Wie reagiert ihr, wenn jemand das völlige Gegenteil eurer politischen Ansichten vertritt?

Das Ergebnis basiert auf 22 Abstimmungen

Das wäre mir egal, in einer Demokratie ist das ihr gutes Recht 40%
Anderes 27%
Es würde mir stinken, würde es aber akzeptieren 13%
Ich würde sofort den Kontakt abbrechen 9%
Ich wäre schockiert und würde ihnen sagen, daß ich es verachte 4%
Ich würde versuchen, sie umzustimmen 4%
Ich verachte ihre Ansichten, akzeptiere aber ihre Entscheidung 0%

20 Antworten

Das wäre mir egal, in einer Demokratie ist das ihr gutes Recht

Vorab: ich bin weder AfD- noch Grünenwähler. In letzter Zeit beobachte ich allerdings, wie meine Sympathie für grüne Positionen zunimmt - ein Prozess, der mich selbst noch ein wenig verunsichert. Das nur mal so als Einleitungstext :D

Zur eigentlichen Frage: ich kenne tatsächlich mehrere AfD-Wähler, der überwiegende Teil sind Arbeitskollegen. Da ich politisch sehr interessiert bin, bleiben kleinere "Debatten" in der Kaffeepause nicht aus. Ich gehe da ziemlich offen ran, lasse mir die Argumente der Gegenseite erläutern und gehe sachlich darauf ein.

Dabei habe ich festgestellt: kaum jemand, der in meinem Umkreis die AfD wählt, tut das aus Überzeugung oder gar einer rechtsextremen Denkweise. Die "rechteste" Position, die ich mal gehört habe, war in etwa: "Ich bin kein Ausländerfeind. Wer sich an unsere Gesetze hält und Teil der Gesellschaft sein möchte, ist mir jederzeit willkommen!" - kann man das als "rechtsradikal" bezeichnen, von Zuwanderern Gesetzesachtung und Integration zu wünschen? Das sollte das Normalste auf der Welt sein, und in Ländern mit modernem Einwanderungsrecht ist es das auch.

Was ich immerwieder als Motivation beobachte, die AfD zu wählen ist, dass man den etablierten Parteien Druck machen will. Es geht diesen Leuten nicht um die AfD an sich, sondern darum, dass man der CDU eine gefährliche Konkurrentin in die Parlamente setzen und sie dadurch zu gewissen Kurskorrekturen bewegen will. Das ist typisches Wählerverhalten. Die Partei "DIE LINKE" wäre ohne Schröders "Sozial"Politik wohl auch eher unbedeutend geblieben. Wenn eine Partei ihre Basis verrät, entstehen Splittergruppen. Dafür gibt es in der Geschichte unzählige Beispiele.

Ich bin der Meinung, dass man Andersdenkende niemals ausschließen sollte, solange sie nicht ganz eindeutig den Boden des Rechtsstaates verlassen haben. Zu einer Demokratie gehört es, dass man anderen Menschen zuhört und einen Interessenaustausch miteinander betreibt. Und genau diese Haltung lebe ich im Alltag auch aus. Niemand kann von sich behaupten, die "Wahrheit" gepachtet zu haben.

Schließlich ist die Fähigkeit, sich friedlich aus sich selbst heraus zu reformieren, die größte Stärke der Demokratie.

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Dabei habe ich festgestellt: kaum jemand, der in meinem Umkreis die AfD wählt, tut das aus Überzeugung oder gar einer rechtsextremen Denkweise.

Ich mache eher die umgekehrte Beobachtung: Menschen, die viele Positionen der AfD teilen, aber trotzdem diese Partei scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Ich kann es mir nur so erklären, daß diesen Leuten nur die verzerrte Darstellung der AfD in den Mainstreammedien bekannt ist und sie sich nicht um eine umfassende Sichtweise bemühen.

Ist es vielleicht eher so, daß Deine Kenntnis der AfD-Positionen etwas lückenhaft ist, Deine Arbeitskollegen dagegen inzwischen die Scheu vor dieser Partei abgelegt haben?

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@woflx
Ist es vielleicht eher so, daß Deine Kenntnis der AfD-Positionen etwas lückenhaft ist, Deine Arbeitskollegen dagegen inzwischen die Scheu vor dieser Partei abgelegt haben?

Das halte ich für nicht sehr naheliegend. Gerade weil ich mich mit den Positionen der AfD außerhalb der Migrationsfrage beschäftigt habe, weiß ich ja, dass die Partei auch sonst nichts Gescheites vorzuweisen hat :)

Die AfD ist in meinen Augen eine FDP auf Drogen mit spürbarem NPD-Anstrich, um unter den weniger gebildeten Gesellschaftsschichten Wähler zu gewinnen. Sie ist im Kern eine Elitenpartei, die ohne das Flüchtlingsthema zusammen mit den "Humanisten", der "ÖDP" oder "der PARTEI" irgendwo unter der 5-Prozent-Hürde rumgurken würde.

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Anderes

Eigentlich paßt keine der Antworten so wirklich, denn mich macht es vor allem ratlos, Menschen zu sehen, die wie mit Blindheit geschlagen sind und das Offensichtliche entweder nicht sehen können oder nicht sehen wollen.

Es ist nicht meine Sache, andere von meiner Meinung überzeugen zu wollen, schließlich ist es legitim, eine eigene Meinung zu haben. Allenfalls versuche ich, auf Tatsachen und logische Konsequenzen hinzuweisen, oder, bei allzu großen Differenzen, das Gespräch auf andere Themen zu lenken

Das wäre mir egal, in einer Demokratie ist das ihr gutes Recht

'Aber wie reagiert ihr, wenn ihr persönlich mit jemandem redet, euch unterhält, und der dann z.B. die andere Partei wählt?'

Ich habe selbst keine 'Partei', die ich immer unterstütze. Ich wähle eig immer nach Wahlinhalten. Wenn andere andere Parteien wählen ist mir das ziemlich schnuppe. Hauptsache sie machen sich Gedanken darüber. Schlimm finde ich die die einfach eine Partei wählen ohne deren Inhalte zu kennen

'Akzeptiert ihr es? Wollt ihr den anderen bekehren?'

Akzeptieren tu ichs. Bekehren will man dann wohl immer^^

'Haltet ihr euch für schlauer und "bemitleidet" ihn?'

Normal :D

'Bricht ihr gar gleich den Kontakt ab?'

Ne

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