Wie reiche ich eine Klage ein?AGG?

5 Antworten

Wo genau sieht er denn dort den Verstoß gegen das AGG? Ich mein, eine langsame Verwaltung oder Führungsebene, schlechte Strukturen oder sonstiges, was zu verzögerten Antworten führt, ist keine Diskriminierung, sondern einfach nur eine schlechte Unternehmensführung ;). Dagegen kann man nicht klagen.

Und wirklich klagen kann er auch erst, wenn er tatsächlich abgelehnt wurde UND dann in irgendeiner Form gerichtsfest nachweisen kann, dass diese Ablehnung auf einem der Gründe, die im AGG verboten sind, basiert. Etwas, was nahezu unmöglich ist, sofern nicht massive Schnitzer in der Stellenausschreibung gemacht oder entsprechende Aussagen vor Zeugen getätigt wurden...

Sollte er sich dennoch nicht von dieser Idee abbringen lassen, wäre der Weg zum Anwalt für Arbeitsrecht der sinnvollste und richtige. Dort kann er dann aber wahrscheinlich eine dreistellige Summe dafür löhnen, dass der Anwalt ihm erklärt, dass seine Klage keine Aussicht auf Erfolg hat...

Kann man auf irgend eine Art und Weise diese schlechte Unternehmenführung an den Pranger stellen, ohne dass man jursitisch belangt wird?

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@MarkusBergmann

Nicht so ohne weiteres. Ihr wisst ja gar nicht genau, ob und was dort konkret schlecht läuft in dem Unternehmen. Da wären wir also beim Thema Verleumdung.

Dein Bekannter sollte es einfach mal so betrachten, dass so ein schlecht organisiertes Bewerbungsverfahren ein wunderbares Warnsignal ist, dass in diesem Unternehmen einiges nicht ganz rund läuft. Sprich, so kann er rechtzeitig einen Haken an diese Bude machen und sich um andere Jobs bemühen. Das ist doch viel besser als wenn man das erst nach einigen Monaten, die man dort arbeitet, merkt und dann den ganzen Ärger mit Jobsuche, Kündigung und Co. hat. Aktuell werden Fachkräfte (und mit Assessmentcentern sucht man ja nun normalerweise nicht nach ungelernten Hilfskräften für's Lager) in so vielen Branchen an so vielen Orten dermaßen händeringend gesucht, dass man sich da wirklich nicht unbedingt auf solche Buden einlassen muss, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen. Also, Kopf hoch, Haken dran, weiter bewerben!

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@HappyMe1984

Finde dein Kommentar spitze. Auf den Punkt gebracht! Echt verdammt schade, nachdem was er alles da reingesteckt hat....aber gut...

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Er muss nachweisen, dass er aufgrund seiner Herkunft hingehalten wird. Wenn die Firma nur einen anderen "biodeutschen" Bewerber auch so hinhält, hat sich das mit der Klage.

Er wird nur hingehalten und ihm werden nur leere Versprechungen gemacht. Man behandelt ihn nicht wie es sich gehört und dagegen will er vorgehen. Was sind seine Optionen?

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@MarkusBergmann

"Man behandelt ihn nicht wie es sich gehört " . Schlechtes Benehmen ist was völlig anderes als Diskriminierung.

Was heißt, sie melden sich zu einem gegebenen Zeitpunkt? War denn die Stelle zu einem bestimmten Startpunkt ausgeschrieben? Oder ist er einfach nur in einem Bewerberpool gelandet, wo man sich potentielle interessante Mitarbeiter sammelt?

Ansonsten würde ich mich als Arbeitnehmer fragen, ob ich Lust hätte, in nem Laden zu arbeiten, der so langsam tickt und offenbar keine klaren Ansagen machen kann. Und mich schon mal woanders bewerben.

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@Stellwerk

Kann man auf irgend eine Art und Weise diese schlechte Unternehmenführung an den Pranger stellen, ohne dass man jursitisch belangt wird?

Sie haben ihn einen Tag genannt, an den sich sich melden würde. Das erste mal vertröstet auf weitere Wochen und das zweite mal erst gar nicht gemeldert. Ja, aber würden sie den Bewerber so lange halten wollen - vor allem ist das ja auch geld und zeit vom U dass flüten geht?

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@MarkusBergmann

Keine Ahnung, was im Einzelnen dahinter steckt. Ich musste dieses Jahr für ein Projekt eine Stelle ausschreiben, deren Ausschreibungen dann während der laufenden Bewerbungszeit kurzfristig auf Eis gelegt wurde mit Option auf Wiederaufnahme, was dann wiederum ein paar Wochen später kam. Ich hatte da auch schon Kontakt mit mehreren Bewerbern und da ich leider nicht die Personalerin bin, sondern nur Filialleiterin mit tausend anderen Aufgaben, sind mir da leider auch einige in der Kommunikation durchgerutscht (wobei ich auf Nachfragen von deren Seite immer geantwortet habe). Wenn solche Sachen in der Schwebe hängen, kann es auch zu solch unangenehmen Situationen kommen. Wenn sie ihn nicht brauchen würden, hätten sie ihm auch direkt absagen können., erst recht, wenn ihnen sein Nachname nicht passt.

Ich würde halt nochmal anrufen und fragen, ob die Stelle überhaupt noch zu vergeben ist und wie die Lage aussieht und konkret nachhaken, WARUM es zu diesen Verzögerungen kommt. Und dann halt auch evt. die Segel streichen.

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@Stellwerk

Verstehe. Es ist so, dass er eben gefragt hatte, was nun Sache ist und im Falle einer Absage sie den Mut besitzen sollen, das auszusprechen. Daraufhin wurde seitens des HR geantwortet, dass man definitiv an einer Zusammenarbeit interessiert sei und man sich Ende der Woche dazu telefonisch melden werde. Dies ist nicht passiert.

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@MarkusBergmann

Dann würde ich das Ende meines Interesses an einer Zusammenarbeit bekunden. Ganz ehrlich: wir werden das hier nicht rausfinden können - vielleicht sind es so simple Sachen wie Krankheitsausfälle , vielleicht auch Chaos in der Personalplanung an sich - ich würde mich an seiner Stelle anderweitig auf die Suche machen. Wenn sie sich dennoch melden, kann er ja immer noch entscheiden, was er vorhat. Aus Erfahrung jedenfalls: man behält sich nicht unnötig Bewerber in der Pipeline, die man wirklich nicht haben will. Und man hat auch weder Zeit noch Nerven, die hinzuhalten, weil man sich denkt, oh, den Türken (oder wo auch immer er herstammt) ärgern wir jetzt mal. Da sagt man dann lieber direkt ab.

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@Stellwerk

Ja, er wollte bereits das Ende einer Zusammenarbeit bekunden, war sich dann aber unsicher, ob das nicht das engültige Aus für ihn sein wird. Trotzdem möchte er morgen genau das tun, auch wenn es heisst, dass daraus nichts mehr wird. Weil ich mein, man hat ja noch Würde und Selbstachtung und wenn man stets auf Abruf verfügbar ist, wirft das natürlich auch kein gutes Licht auf einem. Man wirkt dann verzweifelt und unterwürfig.

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Er hat wirklich eine Menge Zeit, Energie, Hoffnung und Geld da rein gesteckt - soll das alles umsonst gewesen sein? HappyMe1984

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@MarkusBergmann

Nochmal: könnt Ihr nachweisen, dass er aus Gründen wie Herkunft und Religion hingehalten wird?

Davon abgesehen: es gibt keinen Anspruch auf eine Stelle, egal, wieviel man investiert hat. Ist frustrierend, keine Frage, aber es gibt nunmal keine Garantien. Anstatt eine sinnlose Klage und Gerichtsstreitereien anzufangen, sollte er sich nach anderen Stellen umsehen. Denn selbst wenn in irgendeiner Form eine Klage durchgehen sollte: er wird wohl kaum dort einen Job bekommen, wo er mit der Klage startet...

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@Stellwerk

Momentan leider nichts konkretes...

Es geht ihm nicht mehr um die Stelle, sondern möchte andere Bewerber darauf hinweisen und sie darauf aufmerksam machen.

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@MarkusBergmann

Und da bewegt er sich auf verdammt dünnem Eis - da er nicht weiß, was dahinter steckt, kann er mit einem falschen Wort auf ner Bewertungsplattform selber Ärger kriegen. V.a. wenn er mit sowas wie unbewiesenen Diskriminierungsvorwürfen um sich schmeißt!

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Woraus schließt du dass du aufgrund von Religion oder Herkunft diskriminiert wirst? Das Unternehmen wird eine Menge Bewerber haben.

Er wird nur hingehalten und ihm werden nur leere Versprechungen gemacht. Man behandelt ihn nicht wie es sich gehört und dagegen will er vorgehen. Was sind seine Optionen?

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