Wie schaffen es Künstler in den dunkelsten Stunden Schönheit zu erschaffen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich vermute, dass die Reduzierung, dass der Wegfall der äußerlichen Reizüberflutung ein Tor zu Innenwelten öffnet (oder öffnen kann) und dass dadurch die Reichhaltigkeit der außergewöhnlichen Schöpferkraft freigesetzt wird. Wenn alle Alltagsablenkungen wegfallen, wenn auch sehr traurige Erlebnisse den Gedankenfluss in eine ungeahnte Richtung zwingen, dann können Poesie, Literatur, Musik, Kunstwerke von höchster Genialität durchaus daraus entstehen. Tiefe Gefühle - seien sie unter anderem in Stein gemeißelt, auf Leinwand gebannt oder in herrlicher Musik verewigt - überdauerten Jahrhunderte. Wir sind noch heute ergriffen, wenn wir damit in Berührung kommen. Es gibt unzählige Beispiele.

https://youtu.be/0u0M4CMq7uI

Toll geschrieben!😃👍

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Das ist so gut und einleuchtend. Vielen vielen Dank für deine Antwort. Das angehängte Stück hab ich mal im Chor gesungen. Da ging es um E.T.A Hoffmann. Den Namensgeber meiner ehemaligen Schule :) also super passend gewählt

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@JungeohnePlan

Oh! Wie bezaubernd! Das freut mich, dass diese herrliche Musik Dir auch so gut gefällt.

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Sehr lieben Dank für den Stern. LG von Seren

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Ich bin kein Psychologe, nur ein Betroffener (Grafikdesigner, und ich habe Depressionen). Die Kräfte, die Kreativität fördern und die Kräfte, die Depressionen auslösen, liegen sehr dicht beieinander. Einige meiner besten Arbeiten sind entstanden, als es mir psychisch richtig dreckig ging.

Mir kommt es so vor, als ob die Depressionen in meinem Kopf Türen aufstoßen, die sonst verschlossen bleiben. Und hinter diesen Türen lauern nicht nur Angst, Verzweiflung und Schmerz, sondern auch neue Ideen und neue Betrachtungsweisen. Schön sind diese Erfahrungen nicht; auch wenn sie für die Arbeit von Nutzen sind.

Danke für diesen Einblick. Sehr interessant

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Je dunkler die Stunde, um so dringender braucht der Künstler die Kunst.

Der Alkoholiker greift ja auch nicht in der hellsten stunde zur Flasche.

Ein sehr guter Freund von mir ist wirklich unglaublicher Künstler. Allerdings brauch er eine persönliche Krise um zu Malen. Das letzte Werk schuf er nach dem tot seiner Mutter. Es ist ein Gemälde von ihr.

Alle seine Bilder haben einen tieferem Philosophischen Hintergrund.

Das Gefühlskaos ist sozusagen der Treibstoff bei ihm.

Ein Grund, weshalb er eigentlich nichtmal so gern malt. Eben weil er nur malt wenn es ihm schlecht geht.

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Die Menge an Kreativität im Kopf.

Kreativität alleine ist aber auch kein Antrieb für das Erschaffen. Kreativität wäre so etwas wie die künstlerische Ressource, oder? Aber was bringt einen dazu diese Ressource zu schöpfen. Ist das die unweigerliche Konsequenz? Wenn Kreativität da ist, wird sie immer genutzt? Selbst wenn es einem elend geht?

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