wie sah kleopatra womöglich aus? konnte man es feststellen?

5 Antworten

es gibt ein paar zeichnungen von ihr aber ich denke man kann es nicht genau sagen es heißt aber dass sie sehr schön für damals war (aus fundstücken von früher)

Es gibt einige zeitgenössische Darstellungen, die aber natürlich im damals vorherrschenden, sehr stilisierten ... äh... Stil g gehalten sind. Im Wikipedia-Eintrag gibt es einige Hinweise, wo du weiter schauen könntest.

Als Quellen dazu, wie Kleopatra VII. aussah, gibt es neben Abbildungen auf Münzen zusätzlich Statuen und Büsten sowie antike schriftliche Darstellungen, die auf Schilderungen von Zeitgenossen zurückgehen (allerdings deutlich später geschrieben worden sind). Wissenschaftliche Biographien bieten dazu Zugang, neuere Bücher mit Abbildungen bildlicher Darstellungen (auch Münzen):

Christoph Schäfer, Kleopatra. Wissenschaftliche Buchgesellschaft : Darmstadt. 2006 (Gestalten der Antike), S. 254 – 266

Wolfgang Schuller, Kleopatra. Königin in drei Kulturen. Rowohlt, Reinbek 2006, S. 167 – 171

Bei den Münzen wird zwischen zwei Typen unterscheiden, dem alexandrinischen und dem syrisch-römischen (später einsetzend). Vor allem auf den verhältnismäßig späteren Münzen wirkt Kleopatra nicht schön. Die Darstellungen auf Münzen tragen individuelle Züge und sind nicht völlig unrealistisch, also nicht einfach ein rein erfundenes Aussehen. Allerdings gibt es auch Darstellungstraditionen (z. B. neigten die römischen Stempelschneider zu harten und strengen Zügen) und die Abhängigkeit vom künstlerischen und handwerklichen Können. Bei der Nasenform gibt es Abweichungen der Münzen voneinander, die nicht als natürliche Veränderung im Lauf der Zeit verstanden werden kann.

Kleopatra Nase ist auf den Münzen markant, das Kinn vorragend und etwas spitz, beim alexandrinischen Typ gibt es am Hals Venusringe. Die Augen sind groß und tiefsitzend. Auf späten Münzen wirkt Kleopatra insgesamt älter und hat eine auffällige Hakennase. Wolfgang Schuller hält dies für einen Fehler in der Prägung. Christoph Schäfer vermutet wegen der Überlieferung über den Transport in einem Bettsack, Kleopatra sei ziemlich klein gewesen (und wohl zeitweise auch etwas pummelig – eine Diät im Jahr 35 v. Chr. wird überliefert).

Statue und Büsten können zusätzlich herangezogen werden, wenn die Identifizierung klar ist. Dabei gibt es ebenfalls eine Abhängigkeit von der Qualität der Künstler und der Darstellungsabsicht (eher realistisch, stilisierend oder idealisierend). Kleopatra wirkt schon eher gutaussehend (in einigen bildlichen Darstellungen hübsch), aber nicht sensationell und spektakulär schön.

Darstellungen in ägyptischen Stil halten sich an traditionelle Schematik und sagen nichts über das individuelle Aussehen aus.

Anhaltspunkte ergeben dagegen Marmorköpfe von Büsten, die mit großer Wahrscheinlichkeit Kleopatra darstellen (in den Vatikanischen Mussen, Im Altem Museum Berlin und im Privatbesitz des französischen Kunstsammlers Guy Weill Goudchaux).

Kleopatra trägt einen Stirnreif (Diadem), hat eine nicht unprortionierte Nase mit ausgeprägten Nasenflügeln, etwas wellenförmige Lippen (Unterlippe verhältnismäßig groß) und ein eher spitzes Kinn. Sie hat eine Melonenfrisur mit Locken und einem Nackenknoten.

Kleopatra ist bei einigen Gelegenheiten im Stil einer Göttin (Isis, Aphrodite, Venus) aufgetreten.

Wer ihre Mutter war, ist nicht überliefert. Nach der väterlichen Abstammung gehörte sie zur Familie der Ptolemaier, die makedonischer Herkunft war.

Cassius Dio, 42,34,4-5 (2./3. Jahrhundert n. Chr.) sagt über Kleopatra in der Zeit, als sie mit Gaius Iulius Caesar zusammentraf: „Sie war ja überhaupt eine Frau von einzigartiger Schönheit und damals in der Blüte ihrer Jugend besonders berührend. Auch führte sie eine sehr gepflegte Sprache und verstand es, jedermann auf gewinnende Art zu begegnen. Herrlich war es, sie anzuschauen und ihr zu lauschen, und so konnte sie jeden, selbst einen liebessatten Mann in bereits vorgerücktem Alter, sich gefügig machen.“

Plutarch, Marcus Antonius 27,2-3 (1./2. Jahrhundert n. Chr.) ist etwas zurückhaltender (und wohl den Tatsachen näher) und hält ihr bloßes Aussehen nicht für unvergleichlich hervorragend, sondern ihre Gesamtausstrahlung: „Ihre Schönheit an sich fand wohl ihresgleichen und vermochte nicht, durch den bloßen Anblick zu betören, in der Unterhaltung übte sie dagegen eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Der Zauber ihrer Rede, die geistige Anmut ihres ganzen Wesens verliehen ihren Reizen einen Stachel, der sich tief in die Seele eindrückte. Ein Vergnügen war es auch, dem Klang ihrer Stimme zu lauschen. Ihre Zunge glich einer vielsaitigen Leier; denn sie handhabte jede Sprache in der gleichen Vollendung." Charme, Beherztheit und Schönheit verbanden sich (vgl. Plutarch, Marcus Antonius 83,3).

Kleopatra war gutaussehend, aber wahrscheinlich nicht herausragend schön und keine in jeder Hinsicht perfekte Verkörperung bestimmter Schönheitsmaße und Proportionen. Ihre Anziehungskraft beruhte nicht nur auf optischen Reizen, sondern wurde durch zusätzliche Eigenschaften gesteigert.

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