Wie reich ist man im Vergleich zur Mennschheit wenn man in Deutschland von ALG II lebt (Hartz 4)?

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12 Antworten

Es gibt eine Webseite "Global Rich List", mit der sich ausrechnen lässt, wie reich jemand im globalen Vergleich ist.

http://www.globalrichlist.com/

Wenn man die Probe macht mit einem Einkommen von 4908 Euro (12 x 409 Euro) kommt heraus, dass man damit in den Top 21% der weltweit reichsten Menschen ist.

Und in den 409€ ist nicht mal das Geld für die Miete enthalten. Wenn man die mit hineinrechnet ist man schon in Richtung der reichsten 15%.

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Laut Weltbank beträgt das Bruttonationaleinkommen im Weltweiten Durchschnitt 16,100 Dollar. In Deutschland 49,530 Dollar, also deutlich mehr. Wer Hartz 4 bezieht, hat im Monat 409€ bar, zusätzlich Mieten, die in München sogar bei 590€ liegen dürfen. Zusätzlich werden ca 90€ für Krankenversicherung und ca 15€ Pflegeversicherung gezahlt.

Das wären dann (wenn man in München lebt) 1.104€ im Monat bzw 13.248€ im Jahr. Der Weltdurchschnitt in Euro umgerechnet sind ca 13,625€ im Jahr. Man hat mit Hartz 4 also Netto fast genauso viel, wie der weltweite Durchschnitt Brutto. Wenn man das weltweite Durchschnittseinkommen mal in einen Brutto-Netto-Rechner eintippt, kommt man auf ca 10,320€ im Jahr (in anderen Ländern sind die Steuern aber vermutlich niedriger).

Wer Hartz 4 bezieht hat also jährlich 3,300€ mehr zur Verfügung als der weltweite Durchschnitt und profitiert zusätzlich von der guten deutschen Infrastruktur. Und das alles ohne zu arbeiten.

Jemand, der Hartz-IV bezieht hat ein Dach über dem Kopf, Strom und fließend Wasser, jede Tag eine warme Mahlzeit und ist noch dazu krankenversichert.

Global gesehen ist man sehr reich. 

Im Vergleich zu der Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten doch ziemlich reich. Wobei das Leben in Deutschland auch teurer ist. Einer, der in Zentralafrika von einem Euro am Tag lebt zahlt halt keine Miete für seine Lehmhütte. Trotzdem hat der deutsche Hartz IV Empfänger ein luxuriöses Leben im Vergleiche. Alleine, dass hier jeder sauberes fließendes Wasser aus der Leitung hat ist für extrem viele Menschen auf unserem Planeten schierer Luxus.

Das ist in Euro und Cent extrem schwer zu sagen. Immerhin haben Alg. II-Empfänger ca. 350,-- Euro im Monat zum Leben. Außerdem haben sie Anspruch auf eine - nennen wir es: einigermaßen komfortable Wohnung (mit Strom, Wasser, Heizung, Telefon u. ä.) und auf Arzt- / Zahnarztbehaldlungen. Allein das ist im Verhältnis zu anderen schon ein Luxus.

Nehmen wir mal einen deutschen Mann der ein Auto besitzt und in einer zwei Zimmerwohnung lebt. Die Wohnung wird vom Jobcenter finanziert und das Auto nimmt ihm niemand weg. Er benötigt maximal 200 Euro für Essen und ein wenig Geld für Kleidung, Benzin und die festen Kosten wie Strom, Internet, Telefon, Fernsehen usw. Sparen kann dieser Mann ganz sicher nichts, aber er muss auch nicht hungern oder in Lumpen herum laufen. Dafür dass er nicht arbeiten gehen muss, führt er ein wirklich luxuriöses Leben im Vergleich mit einem hart arbeitenden Mann aus der dritten Welt.

Ganz anders sieht das bei einer allein erziehenden deutschen Frau aus, die mehrere Kinder mit Harz 4 durch bringen muss. Kinder kosten viel mehr als man denkt und bei ihr kann es am Monatsende richtig eng werden. Doch selbst diese Frau lebt im Vergleich zu vielen anderen Frauen auf der Welt ein sehr angenehmes Leben. 

Reich ist mit Harz 4 wohl niemand, aber so richtig arm ist man im internationalen Vergleich auch nicht.

Man bekommt als Single eine relativ günstige Wohnung finanziert, eine Krankenversicherung wie sie die allermeisten haben und gut 400 Euro im Monat. 

Zuzüglich hat man noch die Möglichkeit, anrechnungsfrei 100 Euro hinzuzuverdienen + 20 Prozent von dem betrag, der 100 Euro übersteigt.

Ferner hat man die Möglichkeit, sich noch Lebensmittelpakete kostenls zu organisieren. Bei einem Single repräsentiert das wohl auch einen Wert von ca. 100 Euro im Monat.

Dann könnte man noch kostenlos eine der Mittagsspeisungen aufsuchen, die angeboten werden.

Ich kenne viele AlG 2 Bezieher, die sich regelmäßig Billigurlaub in z.B. Spanien gönnen...

Im Weltmaßstab geht man daher davon aus, dass auch ALG 2-Bezieher in Deutschland zu den 20 % der reichsten Menschen auf dem Globus zählen.

Das ist schlichter Unfug.
HartzIV ist bemessen am Einkommen der unteren 15% der Armen in Deutschland.

Das ist der Maßstab, nicht welches Einkommen in Kesuaheliland erzielt wird.

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@soissesPDF

Man kann schon mal die Frage stellen, warum dem Ingenieur aus Kesuaheliland, der arbeitet, weniger zusteht als dem ungelernten Deutschen, der nicht arbeitet.

Es wird ja sonst ganz gerne argumentiert, dass alle Menschen gleich seien und es internationale Solidarität geben sollte. Gerade von politisch linker Seite, die am meisten gegen Hartz IV wettert.

Aber nein: plötzlich zählt doch die Herkunft und es wird an eine Art nationaler Solidarität von Deutschen untereinander appelliert, die in diesen Kreisen sonst völlig verpönt ist.

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In Japan wärest du arm. China gehörtest du immer noch zur Mittelschicht. In Zentralafrika, Bangla Desch, etc. gehörtest du zu den Reichen.

Gruß

Das wäre nur dann gülttig, wenn HartzIV auch im Ausland ausbezahlt würde.
So jedoch ist nicht, es herrscht ausdrücklich Wohnortspflicht in Deutschland.

Hier in Deutschland ist Hartz IV nichts anderes als Armut.

Der im Regelsatz enthaltene Betrag für Stromkosten hat mit der Realität gleich gar nichts zu tun.
Dem Stromversorger zu sagen, "mehr als das was der Staat bezahlt kann ich nicht überweisen" nutzt rein gar nichts.
Das gleiche gilt für die Kosten ÖPNV im Regelsatz HartzIV, reinste Sci Fi.

Vollends Grimms Märchen wird HartzIV beim Bildungsgutschein von 10€/Monat.
Dafür gibts gar nichts, nicht einmal eine Stunde Nachhilfe für Kinder.

Die Fragestellung soll suggerien "alles toll, wenn man bedenkt, wie es in anderen Ländern ist".
Hartz IV Opfer wohnen aber nicht in anderen Ländern, sondern hier, in Deutschland.

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@soissesPDF

Die Frage lautete aber nicht, wie reich oder arm ein Hartz IV-Empfänger in D. ist, sondern im Vergleich zur übrigen Welt.

Sozialhilfe wurde früher auch im Ausland ausgezahlt und dazu existiert ein interessantes Beispiel: In der Karibik lebte damals ein Deutscher auf einer Insel. Der ist alle 2 bis 3 Monate zur nächsten deutschen Botschaft/Konsulat geschippert, hat seine Sozialhilfe kassiert und konnte damit leben wie ein König...

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Mit Hartz IV ist der Abgeharzte auch weltweit gesehen, ziemlich weit Unten angelangt.

Wenn man einfach mal den Durchschnitt aus den durchschnittlichen Einkommen der einzelnen Länder errechnet, kommt man auf 1663 €/Monat.

Demnach wäre man mit Hartz 4 arm

In Monaco liegt das Durchschnittseinkommen bei über 10.000 €. Wenn man die 40.000 Monegassen genauso gewichtet wie die 80 Millionen Kongolesen mit 32 € Durchschnittseinkommen, dann kann das vielleicht sein.

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Entscheidend ist nicht HartzIV mit xy-Land zu vergleichen, sondern welche Kaufkraft es hat im eigenen Land.

In Deutchland ist Hartz IV Armut per Gesetz, einschließlich Dikrimminierung und Behördenwillkür.

Beste Antwort. 

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Du kannst immer nur die Gesellschaft und deren Wert für die Menschen als Maßstab anlegen, in der du selbst lebst.

Wenn eine Minderheit in Deutschland unverhältnismäßig reich ist und eine
große Mehrheit im Vergleich dazu kaum das Notwendigste zum Leben hat
(Leben bedeutet nicht nur Existieren, sondern auch soziale Teilhabe),
dann ist diese Mehrheit mit Recht unzufrieden mit ihrem Leben.

Die Möglichkeit zu haben, kostenlos bei Tafeln und Suppenküchen Essen abzufassen oder sich Klamotten aus Kleiderkammern zu holen, ist zwar eine Möglichkeit, aber in unserer Überflussgesellschaft keine soziale Errungenschaft, mit der man sich so gern selbst beweihräuchert, sondern ein Angriff auf das Selbstwertgefühl solcher Menschen, die zwar über BIldung, aber nicht mehr über das notwendige Alter verfügen, um nach HartzIV noch einmal neu anfangen zu können.

Würde man den Gedanken hinter deiner Frage weiter denken, dann wäre man erst dann arm in Deutschland, wenn man so vegetieren müsste, wie es in vielen Regionen der Welt (Afrika z.B.) der Fall ist.
Aber so funktioniert das nicht, obwohl sicherlich einige nichts dagegen hätten, wenn das d....... Volk es so verstehen würde.

"Die Möglichkeit zu haben, kostenlos bei Tafeln und Suppenküchen Essen abzufassen oder sich Klamotten aus Kleiderkammern zu holen, ist zwar eine Möglichkeit, aber in unserer Überflussgesellschaft keine soziale Errungenschaft"

Eine soziale Errungenschaft ist sehr wohl monatlich vom Staat 410 Euro zur freien Verfügung zu bekommen, dazu eine kostenlose Wohnung mit gratis Heizung, fließend Wasser + Geld für eine Komplettausstattung + kostenlose Krankenversicherung, in vielen Städten auch verbilligte oder Freikarten für Bus, Bahn, Museum, Theater, Schwimmbad, Bücherei und Zoo. Und das ohne zu arbeiten.

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@barfussjim

Um das sinnvoll zu kommentieren, müsste man mit einer Grundsatzdiskussion über Menschenwürde beginnen, die zwar in der Verfassung festgeschrieben, aber im wahren Leben eine auslegbare Größe ist.

Und was ihre Unantastbarkeit betrifft: Viele unter den unfreiwillg arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern empfinden staatliche Almosen als Verletzung ihrer Menschenwürde und ernähren sich trotz geringer finanzieller Mittel nicht bei Tafeln und Suppenküchen.

Ein System wie das unsere zahlt nicht aus purer Menschenliebe, sondern deshalb, um eine verfügbare Masse zum Einsatz in prekären Beschäftigungsverhältnissen zu haben, die systemimmanent sind.

Jemand wie ich, der aus dem Osten kommt und viele aus dem Osten kennt, die mit Hochschulabschluss und vielseitig gebildet irgendwann einmal arbeitslos geworden und inzwischen zu alt und trotz Bereitschaft zur Umschulung nicht mehr gefragt sind, hat für die von dir genannten "sozialen Errungenschaften" eine andere Definition: Notwendige Investitionen zum Erhalt einer Unterschicht, des Fundamentes für die Oberschicht.

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