Wie reagiert man bei schwierigen Bibliothekskunden oder allgemein bei Benutzerfällen in einer Bibliothek?

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2 Antworten

Bei uns in der Schulbibliothek wird es so gehandhabt:

Medium nicht zurück - Kontaktversuch zwecks Einbringung, Ist es noch erhältlich wird es auf Kosten des Entlehners nachgekauft (sofern bekannt). Gibt es nicht mehr neu oder letzter Benutzer nicht zweifelsfrei ermittelbar, dann als Verlust vermerkt. (Leider gibt es bei uns die Unsitte, daß von einigen Bücher weitergegeben werden, ohne uns zu informieren)

Beschädigung - Reparaturversuch hausintern. Ist es nicht mehr zu retten, wird es ausgeschieden. Ersatz für die nächste Bestellung vorgemerkt, sollte es das einzige Exemplar gewesen sein und das Medium noch erhältlich sein.

Verloren - Als vermisst vermerkt

Sollte sich jemand als extrem unzuverlässig herausstellen, dann werden die Ausleihfristen gekürzt und Einzelstücke nicht mehr an diese Person ausgegeben. Schneller nachgehakt bei Überziehungen.

Kostenpflichtig abmahnen dürfen wir leider nicht mehr (Keine Erlaubnis mehr, für eigene Kassa). Ansonsten waren es bei uns 50 Cent/Buch und Woche Überzeit.

Lehrer dürfen Lektüre unbegrenzt ausleihen, müssen diese jedoch in der Schule verwahren. Vor dem Ruhestand gibt es eine Ausleihliste ins Postfach und sie bringen die Bücher wieder. Oder nennen uns einen Kollegen, dem sie sie weitergeben und wir ändern das im Buchprogramm entsprechend.

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Kommentar von Realisti
05.07.2016, 19:39

Dürft ihr statt der  Mahnkosten auch "Spenden" annehmen?

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Wir sind eine ganz kleine unkonventionelle Dorf-KÖB.

Wenn man die DVD-Hülle öffnet sieht man oft, dass Ausleiher nur die Hülle gebracht haben und die Scheibe noch im Abspielgerät steckt. Dann verlängere ich einfach und ich bitte darum, dass er sie beim nächsten mal dabei hat. Die leere Hülle geht als Gedächnisstütze mit zurück.

Manchmal vergessen unsere Mädels nachzuschauen. Dann rufen wir beim letzten Ausleiher an und bitten um die Beibringung des Mediums. Erreichen wir telefonisch keinen, dann schicke ich eine Mahnkarte. Nützt das nichts, setze ich eine Notiz auf den "Leser im Rechner". Dann sprechen wir ihn bei der nächsten Ausleihe persönlich an.

Wir sind hier auf dem Dorf, wo jeder jeden kennt. Die meisten Leser kenne ich persönlich. Da hab ich auch schon mal jemanden beim Bäcker an die Rückgabe erinnert oder wenn man sich zufällig anderswo traf.

Wenn es ganz weg ist, dann bieten wir verschiedene Optionen an. Wir nehmen eine Spende in Höhe des Zeitwertes. (Kosten für Beschriftung etc. mit eingerechnet) Das peile ich auch schon mal über den Daumen. Oft wird uns auch gleichwertiger Ersatz angeboten. Manchmal nehme ich das Angebot sogar an. Ich hatte mal ein Mädel (9 Jahre alt), dass hat ganz bitterlich geweint, weil die Familie kein Geld für eine Ersatzleistung hatte. Der hab ich dann angeboten das abzuarbeiten. Das hat ihr allerdings so viel Spaß gemacht, dass sie als ehrenamtliche Helferin noch über 10 Jahre geblieben ist.


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