wie sage ich ,19, meinen eltern, dass ich depressiv bin und wirklich ihre hilfe brauche, wenn ich es ihnen schon direkt gesagt habe?

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6 Antworten

Liebe Internoniton, ich könnte mir vorstellen, dass deine Eltern mit deiner Situation einfach überfordert sind. Womöglich erinnerst du sie mit deinen Themen an eigene verdrängte Gefühle, mit denen sie sich nicht auseinandersetzen wollen und können. Von daher wäre es wichtig, dir andere Personen zu suchen, denen du dich anvertrauen kannst. Da wären z. B. mal Selbsthilfegruppen (googel mal Coda Deutschland), Freunde oder eben ein Therapeut. Was mir außerdem aufgefallen ist, bei dem was du geschrieben hast: Einerseits möchtest du sterben, andererseits machst du dir Sorgen um deine berufliche Zukunft. Du scheinst also schon einen Willen zum Leben zu haben, das ist schön. Sterben wollen und Selbstmordgedanken kenne ich auch, manchmal wollte ich schlimme Gefühle einfach nicht mehr haben, es war wie ein Fluchtwunsch aus meinem Leben. Es dann aber in die Tat umzusetzen, so weit ging es nie. Ich tat mir immer selbst zu sehr leid. Vielleicht geht es dir ähnlich, also gib nicht auf, bleib dran und mach kleine Schritte, wie z. B. eine Selbsthilfegruppe suchen. Was mir auf meinem Weg sehr geholfen hat, waren Familienaufstellungen. Da könntest du auch mit deinen Eltern zusammen hingehen, wenn sie bereit sind, so etwas zu machen. Man kann in so einer Aufstellung sehr gut sehen, womit die eigenen Symptome wirklich zu tun haben und wie man da raus kommt. Googel das mal oder schau hier: http://www.sorge-dich-nicht-liebe.de/familienaufstellung. Zum Schluss will ich dir noch sagen: Im Zuge des Erwachsenwerdens haben viele Menschen solche Phasen, wie du sie gerade erlebst. Versuch es anzunehmen und es dir trotzdem so gut gehen zu lassen, wie möglich. Meine Vorrednerin hat ja da viele gute Anregungen gegeben. Ich wünsche dir viel Mut und viel Kraft und alles Gute auf deinem Weg, Jeannine

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Hi du!

ob du es glaubst oder nicht, ich habe gerade Tränen bekommen, als ich mir deinen Text durchgelesen habe. Er hat einfach perfekt meine derzeitige Lebenssituation widerspiegelt. Ich weiß wie du dich fühlst, ich weiß wie aussichtslos das Leben in einer derartigen Lage sein kann. Bei mir zum Beispiel geht gerade alles schief. Ich bin erst 17 Jahre alt und mein Vater ist vor zwei Wochen gestorben, Bekannte sterben, ich habe mit viel Stress umzugehen, Menschen in meinem Umfeld machen mir Druck etc. Manchmal muss ich mich förmlich 'aufwecken', um wieder etwas Lebenssinn zu bekommen. Ich muss mich daran erinnern, wieso ich lebe, was mein Leben lebenswert macht und für wen ich kämpfe. Mir hilft es, mir immer wieder neue Ziele zu setzen und an diese hinzuarbeiten. Zum Beispiel möchte ich unbedingt eine neue Sprache lernen oder meinen Führerschein machen und einen Ausflug mit dem Auto machen. Das sind Dinge, die mich immer wieder aufmuntern, wenn es mir so schlecht geht, dass meine Sinne taub werden. Steh jeden morgen auf, nimm dir ein Blatt Papier zur Hand und schreibe dir fünf Dinge auf, für die du dankbar bist. Sei froh, dass du solch wunderbare, unterstützende Eltern hast und ehre sie solange du noch kannst. Ich wünschte ich könnte das noch. Aber bei mir ist es zu spät. Mach auf jeden Fall alles nötige, um dich in eine positivere Stimmung zu bringen. Probier neue Dinge aus, auch wenn du im ersten Moment nicht viel davon hältst. Meditiere, lies motivierende Bücher(!!), sieh dir motivierende, positive Filme und Dokumentationen an, dreh laut deine Lieblingsmusik auf, zeichne und vor allem - etwas, was mir unglaublich hilft - schreibe! Ich schreibe lange Texte über Gott und die Welt, erfinde Geschichten etc.

Bleib stark und lass den täglichen Stress nicht zu tief in deinen Kopf. Umgib dich mit Leuten, die dir gut tun und falls nötig, besuche einen Psychiater. Er wird dir helfen! Und nein, dein Arbeitgeber wird nichts davon erfahren. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Konzentriere dich erst einmal auf dich. Was DIR gut tut. Und zieh diese Sache durch.

Viele liebe Grüße!

Nina

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Kommentar von Internoniton
17.06.2016, 13:03

danke nina. es tut mir leid, dass du ein schweres Leben im Moment hast und ich finde es beeindruckend was für eine Stärke und Unerschütterlichkeit du ausstrahlst, wenn du davon erzählst was du vorhast und was du tust um dir dein Leid erträglich zu machen. Das finde ich faszinierend- ich wünsche dir von Herzen alles gute und verspreche dir,  mir deine Ratschläge zu Herzen zu nehmen.

P.S.: Dass du immer noch anderen Ratschläge erteilst und so selbstlos über deine Schwierigkeiten hinweg siehst, um mir zu helfen ist einfach nur toll. vielen dank

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Die Krankenkasse darf sowas nicht weitergeben. Das als erstes. Mit 19 brauchst du dir ja au h keine hilfe oder Unterstützung vom Jugendamt oder ähnliches holen. Ich würde "einfach" zum Neurologen mit Fachrichtung Psychologie Psychiatrie und Psychotherapie gehen. Ggf mit Hilfe der Krankenkasse oder deines Hausarztes. Bei diesen Ärzten bekommt man oft nur schwer nen Termin... also möglichst zeitnah den Schritt gehen die können wirklich helfen. Sowohl bei der Situation mit deinen Eltern als auch mit der Grundsituation... viel Glück

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Videospiele helfen nicht, sie verstärken nur jede Depression.

An einem Psychotherapeuten und einem Psychiater wirst du nicht vorbei kommen.

Solange du nicht verbeamtet werden willst, ist eine Depression kein Problem. In deiner Lage wäre dir das aber ohnehin nicht möglich.

Ich könnte deinen Text auch ganz durchlesen und dir meterlang antworten, das würde dich aber nur für einen kurzen Moment beruhigen. Internet heilt keine Depressionen, schalt deinen sche*ss Computer aus, nimm den Telefonhörer in die Hand und ruf einen verdammten Psychiater an.

Ein Psychotherapeut (Gesprächstherapie) wäre auch sehr ratsam, hier sind aber sehr lange Wartezeiten zu erwarten. Ein Psychiater kann hier akut mit Medikamenten die erste Hilfe leisten.

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Gehe mal zu einem Psychiater und lasse dich untersuchen.
Und nein, kein Arbeitgeber erfährt etwas von der Krankenkasse

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Wenn ein 2. Gespräch nicht hilft, solltest du wirklich zum Psychiater gehen, mit ihm über deine Probleme reden und mal eine Familiensitzung mit ihm veranstalten. Dann sollten deine Eltern dich ernst nehmen, wenn ein Psychiater deine Worte bewahrheitet und mit ihnen spricht.

Andernfalls, wenn du sofort Hilfe und mehr Ideen für Lösungen brauchst, rufe doch mal dort an:

Telefonseelsorge in Deutschland:

+49 (0)800 111 0 111 (gebührenfrei)

+49 (0)800 111 0 222 (gebührenfrei)



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