Wie schafft es Deutschland die Wirtschaftsflüchtlinge von den echten Flüchtlingen zu trennen?

7 Antworten

Man versucht festzustellen, aus welchem Ursprungsland der Flüchtling herstammt und anhand bestimmter Kriterien wird von der Bundesregierung festgelegt, on ein Herkunftsland als Kriegsgebiet gilt, oder nicht.

Allerdings gibt es nicht nur Krieg als Fluchtursache, welche Asyl rechtfertigt. Es gibt auch politische oder ethische Verfolgung.

Und wenn du versucht dir selbst einmal vorzustellen, was du bereit wärst zu tun, wenn du unter Hunger und Durst leidest und keine Perspektiven auf Besserung mehr hast, weil dein Land dir keine Infrastruktur für eine Versorgung oder einen Arbeitsmarkt anbieten kann und aufgrund hoher Korruption und schlechter Politik auch dafür kein Ende absehbar ist....

Wenn man Menschen um eine persönliche Auskunft bittet, dann muss man sich natürlich zunächst fragen, ob der Befragte die Freiheit hat, "nach bestem Wissen und Gewissen" zu antworten. Beispiel: Ich frage einen Passanten, der eine Uhr trägt, wie spät es gerade sei. Er hat jetzt die Freiheit wahrheitsgemäß zu antworten, weil er kein Motiv hat, mir die Unwahrheit zu sagen.

Wenn jemand jedoch in Deutschland einen Asylantrag stellt, hat er die Absicht, unbedingt einen positiven Bescheid zu bekommen. Jetzt wird er naturgemäß alle Strategien aktivieren, um die Chance auf so einen positiven Bescheid möglichst zu erhöhen. Er wird also vorher viele und kompetente Leute fragen, mit welchen "Selbstauskünften" man die Chance auf einen positiven Bescheid erhöhen kann. Da zählen dann die bekannten "günstigen Selbstauskünfte": Opfer von Folter und Verfolgung; Misshandlung durch Helfer des etablierten Machtapparates im Herkunftsland; Verlust eigener Familienangehöriger; massive Behinderung bei der Berufsausübung oder bei dem Versuch zur Qualifizierung oder erlittenes Unrecht und übergebührliche Demütigungen.

Es ist völlig einleuchtend und auch absolut menschlich nachvollziehbar, dass ein Asylsuchender den Wahrheitsgehalt solcher Auskünfte für nebensächlich hält. In der Wertehierarchie stehen die situationsangemessenen guten Argumente weit vor den sog. ehrlichen Selbstauskünften. Somit ist es also völlig unmöglich für die Behördenmitarbeiter durch reine Selbstauskünfte bei den Asylsuchenden zwischen "echten Asylanten" und "Wirtschaftsflüchtlingen" unterscheiden zu können. Alle weitergehenden Überprüfungen der Selbstauskünfte wären bei der normalerweise gegebenen Sprachbarriere, den Kommunikationshemmnissen und der behördlichen Auskunftsblockade nicht gegeben, womit Deine oben gestellt Frage also mit einem klaren "unmöglich" zu beantworten wäre.

Da viele Flüchtlinge ihre Pässe in der Heimat gelassen oder auf der Reise verloren haben, kann man schwer feststellen, wer wirklich asylberechtigt ist.

A ha "verloren"....

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