Wie schließe ich endgültig mit meinem Vater ab?

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8 Antworten

Hallo Monokumaa,

Eine schwierige Situation in der du leider nicht viel tun kannst. Du musst dir bewusst werden, dass für ihn die Sekte an erster Stelle steht. Er glaubt dadurch das ewige Leben zu erreichen und denkt alle anderen sind auf dem falschen Weg. Dabei sieht das Sekten Mitglied nicht, dass es selber auf dem Holz weg ist. Das gelingt denn Zeugen Jehovas durch ihre ausgeklügelte Manipulation , siehe z.b. B.I.T.E Modell. Er ist also manipuliert und denkt somit nicht mehr eigenständig, ist sich dessen aber nicht bewusst! und meint es sicher nicht böse und er muss es selber einsehen, denn alles was von Außen "der Welt" kommt wird ihm eingeredet ist gelogen. Egal ob du mit Kindesmissbrauch, hoher Suizid und Depressionen Rate oder denn ganzen falschen Prophezeiungen kommst! Es wird einfach abgestritten oder weitere eigene Gedanken dazu werden nicht zugelassen. Deswegen bringt es auch nichts,  ihn darauf hinzuweisen denn dann bist du auch noch die Lügnerin. Wenn er die Manipulation irgendwann durchschaut wird er ein sehr schlechtes Gewissen dir gegenüber haben, dann solltest du ihm verzeihen .Da gibt es so ein Spruch : Die beste Manipulation ist die, die der Manipulierte nicht als Manipulation entlarvt (so oder so ähnlich)

Ich wünsche dir das dein Vater erkennt und ihr dann wieder ein normales Verhältnis haben könnt. Es steigen immer mehr Zeugen Jehovas aus, hoffe für dich das dein Vater es auch schafft. 

Liebe Grüße

Jace

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Als erstes solltest du dir eine neue Nummer zulegen, damit er dich nicht mehr mit seinem Kram zutexten kann, damit setzt du zudem ein deutliches Zeichen.

Deine Gefühle musst du allein oder mit professioneller Hilfe sortieren, aber irgendwann wird es einem dann mehr und mehr egal. Wenn keine Basis da ist, dann wird es schwer eine Bindung aufzubauen, vor allem wenn man so grundverschieden ist und kaum oder gar kein Gesprächbedarf vorhanden ist. Er scheint damit zufrieden zu sein und stellt seine Religion über alles andere. Und er versucht es euch aufzudrängen.

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Du hast leider Pech gehabt.

Religiöse Besessenheit verstellt den Blick auf den Menschen. Fanatische Gläubige sehen den Menschen vor lauter Gott nicht. Alles, was nicht mit ihrem Glauben zu tun hat, ist ihnen gleichgültig.

So ist es auch zu erklären, dass Christen früher Ketzer verfolgten, obwohl es keinen biblischen Grund dafür gibt. Aber sie waren ihrem Jesus so obsessionnel dankbar, für ihre Sünden "gestorben" zu sein, und diese Dankbarkeit glaubten sie ihm beweisen zu müssen, indem sie andere Menschen, die dieses "wunderbare Geschenk" (das Sühneopfer) nicht annahmen, töteten. Für das Leid der Menschen waren sie blind. Sie sahen nur Jesus und die Möglichkeit, ihm durch das Töten seiner Gegner etwas für sein Opfer zurückzugeben.

Dein Vater sieht dich nicht, er sieht nur Gott. Du bist nur eine Adresse unter anderen für seine Bibelsprüche. 

Du hast schon die richtige Entscheidung getroffen, indem du vorläufig den Kontakt mit ihm abgebrochen hast. Bleib erst mal dabei, es mag anfangs schwer sein, aber mit der Zeit wirst du dich immer mehr daran gewöhnen, dass er nicht Teil deines Lebens ist. Es hat keinen Sinn, so eine frustrierende Beziehung aufrechterhalten. Gefühle kann man nicht erzwingen. 

Vielleicht kannst du später, irgendwann, wenn du innerlich genug Abstand gefunden hast, um nicht mehr unter seinem Verhalten zu leiden, sogar wieder auf ihn zugehen, um einen lockeren, sporadischen Kontakt herzustellen, z.B. wenn du Kinder hast und möchtest, dass sie ihren Großvater wenigstens kennenlernen. Aber du musst ohne falsche Hoffnungen an die Sache rangehen und ihn wie einen entfernen Verwandten betrachten, sonst ist erneuter Frust vorprogrammiert. 

Die einzige Hoffnung, dass du deinen Vater irgendwann findest und er dich, besteht darin, dass ihm im wahrsten Sinne des Wortes ein Licht aufgeht und es ihm gelingt, sich aus seinem Glaubensgefängnis zu befreien. Sowas ist zwar sehr selten, soll aber vorkommen. In diesem Fall solltest du ein grundsätzliches Gespräch mit ihm führen, in dem du dir alles von der Seele redest, er wäre dann ja in der Lage, dir zuzuhören. Nach diesem Reinen-Tisch-Machen hättet ihr dann eine Chance, eure Beziehung bei null anzufangen. Die verlorene Zeit lässt sich natürlich nicht nachholen, aber es ist nie zu spät, eine Beziehung aufzubauen.

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hi,

Monokumaa,

ich komme zwar etwas "spät" mit meiner Antwort.

Dennoch hoffe ich, daß auch ich dir mit meinen Erfahrungen helfen kann.

Ich sehe das Problem nicht in erster Linie darin, daß dein Vater einen bestimmten Glauben hat.

Denn dein Vater hat sich sehr früh von dir und der restlichen Familie getrennt, und so ist schon eine erhebliche Distanz alleine dadurch entstanden.

Darüberhinaus hat er es anscheinend nicht vermocht, dir die Liebe eines Vaters zu vermitteln. Denn du hattest eher das Gefühl, daß er sich um des Glaubens willen für dich interessiert hat.

Das sind alles Vermutungen, die ich aus deiner oben angeführten Geschichte ableite.

Es ist auch ein wenig "meine Geschichte". Mein Vater war kein Zeuge Jehovas, hat mich aber recht streng erzogen. Er war Soldat im 2.Weltkrieg und ist danach nervlich krank gewesen, weil er den Krieg nicht verkraftet hatte...

Das alles zählt wenig für ein Kind. Es will geliebt werden.

Daher leidet es, wenn ihm diese Liebe nicht zuteil wird.

Da ich ein hochsensibles Kind war, hat sich das natürlich auch verheerend auf mich ausgewirkt.

Man versteht erst sehr viel später, wenn man erwachsen geworden ist, was ein Vater oder auch die Eltern selbst in ihrem Leben durchmachen mußten. So konnten sie sich teilweise gar nicht anders ihren Kindern gegenüber verhalten.

Trotzdem habe ich versucht, auch das Gute in meinem Vater zu sehen und nicht nur das Schlechte, das mir weh getan hat.

Diesen "Rucksack" an Erfahrungen haben wir alle von unseren Eltern mitbekommen. Wir haben daher alle etwas aufzuarbeiten, sollten uns aber klar machen, daß wir auch Rüstzeug für unser Leben mitbekommen haben.

Dein Vater hat bestimmt auch unter der Trennung gelitten. Da bin ich mir ganz sicher !

Wenn du einmal selbst Kinder haben wirst, wird sich deine Sichtweise wahrscheinlich noch einmal ändern.

Versuche trotzdem mit Liebe mit deinem Vater auszukommen. Die Chance, daß ihr euch menschlich näher kommt, ist immernoch gegeben.



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Kommentar von OhNobody
22.02.2017, 20:38

Du schreibst mit unwahrscheinlich viel Herz. Danke dafür ...

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Kommentar von Monokumaa
23.02.2017, 20:53

Ich sehe das Problem nicht in erster Linie darin, daß dein Vater einen bestimmten Glauben hat.

Das habe ich mir auch erst vor kurzem gedacht.

Nein, es liegt nicht nur am Glauben. Ich bin meinem Vater nicht wichtig genug. Selbst wenn man so stark religiös ist, liegt es doch an einem selbst, seine Familie so im Stich zu lassen.

Klar hat er unter der Trennung gelitte, meine Mutter hat sich ja auch von ihm getrennt. Aber sie hatte guten Grund sich von ihm zu trennen.

Ich weiß das zwar alles nur von Geschichten, aber es ist trotzdem krass und belastet meine Mutter teilweise nach 16 Jahren immer noch.

Wenn wir gegessen haben, saß er an seinem PC. Eigentlich saß er immer am PC und hat Videospiele gespielt. Nie mit uns zusammen gegessen. Zusätzlich meine Mutter betrogen. Und als sie ihm gedroht hat, starke Tabletten runterzuschlucken, hat er ihr ein Glas Wasser gereicht und der Krankenwagen musste kommen.

Dieser Typ war schon immer ein schlechter Vater. Sein Glaube hat ihn zwar zu einer besseren Person gemacht, aber er kann das nicht rückgängig machen, was er unserer Familie angetan hat.

Ja, ich sollte ihn nicht mehr für seine alten Fehler beschuldigen, aber ich realisiere erst jetzt, dass er schon immer ein schlechter Vater war und auch einer bleiben wird. Er ist ein typischer Heuchler... Denkt, dass er nun alles gut machen kann, wenn er täglich betet und bei anderen an der Tür klingelt und die frohe Botschaft liefert.

Das macht aber nicht rückgängig, dass er meine Geschwister damals geschlagen hat.

Meine Liebe wird er wahrscheinlich nicht mehr gewinnen.

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Das sind die Auswirkungen der Zeugen Jehovas Erziehungskultur . Kinder werden seelisch kleingehalten, dürfen sich nicht mit Fremden unterhalten, Feiertage nicht feiern usw. Dein Vater wird genauso erzogen sein, schon deshalb wirst du dich nie mit ihm unterhalten können, er hat Schubladendenken, und das vom übelsten, den die sind ja so von sich überzeugt. Mach dich frei von diesem Sektenverband.

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Kommentar von Monokumaa
09.02.2017, 23:40

Das stimmt... Das einzige, was ihn irgendwie noch normal gemacht hat, ist seine Liebe fürs Fotografieren. Ein Leben mit ihm, ist für mich einfach nicht vorstellbar.

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Ich denke, du bist das eigentliche Problem. Schau mal du hattest immer Vorurteile über deinen Vater. Der dich eigentlich als Kind nie verlieren wollte.

Deine Vorurteile, du bezeichnest Zeugen Jehovas als Sekte, treiben dich auf einen einsamen Weg voll Trauer.

Du kannst deinen Vater für seinen Christlichen Lebenswandel doch eigentlich nur bewundern. Obwohl er euch Kinder und seine Frau verloren hat versucht er immer noch mit euch Kontakt zu halten...

Seine Religion darfst du nicht als Rivalin betrachten. Denn woran ein Mensch glaubt, sollten andere Tolerieren und Respektieren. Druck auf deinen Vater auszuüben unter dem Motto entweder ich oder dein Glaube zeugt nicht gerade von Weisheit.

Sorry wenn ich dich in diesem Punkt kritisiere. Ich meine es auch nicht böse. Aber versetze dich einmal in die Lage deines Vaters. Ich bin mir sicher er tut das jeden Tag ebenfalls mit deiner Lage.

Ich kenne Menschen wie dich. Andere haben dir beigebracht Zeugen Jehovas zu hassen. Von Kindheit an. Aber sie wollen deinem Vater schaden und werden es bei dir genauso machen. Du bist für sie nur ein Werkzeug!

Vielleicht bist du oder deine Mutter in einer Großkirche aufgewachsen als dein Vater die Botschaft aus Gottes Wort kennen lernte. Ich kenne den Leitfaden dafür genau. Psychischen Druck und eine Scheidung von einem Zeugen ist dann Pflicht, will man zur Kirchengemeinschaft gehören...

Aber überleg einmal wem dies schadet. Dir. Du bist ohne Vater aufgewachsen. ohne seine Fürsorge und Liebe. Ich kenne einige Familien die so völlig in die Brüche gingen. Und das nur um Zeugen Jehovas zu schaden?

Frage dich doch einmal wer hier die Bösen sind? Dein Vater hat angesichts deiner Antworten jedenfalls nicht aufgegeben mit Liebe auf dich zu zugehen!

Weißt du, meine Schwester wollte auch nichts von ZJ wissen. Sie hat uns verlassen. Aber sie akzeptiert unsere Glaubensansicht! Und das erkenne ich ihr Hoch an!

Deshalb treffen wir uns gelegentlich! Der Kirchliche Umgang und schlechter Umgang mit Ausgeschlossenen hat aber auch bei ihr dazu geführt, dass sie bei Worten aus der Bibel oder nur der Erwähnung eines Zeugen Jehovas reagiert, wie ein Vampir bei Pflock und Weihwasser...

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Kommentar von Monokumaa
10.02.2017, 14:46

Klar, "Sekte" hat zwar eine abwertende Bedeutung, aber allgemein bedeutet es:

    eine Glaubensgemeinschaft, die im Gegensatz zu den großen Religionsgemeinschaften relativ wenig Mitglieder hat

Ich toleriere den Glauben anderer und führe sehr gerne Diskussionen über Religionen, ich habe bloß eine spezielle Abneigung gegen diese Sekte. Das heißt nicht, dass ich es nicht toleriere, wenn jemand in dieser Sekte ist oder ihn aufgrunddessen abwerte.

Ich soll meinen Vater dafür bewundern, dass er den christlichen Glauben angenommen hat? Bitte? Der Glaube ist das, was uns auseinander gerissen hat. Fängt doch schon damit an, dass man keine Feiertage zusammen feiert. Ich hatte einmal davon geträumt wie mein Vater mir ein Geschenk überreicht hat. Durch den Traum ist mir bewusst geworden wie unglücklich es mich macht, von ihm nie ein Geschenk erhalten zu haben. Und selbst wenn man den 18. Geburtstag seiner Tochter nicht feiern möchte, kann man sich doch trotzdem mal Kleinigkeiten schenken. (Möglicherweise hat er das damals gemacht, aber ich kann mich an nichts erinnern und ich besitze auch nichts, was von ihm ist.)

Ja, ich habe zwar selbst gesagt, dass ich seinen Glauben wie eine Art Rivale ansehe, jedoch meine ich damit nicht, dass es entweder seine Religion oder ich sein muss. Es geht mir darum, dass der Glaube einfach einen viel höheren Wert hat und er sich nicht für mich interessiert. Ich verstehe auch, dass ZJ nicht bedeutet, dass man seine Familie im Stich lässt. Was hat er jemals für mich getan? Hat er mir irgendwas beigebracht? Ja, wir haben auch mal Brettspiele gespielt und sind Fahrrad gefahren, aber wie gesagt hat er sich für mich als Individuum nie interessiert und kann wahrscheinlich nicht mal Aussagen über meinen Charakter oder meine Interessen treffen.

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Hallo!

Ein Freund erzählte letztens eine Erfahrung, die er selbst gemacht hat. Dabei ging es nicht um den Vater, sondern allgemein um dieses Missionieren. Deshalb hab ich dir nur den Anfang der Geschichte aufgeschrieben. Vielleicht kannst du sie individuell um- und weiterschreiben und vielleicht wacht dein Vater auf, wenn du sie ihm schickst:

Es klingelt! An der Haustür stehen zwei Damen. „Hätten Sie ein paar
Minuten Zeit für uns?” „Worum geht es? Wir würden uns ganz
gerne mit Ihnen über Himmel und Hölle unterhalten." „Gerne!”
„Können Sie sich vorstellen, wie es in der Hölle ist?" „Ja,
kann ich." „Können Sie sich vorstellen, welche Qualen Sie
dort zu erleiden haben?” „Ja, kann ich. Ich war schon in der
Hölle." „Sie waren schon in der Hölle?” „Ja, ich war
sogar schon öfter in der Hölle." „Sie wollen uns jetzt wohl
auf den Arm nehmen? " „Nein, das will ich absolut nicht!”
„Wie kann so etwas sein, dass Sie schon in der Hölle waren?"
„Nun, mein Vater sieht mich nicht, will mich nur von seiner
Religion überzeugen.".........

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Kommentar von Apfelwerfer
10.02.2017, 08:27

... und wie soll diese komische Story jetzt dem Mädel helfen? Zusätzlich: ZJ glauben nicht an die Hölle.

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Wenn du deinen geplanten Schritt gehst, wirst du nie mehr glücklich. Es wird dich lebenslang begleiten, er ist dein Vater. Also was tun?

Betrachte ihn nicht mehr als Vater, sondern als guten Kumpel, und tolleriere seinen Glauben und seine Art. Ich mag diese Leute auch nicht, aber sie waren alle nett.

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Kommentar von Monokumaa
09.02.2017, 23:19

Ich kann ihn weder als guten Kumpel noch als Vater betrachten. Er ist für mich wie einer dieser Prediger, die vorne am Pult stehen und aus der Bibel vorlesen. Ich erinnere mich nur an ein einziges "gutes" Gespräch mit ihm. Und mit ihm lässt sich auch wie gesagt keine richtige Konversation führen... Außerdem akzeptiere ich diese Sekte nicht, da sie für mich wie ein Rivale ist. Nach dem Motto: "Was ist meinem Vater wichtiger: Sein Glaube an Gott oder ich?" Und ich weiß, dass sein Glaube immer über mir stehen wird...

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