich gesagt, ICH fand es bisher nicht schlimm, schließlich liegen wir unseren Eltern nicht faul auf der Tasche rum.

Mein Partner (Fermbeziehung) ist jetzt 31 und wohnt mit seiner Mutter in einer WG. Er selbst ist komenten krank geschrieben und kann zur Zeit nicht arbeiten. Vermutlich muss er auch nächstes Jahr ein zweites Mal operiert werden - Hüftkopfnekrose. Ohne Stock und recht starke Schmerzmittel kann er keine 3m laufen. Vorher hatte er IT gelernt und auch dort gearbeitet, war bei der Bundeswehr und anschließend Rettungsassistent. Letzters war seine Erfüllung, aber ist jetzt nicht mehr möglich, da er schon eine künstliche Hüfte hat und nächstes Jahr vielleicht schon die zweite bekommt, damit er wieder richtig laufen kann.

Persönlich muss ich sagen, hätte er zu dem Zeitpunkt alleine gelebt, dann hätte er vermutlich jemanden gebraucht, der bei ihm putzt, einkaufen geht, ihn überall hinfährt, was weiter weg ist als 500m und ihm teilweise auch beim an und ausziehen hilft. Klar gibt es Leute, die sowas machen. Aber ich persönlich finde es auch schön, wenn die Familie zusammenhält und man sich auch so unterstützen kann.

Schließlich hat er sich das ja auch nicht ausgesucht und würde viel lieber was arbeiten gehen. Er will studieren, aber ihm wurde gesagt, dass er erst wieder gesund sein soll, damit er nicht wochenlang ausfällt durch die OP.

Es gibt viele Menschen, die es noch schlimmer getroffen hat und die sehr gut alleine klar kommen. Ja. Aber deswegen jemanden grundsätzlich verurteilen, besonders wenn man ihn nicht kennt? Schwierig!

Persönlich denke ich nicht, dass es schlimm ist in dem Alter noch mit seinen Eltern zu wohnen. Wobei ich es schon komisch fände, wenn wir uns alle eine Wohnung teilten. Im selben Haus oder auch in direkter Nachbarschaft sieht das für ich wieder anders aus.

Was ich komisch finde ist immer, wenn einer mit 30 noch nie irgendwie gearbeitet hat. Aus der Schule raus und dann? Was sind das für gesundheitliche Gründe, die dann verhindern, dass man irgendwie klar kommt und sich einen Job sucht?

Ich meine - ganz persönliche Meinung jetzt - du wirkst weder geistig zurück noch sonst irgendwas, so wie du hier schreibst. Okay, vielleicht hast du keine Beine - sieht man ja nicht, wenn man so einen Text liest. Aber auch damit könntest du sicher zurecht kommen. Bleibt höchstens noch was psychisches und da frage ich mich ja, was dann in den Jahren zwischen dem sagen wir mal 16. und 30. Lebensjahr dafür getan wurde, dass du klar kommst? Nichts? Wird das einfach so hingenommen?

Es gibt halt sicher Gründe warum man nicht arbeiten gehen kann.
Aber um zu beurteilen ob das in deinem Fall ein akzeptabler Grund ist oder nicht, müsste man eben den Grund erstmal kennen.

Sonst klar, man sollte mit 30 schon selbstständig leben können.
Ab wann man ausziehen sollte? Tja, gute Frage. Ich wollte immer mit spätestens 18 schon weg sein. Aber das haute dann mit dem Geld nicht hin. Es kam trotzdem immer die Überlegung, sich eine eigene Wohnung zunehmen. Da ich aber im Ort arbeite haben meine Eltern ganz klar gesagt: Da oben ist ja eine Wohnung frei, warum sollt ihr ausziehen und teuer Geld an Miete zahlen, wenn wir so ein großes Haus haben? Persönlich find ich's okay. Wir werden nicht durchgefüttert, wir wohnen da nur. Für den nächsten geht das gar nicht. Der nächste ist mit 16 auf und davon ein anderer braucht einfach etwas länger bis er in sich gefestigt ist.

Aber an und für sich sollte man mit 30 wenigstens schon mal gearbeitet haben oder wenn das wirklich absolut nicht geht sich vielleicht ein betreutes Wohnen oder so suchen, dass man mal lernt, wie man klar kommt.

Sicher "Schema F" passt nicht auf jeden.

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Depression, Bipolarität, Autismus, alles Gründe nicht arbeiten zu können.

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@Andromeda912

Kommt brauf an. Es gibt durchaus auch Menschen mit Depression, die durch ihre Therapie wieder zurecht kommen, auch Bipolarität ist meines Wissens nach behandelbar - auch wenn dies natürlich dennoch zu einer Berufsunfähigkeit führen kann, dennoch braucht man hier nicht bei seinen Eltern wohnen, sondern kann in betreutes Wohnen gehen. Bei Autismus kommt es sicher auch auf die Ausprägung an, aber es gibt sehr wohl auch Autisten/innen die ihren Platz gefunden haben.

Es gibt viele gute Gründe, ja.
Aber letztendlich kommt es auch immer drauf an, was man selbst draus macht bzw. machen möchte.

Ich kenn ein Mädel. Die ist jetzt 19 und hat eine Borderlinestörung und leidet bei Stress schnell unter Migräne. Beides sicher nicht schön und anstrengend. Sie hat sich jetzt einen Job gesucht, der zumindest ein bisschen Geld abwirft, dass sie den Führerschein machen kann. Die kämpft echt darum, einfach irgendwie selbstständig zu sein und "normal" zu leben.

Klar könnte sie sich auch hinstellen und sagen "Das geht halt mit Borderline nicht" oder "Das ist bei Borderline eben so." tut sie aber nicht.

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@EvaRelativ

Und wovon lebt sie denn? Sozialhilfe? Nicht wirklich selbständig.

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40
@Andromeda912

Nein. Sie lebt von ihrem Job. Das Amt gibt etwas zur Miete dazu, den Rest finanziert sie selbst. Vielleicht nicht so super, wie auch noch die Miete selbst zu zahlen, den Führerschein längst zu haben, ein dickes Auto zu fahren und zweimal im Jahr Luxusurlaub zu machen. Vielleicht, ja.

Aber immer noch selbstständiger, als nur dazusitzen und zu sagen "Das geht halt nicht." und sich bei den Eltern durchzuschnorren.

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Was denkt ihr wie schlimm ist es über 30 zu sein, nie gearbeitet zu haben, und immer noch bei den Eltern zu wohnen?

Würde ich mir nie und nimmer von meinem Kind bieten lassen, sollte ich je eins haben. Mit 18 fliegt es raus, außer es ist noch in Erstausbildung oder Schule, so lange gibt es Gnadenfrist. Allerspätestens mit 25 ist Ende.

Was wenn es aus gesundheitlichen Gründen ist?

Das kann alles mögliche sein. Das müsstest du weiter ausführen. Selbst dann würde ich vermutlich eine sinnvollere Lösung finden.

Ab wann sollte man definitiv ausziehen, was denkt ihr?

Ich bin mit 22 ausgezogen. Da war meine Ausbildung durch und die ersten Gewinne stellten sich ein. Mutter hatte mich noch etwas unterstützt da die meisten Vermieter nicht so auf 22-jährige hauptberuflich Selbständige Gründer stehen.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung
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Welche sinnvollere Lösung? Was wenn man keine Ausbildung machen kann? Was wenn man keinen vernünftigen Job findet? Was wenn man schlichtweg nicht arbeiten kann? Was wenn es finanziell einfach nicht geht?

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@Andromeda912
Welche sinnvollere Lösung?

Jobcenter/Sozialamt.

Beantworte meine Rückfrage zur konkreten Erkrankung oder ich klink mich aus.

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@kevin1905

Weil Sozialamt ja so viel besser ist? Macht keinen grossen Unterschied.

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Man muss nicht ausziehen, wenn es für alle so in Ordnung ist. Das ist Blödsinn. Damals haben 4 Generationen in einem Haus gewohnt.

Was hat das mit Selbstständigkeit zu tun? Auch wenn man mit über 30 bei seinen Eltern wohnt, kann man kommen und gehen wie es einem beliebt. Man hat trotzdem sein eigenes Bankkonto. Man kann trotzdem woanders bleiben. Man kann trotzdem in den Urlaub fahren. Etc.

Wenn man aus gesundheitlichen Gründen nicht kann & auch arbeiten dadurch nicht möglich ist, ist das wieder was anderes. Dann kann man eben nicht. Alle anderen sollten sich freuen, dass sie gesund sind.

Ich würde auch nie ausziehen, weil das dämlich wäre. In meiner Familie haben die meisten ein eigenes Haus. Wozu sollte ich dann Geld für eine Wohnung oder noch ein Haus ausgeben, wo ich mich sowieso nie aufhalten würde? Ich bin z.B. mehr unterwegs wie daheim, da brauche ich keine eigene Bleibe. Mit dem Geld kann ich dann besseres anfangen.

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

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