Wie schliesst man mit trauern ab?

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4 Antworten

Wenn es immer wieder hochkommt, bist du noch nicht damit durch. Ich habe nach dem Tod meines Bruders jeden Abend eine Foto-Diashow von ihm am Computer angeschaut (aber keine Videos, das war mir dann doch zu "nah"). Die ersten Male habe ich immer geheult, aber mit der Zeit wurde es weniger. Außerdem habe ich alle Erinnerungen an ihn wenigstens stichwortartig aufgeschrieben. Ich denke, man muss sich das Weinen und Truaern erlauben. Viele versuchen es wegzuschieben, gerade, wenn sie das Gefühl haben nicht (mehr) trauern zu dürfen.

Dir werden immer Fragen blieben, die du nie klären wirst. Auch nicht im Gespräch mit seiner Mutter. Es wird immer Momente geben, in denen du plötzlich an ihn denken musst und dir vielleicht auch die Tränen kommen. Bei mir war das z.B. beim Anblick der Weihnachts-Süßigkeiten im Supermarkt der Fall, von denen ich normalerweise welche für ihn gekauft hätte. Oder bei bestimmten Formulierungen anderer Menschen,die er auch so verwendet hätte. 

Aus meiner Sicht sollte man sich an die guten Seiten an ihm und guten Zeiten mit/ für ihn erinnern. Der Tod meines Bruders war auch grausam, vorher im Krankenhaus ging sehr viel schief, er bekam am Schluss Morphium, weil er wohl nicht mehr hätte selbstständig atmen können, hat aber bis zum Schluss körperlich dagegen angekämpft. Und ja, man hatte die Phase, in der man wütend war auf seine Ärzte, sich gefragt hat, ob es nicht besser gewesen wäre, noch zu warten, ihn mit Sauerstoffgerät weiterleben zu lassen etc. Und man hatte die Phase, in der man sich überlegt hat, was man in der Zeit im Krankenhaus alles unterlassen, falsch gemacht, schlecht gemacht hat etc. und sich bittere Vorwürfe gemacht hat.

Mir hat insofern "geholfen", dass meine Mutter anfing mit Selbstmordabsichten und der Idee, "sein ganzes Leben" wäre "Leiden" gewesen. Ich musste sie dann immer wieder an die schönen Zeiten erinnern - er hatte Downsyndrom, konnte sich also extrem freuen auch über Kleinigkeiten und hatte fast jeden Monat irgendein Highlight, oft auch jeden Tag eine Freude über etwas, das für andere alltäglich war. Wenn er ein Eis bekam hat er sich so gefreut wie andere, die einen Tag frei oder ein größeres Geschenk etc. bekommen hätten.

Man muss sich auch klar machen, dass man an der Situaiton nichts mehr ändern kann. Dein Freund hätte sicher nicht gewollt, dass du den Rest DEINES Lebens mit Fragen über SEINEN Tod verbringst. Sicher mag es sein, dass man, wenn man sich das Leben nimmt, überlegt, ob Hinterbliebene anfangs Schuldgefühle haben, aber vermutlich will niemand, der einigermaßen sozial ist, dass andere den Rest ihres Lebens mit Schuldgefühlen verbringen.

Überlege dir, was er gern getan hat bzw. genossen hat und mache etwas davon hin und wieder in Erinnerung an ihn. Seine Lieblingsserie schauen, sein Lieblingsbuch lesen, dich mit seinem Hobby befassen etc.


Wir hatten in der Familie nach dem Tod meines Bruders gegenteilige Meinungen: Einige meinten, man müsse nun alles, was er genossen hätte, unterlassen; ich meinte, man müsse das gerade in Andenken an ihn besonders "feiern", nicht jeden Tag, aber z.B. an seinem Geburtstag oder Todestag. Unterschiedliche Auffassungen muss man auch respektieren, aber man kann sich Anreungen holen. 

Evtl. wäre für dich ein Trauerforum (online) oder eine Trauergruppe vor Ort wirklich nicht schlecht. 

Mache dir bewusst, dass du nie ganz "abschließen" wirst. Das glaubt man nur, solange man noch nicht in der Situation war. Trauern ist auch okay, aber man sollte es bewusst so steuern, dass man es vor allem allein zu Hause macht. Also bewusst sich Zeiten nehmen, in denen man Erinnerungsstücke an ihn zur Hand nimmt, und seien es Fotos, und eine Zeit lang an ihn denkt. Wenn das anfangs 5 bis 20 min sind, wird man ein bis einige Stunden danach fertig sein, vielleicht weinen etc. aber nach und nach wird es besser werden.

Ich habe mich in den ersten Monaten nach dem Tod meines Bruders intensiv mit Schuldgefühlen und Wut auf die Ärzte etc. befasst und dann noch mal, um meine Mutter zu stützen, die diese Phase später hatte und das reichte dann auch.

Die Trauer wird nie ganz weggehen, aber man kann versuchen, sich mehr an fröhlichen Erinnerungen festzuhalten als an Schuldgefühlen. Und man kann evtl. etwas von ihm als Andenken übernehmen, eine Geste, einen Spruch, eine Gewohnheit, eine Weisheit - etwas, das für ihn charakteristisch und wichtig war. Damit "ehrt" man ihn auch über Jahre hinaus und erinnert sich auch in schönen Momenten, in denen man dies anwendet, immer wieder an ihn.

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Du kannst mit seiner Familie Kontakt aufnehmen, sein Grab besuchen, ihm Blümchen als Sympathiebekundung hinstellen und ihm damit zeigen, dass du ihn nicht vergessen hast, und/oder einen Psychologen konsultieren, der dir bei der Trauerbewältigung hilft. Du kannst ihm auch einen Brief schreiben, den du für dich als Andenken aufbewahrst, oder auf sein Grab legst.... Es gibt viele Möglichkeiten.

Jeder empfindet und erlebt Trauer anders. Deshalb gibt es für die Trauerbewältigung auch keine allgemeinen "Regeln". Du mußt es leider selbst herausfinden.

Alles Gute!

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Kommentar von Fanisariamo
08.07.2017, 13:18

Ich habe Angst seine Mutter anzurufen...ich möchte sie ja nicht wieder damit konfrontieren und alles aufwirbeln. Beim.Thema Clique isses so ein Ding mit dem Thema Freundschaft...man hat sich auseinander gelebt und verfremdet.

Ich denke ich werde noch einmal mit nem Seelenklemptner das ansprechen.

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Setz dich mit dem Islam auseinander und du wirst kein bisschen Trauer oder sonstiges empfinden.Islam gibt dir den Sinn und Erfolg im Leben und macht jeden Menschen glücklich der es auslebt! Frag am besten Muslime in deinem Umfeld über den Islam oder in einer Moschee darüber! Islam wird dich glücklich machen und dich am jüngsten Tag vor dem Höllenfeuer retten! Islam wird dir jegliche Art von Kummer,Trauer,Angst,Schuldgefühle nehmen! Islam wird deine Motivation und Sinn im Leben sein!

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Kommentar von Fanisariamo
10.07.2017, 22:30

Dann setz ich mich lieber mit dem Buddhismus auseinander...

Christentum und Islam gehören meiner Meinung nach zu den hasserfüllten Religionen

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Kommentar von DerZuvielFrager
11.07.2017, 01:48

Fanisariamo Buddhismus? Eine Religion die eine Kuh Statue anbetet welche sich nicht einmal selber reinigen kann oder überhaupt sich fortbewegen kann? Super Religion! Für dich können die beiden Religionen so sein aber ich sehe dies nicht so!

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Such dir professionelle Hilfe und mach eine Therapie.

Das hat schon vielen Menschen geholfen.

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Kommentar von Fanisariamo
08.07.2017, 13:14

Ich bin seit Jahren in Therapie...ich bin ein Wrack und leide an allem möglichen! Das Thema Rolf (Name geändert) hatte ich meiner Meinung nach durch. Er kommt aber immer wieder hoxh...ja ich werde ihn wohl noch einmal thematisieren.

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