Wie sage ich meinen Eltern, dass ich keine Muslimin sein will, sondern respektiert werden will?

10 Antworten

Wenn du mit deiner Familie nicht brechen und zuhause eine halbwegs erträgliche Atmosphäre haben willst, gehe Diskussionen über religiöse Fragen aus dem Weg.Was du glaubst oder nicht, ist allein deine Sache, du musst es niemandem sagen.

Versuche die praktischen Probleme von Fall zu Fall zu regeln, ohne dich dabei auf Religion zu beziehen, wenn es sich vermeiden lässt.

Zum Beispiel Schwimmen: Was meinst du mit dem "komischen Anzug"? Den Ganzkörperanzug? Der ist natürlich eine Zumutung. Aber wie wär's mit einem normalen Badeanzug (Einteiler) statt Bikini? Die sind ohnehin praktischer zum Schwimmen. Versuch das bei deinen Eltern durchzusetzen, ohne mit "ich bin Agnostikerin" zu argumentieren. Das ist gar nicht notwendig, es gibt schließlich auch Musliminen, die Badeanzüge oder Bikinis tragen. Ist nur eine andere Auslegung seiner Religion.

Dass es in deiner Familie kein Schweinefleisch gibt, ist nicht so schlimm, es gibt schliesslich viele andere Fleischsorten, und Schweinefleisch kannst du ja ausserhalb essen. Stell dir vor, deine Eltern wären Vegetarier, da bekämst du zuhause überhaupt kein Fleisch.

Komplizierter ist's mit dem Fasten. Isst du ausschliesslich zuhause, oder auch in der Schule? In letzterem Fall könntest du den Zuständigen dein Problem erklären, und die finden vielleicht eine Lösung, dass du im Ramadan dort essen kannst, ohne dass deine Eltern es erfahren. Oder du schaffst dir beim nächtlichen Essen diskret was zur Seite, das du am nächsten Tag in die Schule mitnimmst. Und Wasser kannst du ohnehin überall trinken.

Du kannst bezüglich Fasten aber auch ganz offen Widerstand leisten, denn du musst ja nicht alles hinnehmen, und es ist nun mal Pflicht der Eltern, ihr Kind ausreichend zu ernähren. Das kann du ihnen auch gern von einem Vertrauenslehrer oder Mitarbeiter des Jugendamts erklären lassen. Aber kommt halt drauf an, wie konfliktbereit du bist.

Mein Rat wäre: Schliesse Kompromisse, wo es möglich ist, ohne dich zu sehr zu verbiegen. Und kämpfe in Punkten, die dir wichtig sind, um dich durchzusetzen.

Du könntest ggf. dich an einen Lehrer oder die Eltern einer guten Freundin oder Freund wenden, ob diese ggf. mal mit deinen Eltern sprechen könnten.

Leider hängt es von deinen Eltern ab.

Spätestens mit 18 Jahren könntest du deinen eigenen Weg gehen.
Der Bruch mit der Familie ist aber sehr hart, also ist es vermutlich leider besser, sich mehr oder weniger zu beugen. Vielleicht kann ein Gespräch einen Kompromiss finden.

Kann leider / glücklicherweise nicht aus Erfahrung sprechen, da mein gesamtes Umfeld sehr offen und frei denkt und handelt.

Ich denke, am Ende, wenn ihre Eltern so gar nicht kooperativ sind, wird es zum Bruch kommen müssen. Super traurig

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@Fobo2019

Fürchte ich auch. Im Jugendamt kannst sie sich sicher auch beraten lassen und sich ggf. von Freundinnen / Freunde oder deren Eltern begleiten lassen. Dann ist sie nicht ganz allein in der Situation.

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@hilfe147

Wir können das gar nicht einschätzen. Ich hoffe, dass deine Eltern dich lieben und dein Wohl an erster Stelle steht, leider gibt es auch die Extremfälle, die die Kinder verstoßen oder schlimmeres. Ich hoffe, du kannst deine Eltern dementsprechend einschätzen. Wenn dein Vater viel erlebt hat, sollte er hoffentlich auch Kompromiss bereit sein, weil er sich für dich ein besseres Leben wünscht.

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Ich denke, du bist da in einer brenzlichen Situation denn deine Eltern sind von ihrem Glauben erstens sehr überzeugt und dazu noch sehr blockiert. Wären sie etwas "moderner" im Denken, wäre es einfacher.

Die Gefahr besteht hier jetzt das sie dich, wie immer, nicht ernst nehmen und ignorieren. Dich aber dann auf anderen Wegen bestrafen können. Wie extrem das sein wird, weiß man ja nicht. Ich weiß nur das viele Familien, wenn die Tochter nicht so springt wie sie pfeifen, das alles andere als toll finden.

Würdest du zum Beispiel einen Freund haben, im Bikini schwimmen gehen oder Schweinefleisch essen, dann wäre es eine Schande in der Gesellschaft und sie würden sich wegen dir schämen.

Deswegen rate ich dir, nach deinem ja schon missglücktem Versuch mit deiner Mutter, jemand anderes hinzuzuziehen. Vielleicht einen vertrauten Lehrer oder einen Sozialarbeiter. Wenns ganz schlimm kommt, geh zum Jugendamt, die werden dir auch helfen. Man könnte dann Gespräche in der Runde führen wo deine Eltern nicht ausflippen können.

Ich speziell, finde es toll, das du trotz deiner sehr konservativen Wurzeln den richtigen Weg für dich finden möchtest. Religion sollte frei wählbar und nicht vorgesetzt sein.

Alles Gute wünsche ich dir!

LG,

Nadine

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke für diese Antwort. Ja Gewalt und so ist auch noch eine Sache. Meine Angst ist es durch das Jugendamt und so meine Familie zu verlieren, was ich auch nicht möchte.....

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