Wie schaffen es Ärzte diese Strapazen zu überstehen?

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6 Antworten

Manchmal weiß man das selbst nicht so genau. Man versucht zwar immer, alles auszublenden, sonst schmeißt Du nach ein paar Jahren spätestens alles hin, aber wenn man seinen Beruf liebt, steht man es immer wieder jeden Tag aufs Neue durch.

Ich weiß noch, daß ich in der Schule beim Aufschneiden des ersten Ochsenauges fast in Ohnmacht gefallen bin, die Nadel bei der ersten intramuskulären Injektion im Oberarm fast abgebrochen und bei Ansicht eines Unterschenkelgeschwürs fast geko... habe. Irgendwann gewöhnst Du Dich aber daran, empfindest den Geruch oder die Ansicht nicht mehr so schlimm oder merkst sie manchmal auch gar nicht mehr. Wenn Du das nicht ausblenden kannst, hast Du den Beruf verfehlt.

Bestimmt gibt es viele Leute, in jeder Branche, die in ihrem Beruf falsch sind, nur fällt es bei Ärzten eben eher auf.

So geht es den Leuten im Rettungsdienst und in der Pflege ja auch.
Sie wissen vorher das Menschen auch sterben und im Studium und Praktikum werden sie teilweise auch darauf vorbereitet.
Man sollte für den Beruf geschaffen sein und nicht alles so nah an sich ran lassen und auch nach der Arbeit abschalten können.
Das hat teilweise auch mit Abhärtung  zutun.
Wenn du jeden Tag schwerverletzte  oder schwerkranke Menschen siehst, ist das zwar immernoch traurig aber es ist nichts neues mehr und man kann dann emotional davon abstand halten.

Ich denke wenn man diesen Beruf erlernt muss man sich vorher schon bewusst sein dass Menschen am Op Tisch versterben und man muss auch eine gewisse Einstellung dafür haben. Das schlimmste was es gibt ist wenn du deine Patienten gedanklich mit nach Hause nimmst- das würde die Ärzte ihren Beruf aufgrund psychischer Belastung kosten und das wissen die Docs auch sehr gut. Deshalb sollte man immer mit einer Distanz arbeiten.

Wer Arzt werden will, der weiß worauf er sich einlässt. Der Tod gehört immer dazu! Darauf werden Medizinstudenten schon im Studium vorbereitet.

Und letztlich muss man eben dafür geboren sein. Deswegen kann auch nicht jeder Arzt werden.

nein natürlich nicht. Aber sie sind halt für ihren Job geschaffen, heißt sie sind mental stark genug. Ihr Job ist es, Leben zu retten und das liegt nicht immer in ihrer Macht. Würden sie von jedem Todesfall zutiefst betroffen sein, wären sie am falschen Platz.

Das gehört zum Arztsein dazu und entweder man kann damit umgehen oder nicht. Deshalb sollte auch nicht jeder Medizin studieren nur weil er den Schnitt hat, denn die eigentlichen Voraussetzungen sind ganz andere.

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