Wie schädlich ist Cannabis wirklich in der Schwangerschaft?

16 Antworten

Hallo liebe Plitschy100,

Ich will mal versuchen dem Thema Cannabis neutral entgegen zutreten. Ich bin OP Schwester in einem guten Krankenhaus und versuche mal dir den Zustand deiner Freundin zu erklären. . Da es meistens so ist das diese Frauen schon vor ihrer SS kiffen, so ist bereits das THC im Blut vorhanden d.h. die SS ist bereits mit diesem Blut entstanden. Der Sauerstoffgehalt des Blutes ist somit von Anfang an niedriger als bei anderen Frauen. THC lagert sich im Fettgewebe ab, dort wird es gespeichert und nur ganz langsam abgebaut. Es dauert Monate bis diese Substanz aus dem Körper verschwunden ist. Für Süchtige ist es nicht einfach aufzuhören das muss man auch mal ganz klar sagen. Was deine Freundin vielleicht nicht weiss ist das sie eigentlich jetzt schon einen kleinen Entzug durchmacht. Wahrscheinlich hat sie jetzt im Moment sogar ein noch grösseres Verlangen nach Cannabis, denn ihr Körper produziert ab dem 4. Monat 25% mehr Blut d.h. der " High Effekt " ist kürzer und nicht mehr bei der üblichen Menge so intensiv. Wenn man das also mal richtig betrachtet wäre jetzt der richtige Zeitpunkt um aufzuhören, so hätte sie noch gute Chancen das alles " sauber " abläuft. Ich wünsche dir viel Glück bei dem Versuch ihr das klar zu machen, rechne dir aber leider keine guten Chancen aus. Erst eine wirklich auf das Cannabis zurückzuführende Konsequenz würde ihr wahrscheinlich die Augen öffnen oder du müsstest 24h an ihrer Seite sein und sie beschäftigen und gleichzeitig die Launen mit ihr durchmachen. Zerbrich dir nicht zu sehr ihren Kopf würde ich dir raten. Zu den Beiträgen hier: Sucht ist eine anerkannte Krankheit ( die übrigens vererbbar ist ) und gehört professionell therapiert. Vorurteile oder Schubladendenken sind hier nicht angebracht. Mir tun diese Menschen leid, denn sie stoßen überall auf Ablehnung und das sollte es heutzutage nicht mehr geben. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal den Mund halten würd ich sagen.

Hi Plitschy100, zu deinem Thema "Cannabis in der schwangerschaft" ich möchte dir ein kleines Feedback dazu geben. Meine beste Freundin hat auch bis zur 22. SSW täglich gekifft. Nur widerwillig und mit langen Diskussionen hat sie es dann geschafft es bis zum Ende durchzuziehen und ohne jegliche Art von Drogen ihr Baby auf die Welt zubringen, Der kleine kam ohne sichtbaren Schäden zur Welt. Inzwischen ist der kleine 5 Jahre alt, und ja es gibt nun Probleme. Im Kindergarten konnte er sich auch nach 2 Jahren nicht sozial integrieren, er ist sehr aggressiv anderen gegenüber (auch der Mama gegenüber). Man spricht von adhs,schwererziehbar, er kann sich nicht konzentrieren, hat schlafprobleme und ist nur selten zubändigen...man stellt ihn im kommenden Jahr für die Einschulung zurück. Natürlich kann nicht klar und deutlich gesagt werden, das kiffen ist schuld daran, jedoch sollte es werdente kiffende Mamas nachdenklich machen, welche Spätfolgen ganz plötzlich auch im Alter von 3-4Jahren noch auftreten können und was es bedeutet ein Kind mit Entwicklungsstörungen, ADHS oder wie auch immer gr0ß zuziehen, was ohne fachliche hilfe dann schon fast nicht mehr machbar ist. Auch meine Freundin leidet sehr darunter, sie macht sich täglich dafür verantwortlich das sie alleine die schuld trägt, so naiv gewesen zu sein und das kiffen als "harmlos" empfunden und dargestellt zu haben. Ich selber stelle mich auch an den Pranger und gestehe, dass ich in der ersten Hälfte der Schwangerschaft, echt schwierigkeiten hatte den Zigarettenkonsum zu stoppen. Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen

Da manche Leute ohne ein Vorwissen etwas zum Besten geben, hier drei Texte zu diesem Thema für ''Link-faule'' Leute: Institute of Medicine (Medizininstitut der USA) "Studien, die den Zusammenhang zwischen vorgeburtlicher Marihuanaexposition und Geburtsergebnis untersucht haben, haben zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt. Mit Ausnahme von jugendlichen Müttern gibt es wenige Hinweise, nach denen die Schwangerschaftsdauer bei Frauen, die Marihuana rauchen, kürzer ist. Einige Studien mit Frauen, die regelmäßig Marihuana während der Schwangerschaft rauchten, zeigten, dass sie dazu tendierten, Kinder mit einem geringeren Geburtsgewicht zur Welt zu bringen. (...) In den meisten dieser Studien stimmen die Schäden im Zusammenhang mit Marihuanakonsum mit solchen, die mit Tabakkonsum assoziiert sind, überein. Und Rauchen ist ein signifikanter Faktor, so dass der Beitrag der Cannabinoide nicht bestätigt werden kann. Allerdings rauchen jamaikanische Frauen, die Marihuana konsumieren, es selten, sondern sie bereiten es stattdessen als Tee zu. In einer Studie mit Neugeborenen von jamaikanischen Frauen, die während der Schwangerschaft entweder Marihuana einnahmen oder es nicht einnahmen, gab es sowohl drei Tage als auch einen Monat nach der Geburt keinen Unterschied bei der neurologischen Beurteilung des Verhaltens. (...) Seit 1978 hat die Ottawa Prenatal Prospective Study [vorgeburtliche prospektive Studie von Ottawa] die kognitiven Funktionen von Kindern, deren Mütter Marihuana während der Schwangerschaft geraucht haben, untersucht. (...) Die Kinder aus den verschiedenen Marihuanaexpositionsgruppen zeigten keine bleibenden Unterschiede in globalen Maßzahlen der Intelligenz wie etwa Sprachentwicklung, Leseleistung sowie Seh- und Wahrnehmungstests. Moderate kognitive Defizite waren bei diesen Kindern nachweisbar, als sie vier Tage alt waren und erneut im Alter von vier Jahren, aber diese Defizite waren mit fünf Jahren nicht länger sichtbar. Vorgeburtliche Marihuanaexposition war allerdings nicht ohne andauernden Einfluss. Zum Vergleich: in beiden Alterstufen von 5-6 und 9-12 zeigten Kinder in der gleichen Studie, die vorgeburtlich Tabakrauch ausgesetzt waren, signifikant schlechtere Ergebnisse in Tests für Sprachfertigkeiten und kognitive Funktion." Joy JE, Watson SJ, Benson JA, eds. Marijuana and medicine: Assessing the science base. Institute of Medicine. Washington DC: National Academy Press, 1999.

Peter Fried "Die Konsequenzen einer vorgeburtlichen Exposition mit Marihuana sind gering. Der Einfluss während des Schwangerschaftsverlaufs und auf den Neugeborenen wird offenbar erheblich durch andere Risikofaktoren vermindert. Es bestehen Hinweise milder Effekte auf das fetale Wachstum und auf die Funktion des zentralen Nervensystems. Während des Kleinkindstadiums gibt es wenig Anzeichen eines pränatalen Marihuanaeffektes auf Wachstum oder Verhalten. Allerdings bestehen nach dem Alter von drei Jahren deutliche Anhaltspunkte für eine mögliche Assoziation zwischen pränataler Marihuanaexposition und Aspekten des kognitiven Verhaltens, die unter die Rubrik exekutive Funktion fallen. Facetten dieses Konstrukts aus den Bereichen Aufmerksamkeit/Impulsivität und Problemlösungssituationen, die eine Integration und Manipulation grundlegender Fähigkeiten aus dem Seh- und Wahrnehmungsbereich erfordern, scheinen besonders betroffen zu sein. Obwohl die Hinweise konvergieren, besteht wegen der geringen Zahl an Studien, die Kinder über das Alter von drei Jahren hinaus begleiten, dringender Bedarf an gut kontrollierten Untersuchungen in diesem Bereich." Fried P. Schwangerschaft. In: Grotenhermen F (Hrsg.): Cannabis und Cannabinoide. Pharmakologie, Toxikologie und therapeutisches Potential. Huber, Bern 2001.

Franjo Grotenhermen "Es ist unwahrscheinlich, dass Cannabis embryonale bzw. fetale Missbildungen verursacht. Es gibt inkonsistente epidemiologische Befunde zu seinen Wirkungen auf das Geburtsgewicht. Es bestehen deutliche Hinweise auf subtile Entwicklungsstörungen des Gehirns mit kognitiven Beeinträchtigungen bei Nachkommen cannabiskonsumierender Mütter. Es gibt Forscher, die solche Störungen vermuten und solche, die eher davon ausgehen, dass Cannabis keine relevanten negativen Effekte ausübt. Möglicherweise machen sich subtile kognitive Marihuana-assoziierte Störungen erst im Vorschul- bzw. Schulalter bemerkbar. (...) Es wurde keine Beeinflussung der körperlichen fetalen Entwicklung bei Kindern chronischer Cannabiskonsumentinnen beobachtet. Dennoch sollte Cannabis in der Schwangerschaft und bei stillenden Müttern wegen umstrittener Hinweise auf eine diskrete Störung der kognitiven kindlichen Entwicklung möglichst nicht eingesetzt werden." Grotenhermen F. Übersicht über unerwünschte Wirkungen von Cannabis und THC. In: Grotenhermen F (Hrsg.): Cannabis und Cannabinoide. Pharmakologie, Toxikologie und therapeutisches Potential. Huber, Bern 2001. Grotenhermen F. Praktische Hinweise. In: Grotenhermen F (Hrsg.): Cannabis und Cannabi

Was möchtest Du wissen?