Wie rentieren sich keystores?

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Hallo Desire22,

ich fürchte, eine generelle Aussage zu Keystores kann ich nicht treffen. Jedoch kann ich zur Praktik allgemein festhalten, dass generell große Publisher Erstausstatter preistechnisch so beliefern, das mit der der normalen Gewinnspanne der UVP ein angemessener Gewinn entsteht, daher ist die Frage durchaus berechtigt. Viele Keystores setzen auf Keys aus dem Ausland, wo auf Grund der wirtschaftlichen Lage (Stichwörter: Kaufvolumen, Kurse ...) diese deutlich billiger sind als in den von der Währung her stark positionierten westlichen Staaten. Von der juristischen Seite betrachtet, wird man Leute, die in Keystores kaufen, kaum drankriegen, da zum einen meistens keine Generatoren verwendet werden und die Schutzmaßnahmen zum anderen schwach sind (Sperre für regionale Keys auf Steam insbes. russische (davon ist MMOGA aber ausgenommen, die arbeiten g.T. mit europ.) usw.), obwohl sich Publisher in ihren AGBs durchaus dagegen zu Wehr setzen. Trotz einiger kritischer Rückmeldungen (Google das ruhig mal), scheint der Großteil der Transaktionen reibungslos zu laufen. Jedoch sollte man von der moralischen Seite ganz klar festhalten, dass der gezielte Erwerb von Keys in derartigen Stores bestenfalls fragwürdig ist. Dazu muss der steuertechnische Hintergrund verstanden werden.

Hier ein Auszug aus dem Ministerrat der EU: Der Ministerrat der EU ue.eu.int/de/summ.htm hat am 7. Mai 2002 die Regelung der mehrwertsteuerlichen Behandlung elektronisch erbrachter Dienstleistungen beschlossen. Damit wurde der Wettbewerbsnachteil (…) beseitigt, teilte die Kommission europa.eu.int/comm (…) mit. Die neue Regelung in Form einer Richtlinie und einer Verordnung geht von dem Grundsatz aus, dass die Mehrwertsteuer für digitale Produkte und Dienstleistungen in dem Land erhoben werden, in dem der Verbrauch erfolgt.

Also, einfach mal auf die Rechnungen (wenn es die überhaupt gibt, das Fehlen deutet schon auf illegale Transfers an; auf einer Rechnung MUSS Rechnung mit erbrachter Leistung und Teilnehmern … inkl. der im Land der Niederlassungen notwendigen Registrationsnummer draufstehen) in solchen Stores schauen, was draufsteht. Abschließend läst sich festhalten, dass generell Praktiken, in denen du als Kunde rein subjektiv wesentlich mehr sparst als überhaupt möglich, dies immer zum Schaden von jemand anderem ist (sei es der Staat, die Entwickler oder auch der Kunde, wenn dieser übers Ohr gehauen wird). Es gibt Gesetze und es wird immer Lücken geben.

Aber nicht all diese Stores sind halblegal und ich möchte auch nicht davon abhalten, nach guten Angeboten zu suchen. Eine gute Hilfe zur Orientierung: Hat ein Unternehmen in der AGB/ dem Impressum/ der Rechnung o.ä. den (Mehrwert-)Steuer-Punkt mitaufgenommen und verweist nicht auf die Zuständigkeit und die Angaben von Drittlieferanten (gerne praktiziert) oder Vermittlungsverträge, gibt eine Niederlassung im europ. Raum an oder läst sich sogar in Handelsregistern ermitteln, dann ist man dort mit großer Wahrscheinlichkeit an einem seriösen Händler. Wenn ich hier näher ins juristische Detail gehen wollte, wäre ich in 2 Stunden noch nicht fertig.

Ich hoffe, dass ich dir mit deiner Frage helfen konnte

Mit freundlichen Grüßen

Theneae

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