Wie sah der Checkpoint Charlie wirklich aus?

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Grausamer Ort, grell erleuchtert Nachts, die Grenze zwischen freie Welt und Willkür der Parteibonsen. Bin damals dadurch zu Gucken nach Ost-Berlin gegangen, ich habe regelrecht die Kälte des regimes gespürrt, jedes schritt hin ein bißchen mehr. Es lief mir den Rücken kalt runter, hatte Lust kehrt zu machen, wegzurennen.

Verschlossene Gesichter der Grepos, die Waffen überall, die Wachturmen, die Paßkontrolle, mit versteinerter Miene des Beamten/Soldates. Und bitte nicht darüber lachen, sonst konnte man Stunden lang festgehalten werden. Ist mal einem Lehrer von mir passiert, 8 Stunden hat er dabei verloren.

Und da sind auch Fluchtversuche gescheittert, Leute an- und erschossen worden.

Ich mag nur die übriggebliebene Hütte auf die westseite. Den Kontrollpunkt selbst vermisse ich nicht.

Du bist dann aber kein Berliner, oder? Meines Wissen war Checkpoint Charlie für West-Berliner nicht durchgängig oder irre ich mich da? Aber... Sehr schöne Umschreibung!

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Mortimer,wie schrecklich!!!was hast du durchgemacht!ein glück ist die hütte auf DIE westseite geblieben.

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@sahara

@Zwenne: Ich bin sogar Alt-Berliner, seit 20 jahren hier lebend, nur aus Frankreich hergezogen. Und daher, als... "Ausländer", ich bevorziehe das Wort "Nachbar", dürfte ich wohl durch den Checkpoint...

So habe ich diesen scheußlichen Ort erlebt.

@Sahara: Ich meine es ausnahmweise ernst, das war kein Spaß.

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@Mortimer

na wenigstens hab ich mich nicht geirrt, dass ich als "UR-"Berliner nicht dort rüber konnte

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@Zwenne

@Zwenne: Stimme zu , Du konntest das nicht aus meiner Antwort herauslesen. Es ist für mich so selbstverständlich, gleichzeitig Franzose und Berliner zu sein, ich vergesse öfter dies zu erwähnen. ;-)

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Auf DDR-Seite grosser übergang. Wurde dort von Volspolizei bewacht, da häufig provokationen von westlicher seite. Provokateure und Volkspolizisten standen sich auf Augenhöhe gegenüber. dierkt an der weissen linie. häufig auch darüber. Die Westberliner Polizei hatte dort häufig Einsätze . Musste Personen von der weissen linie entfernen. häufig auch darüber,schon auf DDR-Gebiet. Da die DDR Volkspolizisten westlichen Demonstranten nur ungern zwangsräumte. Am Checkpoint Charlie war zu DDR irgendwie immer was los. Die meisten Provokateure waren ehemalige und hasserfüllte DDR-Bürger. DDR Volkspolizisten wurden häufig tätlich angegrifren. Auch mit Flaschen.Bierdosen usw beworfen. An Sylvester auch Feuerwerkskörper über die Mauer geworfen. Raketen auf Wachtürme gschossen. Es wurden auch zb. vergiftete Köder für DDR-Wachunde über die Mauer oder andere Grenzanlagen geworfen. Aber auch Müll usw.An manchen stellen konnte man DDR-Grenzposten genau sehen. Nicht überall war nur hohe mauer. Sondern auch Metalkgitterzäune usw

Vom Westen aus sah er wirklich nicht berauschend aus, zumal an dem "Sie verlassen den Amerikanischen Sektor"-Schild quasi das "Ende der Welt" war. Die Ostseite hab ich damals nicht kennengelernt, die Westseite? Nun ja..., die nächste Ecke ist die Kochstrasse, da war zu Mauerzeiten schon eine Menge Verkehr, in die Friedrichstrasse reinfahren zum Checkpoint war nicht wirklich möglich. Am besten, solltest du nach Berlin kommen, besuche

mal das Museum "Haus am Checkpoint Charlie", dass ist echt sehenswert.

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@Zwenne

auch das Allierten-Museum in Zehlendorf ist interessant und sehenswert

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@schurke

War ich leider noch nicht, muss ich mir mal antun...

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