Wie sag ich meiner Mutter am besten, dass ich zu einem Psychologen möchte?

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8 Antworten

"Ich kann ja schlecht einfach sagen, [...]"

Doch, eigentlich kannst du exakt dies tun. Du hast in deinem Eingangstext alles benannt, was für eine Therapie spricht und auch das benannt, was dich seit womöglich Jahren schon schwer belastet. Das ist schlussendlich der aktuelle Status Quo und diesen muss man auch nicht schön oder kleinreden - er ist da, er belastet dich und du möchte die nötige Unterstützung, um das zu bewältigen.

Es wäre, so denke ich, natürlich sehr ratsam, wenn du nicht alles wie eine Flut über deine Mutter ergießt. Sie wird ebenfalls Zeit brauchen, um erst einmal zu verarbeiten, was du ihr eigentlich gerade erzählst und diese Zeit sollte man ihr auch geben.

Dafür ist es insbesondere wichtig, dass du ihr nicht zwischen Tür und Angel mal schnell alles erzählst. Nehme dir einen Zeitpunkt, der etwas Ruhe inne hat. Es ist Feierabend, die arbeiten des Tages sind soweit gelaufen und man hat Zeit und Ruhe, ohne sich hetzen zu müssen. Eine gute Basis, denn nur so habt ihr beide genug Zeit, um auch miteinander sprechen zu können. Ich halte es persönlich für den besten Schritt, zu solch einer Zeit, auf sie zu zugehen und zu fragen "Hey Mama, ich würde gerne mit dir über etwas sprechen, wenn du Zeit hast kannst du ja kommen - ist mir wichtig." - Ende. Natürlich kannst du auch diese Bitte um ein Gespräch per WhatsApp verschicken oder ähnlichem - das steht dir frei.

So gibst du zwar vor, dass es eilt aber gibst ihr die Zeit, den Zeitpunkt zu wählen, an dem sie auch wirklich den Kopf frei hat.

Wenn ihr dann zusammensitzt, würde ich zuerst das Ziel benennen und das heißt: "Ich möchte zu einem Therapeuten."
Der Grund dafür ist relativ simpel, es geht einfach darum zu schauen, ob deine Mutter nicht eventuell sogar schon die Vermutung hatte, dass etwas womöglich nicht stimmt und außerdem ist damit der Rahmen für das Gespräch vorgegeben - anschließend widmet man sich dann den W-Fragen. Was ist passiert? Warum möchtest du das? et cetera.

Das bringt etwas Struktur in das Gespräch und lässt es nicht so wirr und konfus erscheinen. Es ist eh schon sehr schwer, ein Gespräch über solch ein Thema zu führen, da schadet also ein wenig Struktur nicht.

Wenn du dann anfängst zu erzählen, solltest du zwar nicht lügen aber auch nicht zu drastisch werden. Versuche es ihr nach dem "ehrlich aber schonend"-Prinzip beizubringen. Ein Beispiel:

"Ich will nur noch sterben!"

"Ich habe immer wieder mit Suizidgedanken zu kämpfen."

Da liegt der Hund begraben. Die Zweite Formulierung zeigt, dass du dagegen ankämpfst respektive ankämpfen willst und die Sachlichkeit der Formulierung, lässt es auch nicht so drastisch wirken, wie die erste Formulierung. Das meine ich, mit ehrlich aber schonend. 

Während des Gesprächs wird sich dann nach und nach alles ergeben. Achte du nur darauf, deine Mutter nicht mit zu viel Informationen, ich bezeichnete es vorhin als Flut, zu überfordern - in kleinen Schritten vorwärts gehen, ist hier die Devise. Gebe ihr ein paar Informationen und dann schaue erst einmal, wohin sich das Gespräch entwickelt. Ihr habt die Zeit, denn diese muss man sich für sowas einfach nehmen. 

Warum glaube ich, dass dieser Weg der womöglich Beste ist?

Dein Text hinterlässt mich mit dem Eindruck, dass du keine schlechte Beziehung zu deiner Mutter hast, womöglich sogar eine sehr gute. Unter diesen Umständen kann man seinen Mut zusammen nehmen und das direkte Gespräch suchen. Natürlich besteht auch immer die Möglichkeit alles, in einem Brief verpackt, zu erklären, jedoch würde ich das direkte Gespräch immer bevorzugen.

So habt ihr die Möglichkeit auch direkt miteinander zu sprechen und man vermeidet die Situation, dass deine Mutter den Brief oder die Nachricht zu einem ungünstigen Zeitpunkt öffnet - zum Beispiel zwischen Tür und Angel, in einer stressigen Situation.

Auf diesem Wege könnt ihr euch gleich aussprechen und habt gemeinsam einen großen Schritt hinter euch gebracht. Das erfordert Kraft und Mut aber ich denke, dass du dies aufbringen kannst. Es lohnt sich, denn so ein klärendes Gespräch nimmt unfassbar viel Last von den Schultern und kann ungemein befreiend sein - für beide, auch wenn es sicher nicht immer leicht ist.

Wenn du Fragen hast, rund um das Thema Therapie, zum Beispiel wie du einen Therapeuten finden kannst, was eigentlich bei einer Therapie passiert et cetera, kannst du dich gerne bei mir melden - neben einem Kommentar findest du in meinem Profil Kontaktmöglichkeiten. Ich bemühe mich so schnell wie möglich zu antworten.

Weiterhin wünsche ich dir alles Gute für das Gespräch mit deiner Mutter und deinen weiteren Weg, in der Hoffnung das dir die Unterstützung zuteil wird, die du gerne möchtest. 

Liebe Grüße.

Wenn dann suche ein Gespräch mit ihr soetwas zu schreiben ist nicht gut. 

Du kannst dich auch an deinen Hausarzt wenden und dich ihm anvertrauen. Kannst ja mit deiner Mutter zusammen hingehen. 

Der Hausarzt kann dir da auch schon sehr gut weiter helfen und wird dich wenn nötig überweisen. 

Ich denke, dass es schon gut wäre, mit Deiner Mutter zu reden, musst es ja nicht gleich so krass formulieren, wie in Deiner Frage😉. Mütter haben die Angewohnheit, ihre Kinder saugern zu haben, und wenn sie Bescheid weiß, wird sie Dich nach dem ersten "Schock" bestimmt mit all ihrer Kraft unterstützen, dass es Dir wieder besser geht. Auch wenn es Dir im Moment vielleicht nicht so vorkommt, kann einem die Familie eine große Stütze in schwierigen Zeiten sein. LG und gute Besserung Arethia

Du bist gar nicht verpflichtet ihr etwas davon zu erzählen. In deinem Alter müssen die Ärzte auf deine Bitte hin Stillschweigen bewahren. Wenn du nicht mir ihr darüber reden willst dann musst du das auch nicht.
Wenn du dir selbst Hilfe bei jemandem suchen willst der dir helfen kann ist das schon die richtige Richtung - du fängst an eigene Entscheidungen zu treffen. Daran wächst man.
Eventuell könntest du dir selbst offen lassen ob du deiner Mutter etwas davon erzählst wenn du mehrmals bei einem Arzt warst und dich besser fühlst :) Aber wiegesagt müssen tust du da nix.
Hauptsache ist, dass es dir mal besser geht. Und wenn das auch bedeutet, dass deine Mutter nicht mit einbezogen wird dann ist das so.

Hoffe das war nützlich für dich

Da Du ja vermutlich noch eine Schule besuchst, wäre folgender Weg möglich: Du gehst zum Beratungslehrer und bittest  um einen Termin beim Schulpsychologen. Du musst dem Beratungslehrer nicht erzählen, worum es geht. Vielleicht kannst Du den Schulpsychologen auch direkt erreichen. Schau mal auf das sog. "schwarze Brett", da steht vielleicht seine Kontaktadresse.

Mach dir nicht zu viele Gedanken, wie du es ihr sagst, wichtig ist, dass du es ihr irgendwie sagst und so die Hilfe bekommen kannst, die du brauchst. also ich würde ihr keine unpersönliche Whatsapp oder so schreiben, sondern von Angesicht zu Angesicht, aber welchen Ton, welche Wortwahl, wie direkt... alles nebensächlich 

Wenn du es ihr nicht "ins Gesicht" sagen kannst und ernsthaft über deine Gedanken mit ihr reden kannst, wie wäre es dann mit einem Brief in dem du deine Gedanken vielleicht offener darstellen kannst und ihn ihr dann gibst? :)

Nein das ist nicht doof, wenn du dich schämst ihr das zu sagen ist das ok. Schreib ihr ne Whatsapp-Nachricht und geht dann zum Psychologen. Sie wird bestimmt Verständniss Dafür zeigen.

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