Wie realistisch ist das Strategie Spiel Plague inc?

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3 Antworten

Naja, prinzipiell simuliert das Spiel einige Faktoren die bei Epidemien wirklich eine rolle spielen.
1. Dicht besiedelte Gebiete sind besonders anfällig (logisch)
-desto mehr Menschen auf engem Raum leben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit das eine Krankheit ausbricht die eine größere Anzahl an Menschen betrifft. Die Ansteckungsgefahr ist durch die nähe zueinander viel höher. So haben Krankheiten in Städten einen Höheren Epidemischen Character als auf dem Land.
Falls es dir mal aufgefallen ist: viele Krankheiten, besonders virale entstehen im Asiatischen Raum. Die menschen leben oft auf kleinen Räumen und oder in Landwirtschaftlichem Regionen dicht mit ihrem vieh zusammen (höhere Wahrscheinlichkeit das Krankheiten vom Tier auf den Mensch übertragen werden -Zoonosen sind häufiger). Auch die oft schlechte Medizinische Versorgung wirkt bestärkend für das Pathogen.

2. Arme Regionen sind anfälliger (logisch)
In ärmeren Regionen ist die medizinische Versorgung schlecht, die Menschen sind oft auch nicht ausreichend über den Schutz vor Krankheiten informiert, teilweise sind die Basics der Krankheitsabwehr (Schutz vor Sexualübertragbaren Krankheiten durch Kondome, schutz vor bereits kranken usw.) Nicht vorhanden oder mangelhaft. Sie können sich meist die Medikamente nicht leisten. Auch steht oft auch kein sauberes Trinkwasser zu verfügung, die Ansteckungsgefahr durch das Trinkwasser ist enorm (Bsp. Cholera)

3. Tödliche Krankheiten breiten sich nur schlecht aus

Wer das spiel mal gespielt hat, weiß das man die Krankheit erst am Ende tödlich machen darf, wenn bereits (fast) alle Menschen infiziert sind.
Das hat mehrere Gründe, die im echten Leben ähnlich dem Spiel sind. Wenn die Menschen schneller sterben als sie neue Menschen anstecken können, dann ist die Krankheit zwar im Kleinen Raum äußerst schlimm, aber Epidemisch eher unbedeutend. Die Krankheit breitet sich nicht besonders weit aus.
Das Ziel eines Pathogens oder Parasits ist niemals seinen Wirt zu töten, den damit verliert er auch seine Lebensgrundlage. (gibt einige Ausnahmen, die durch den Tod des Wirtes die Ansteckung erhöhen wollen, z.B. schnecken die mit einem bestimmten Parasiten befallen werden, werden durch den Parasit animiert auf höhere Stellen zu kommen um von Vögeln gefressen werden, der Vogel ist ein weiterer zwischen Wirt und der Parasit wird durch den Kot weiter übertragen.
Besonders tödliche Pathogene insbesondere Viren die Hämorrhagisches Fieber auslösen z.B. Marburg oder Ebola Virus, sind noch sehr schlecht an den Wirt angepasst und gehören noch zu recht neuen Viren. Andere Viren wie z.B. Herpes, Influenza oder Rhinoviren sind da bereits viel besser angepasst und können sich so besser verbreiten. Die Durchseuchung in der Bevölkerung ist dementsprechend hoch (fast jeder erkrankt ja so ca. 1-2 mal im Jahr an einer Erkältung).
Ein weiteres Problem ist das bei schweren Krankheiten die Bestreben nach einem Behandlungsmittel viel größer sind als bei 'harmloseren' weniger gefährlichen Krankheiten. Das ist im Spiel so aber auch in der Realität. Es stehen dann oft viel mehr Forschungsgelder zur verfügung und mehr Forschergruppen konzentrieren sich auf diesen einen Erreger. So ist das bestreben nach der Heilung für einen Virus der 'nur' eine Erkältung auslöst natürlich viel geringer als für ein Virus wie Ebola. Auch die Mediale aufmerksamkeit bei einem Gefährlichen Virus führt zur Erhöhung der Forschungskapazitäten durch private Spender oder Druck auf die Regierung.

4. Flughäfen sind besonders gute Ausbreitungsmöglichkeiten

In der häutigen Geselschaft ist es viel leichter für ein pathogen große strecken schnell zu überwinden, ein kranker Mensch kann einen Virus innerhalb von einem Tag von z.B. Asien nach Amerika zu bringen. Das Problem ist bei der Vogelgrippe oder SARS besonders hervorgekommen.

5. Kann ein Erreger die ganze Weltbevölkerung auslöschen ?

Sehr unwahrscheinlich aus verschieden teilweise bereits gennanten Gründen (Ausbreitung, Anpassung etc.)
Ein weitere sehr wichtiger Faktor ist die genetische Varianz von Mensch zu Mensch. Die Auswirkung einer Krankheit kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein, das liegt zum einen im Unterschied des Imunsystems, aber manche Menschen sind schon allein durch ihre Gene besser geschützt vor einer Krankheit. Ein Bsp. Dafür ist die Sichelzellenanämie, sie betrifft eine größere Anzahl der Bevölkerung in einigen Afrikanischen Ländern als im Rest der Welt. Die Menschen sind durch die Spezielle Form ihrer Blutkörperchen viel besser geschützt vor dem Malaria erreger, den Parasiten aus der Gattung Plasmodium. Sie sind dann nahezu Immun gegen den Erreger. Durch die Evolution hats sich diese Annomalie in dem Raum sehr verbreitet.

Es ist wahrscheinlich das bei einem sehr gefährlichen Erreger immer ein kleiner Teil der Bevölkerung überlebt (ca. 5-10%) aus eben solchen genetischen Gründen.
Lg

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Natürlich wird eine Krankheit nicht zentral gesteuert und ich glaube es gibt in dem Spiel keine immunen Menschen. Sonst ist es glaub ich schon realistisch

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Kommentar von TobiasBadboy17
10.07.2016, 15:10

schon klar,aber es ist trotzdem möglich das sich die Krankheitserreger weiter entwickeln (sozusagen mutieren)

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Unrealistisch, alleine schon die flüge... Als würde man von einem Land aus nur 2 andere erreichen egal ob mit dem Schiff oder Flugzeug.

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Kommentar von TobiasBadboy17
10.07.2016, 15:09

ok,aber wenn man sich die übertragungen,symptome und Fähigkeiten ansieht: denke ich nocht das all diese unrealistisch sind ;)

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