Wie rasiert man richtig und sauber mit einem Rasiermesser Infos zu schauauftragen und rasieren?

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1 Antwort

Ein umfangreiches Thema. 
Als erstes musst du bei einem klassischen Rasiermesser dein Werkzeug pflegen können. Schleifen und Abziehen gehört dazu. Die wenigsten Rasiermesser kommen rasierfertig beim Kunden an, sind aber vorgeschliffen, also schiebt man das Ding erst einmal über einen Stein mit 10000er Körnung, danach geht es auf den Lederriemen mit Chromoxidpaste. Darin wird man mit der Zeit besser, aller Anfang ist schwer.

Will man sich mit der aufwändigen Messerpflege nicht beschäftigen, nimmt man besser ein Rasiermesser mit Wechselklinge. Die sind schon für wenig Geld zu haben und sind bei täglicher Rasur wesentlich weniger aufwändig.

Hat man das Werkzeug, geht es zur Sache.

Man fängt mit einem sauberen Gesicht an. Eine milde Kernseife reinigt schonend und gründlich. 

Nach der Gesichtswäsche kann man optional noch ein nasses, gut warmes Handtuch für ein paar Minuten aufs Gesicht legen. Das macht die Rasur noch schonender, gerade wer zu Rasurbrand neigt, sollte das machen. Ich komme ohne aus, finde es aber angenehm.

Zum Schaum:
Dosenschaum taugt nix. Die billigste Rasierseife ist immer noch besser als der beste Dosenschaum und selbst eine hochwertige Rasierseife kommt billiger als Dosenschaum. Die Auswahl an Rasierseifen ist in entsprechenden Internetshops gewaltig, schon unter 2€ bekommt man vernünftige Produkte. Im Supermarkt findet man oft die Palmolive Rasierseife als 50g Stick, die ist schon mal nicht übel, es gibt aber Bessere.

Man muss die Seife eben mit dem Pinsel aufschäumen. Wenn man sich täglich rasiert, sollte man mehrere Pinsel haben, denn wenn die dauernd nass sind und nie richtig trocknen, gehen sie schneller kaputt. Es muss kein teurer Pinsel sein. Ich verwende sehr gerne die ziemlich billigen Pinsel aus Schweineborste, ich mag den leichten Peelingeffekt. Hochwertigere Pinsel haben feinere Haare, am Ende ist es Geschmackssache welchen man nimmt. Ich habe drei verschiedene, so können die alle richtig durch trocknen.

Die seife kann man entweder in einer Schale oder direkt im Gesicht aufschäumen. man kann auch die Handfläche zum Aufschäumen nehmen, ganz nach Geschmack. Ich benutze eine große Cappuccinotasse, die ich mit heißem Wasser vorwärme. So habe ich schön warmen Schaum.
An der Seife sollte man nicht sparen, der Schaum sollte etwa die Konsistenz von aufgeschlagener Sahne haben, dann ist er perfekt.

Den Schaum lässt man im Gesicht 2-3 Minuten einwirken, damit die Haare aufquellen.

Dann geht es ans rasieren. Das Rasiermesser hält man etwa im Winkel von 20-30° zur Hautoberfläche. Man bewegt es immer nur im rechten Winkel zur schneide, sonst schneidet man sich.
Man teilt sich das Gesicht so ein, dass man jede Stelle rasiert, aber keine Stelle unnötig oft bearbeitet, das würde nur die haut reizen. rasiert wird mit dem Strich oder quer zum Strich. gegen den Strich beansprucht die haut stark, ich kenne niemanden, der das machen kann, ohne Rasurbrand zu bekommen. Die ersten paar male würde ich sowas ohnehin lassen.

Die ersten Rasuren werden etwas dauern und vielleicht nicht 100% sauber, man muss erst den Bogen raus haben. Dann geht es aber schnell und absolut glatt.

Nach einem, maximal zwei Durchgängen sollte die Rasur glatt sein. Braucht man mehr als zwei Durchgänge stimmt entweder mit der Klinge oder der Technik was nicht.

Ist man rasiert, wäscht man die Seife gründlich ab. 

Dann kommt die Nachbehandlung, die ist wichtig. Es gibt viele Produkte, die man wählen und kombinieren kann. Ich verwende ein alkoholisches Aftershave (Proraso) und mische es in der Handfläche mit ein paar Tropfen Bartöl. Das pflegt nicht nur den Bart, sondern auch die Haut. Nur mit dem Aftershave wird mir die Haut zu trocken. Da muss man einfach ausprobieren was einem gefällt und was man verträgt.

Das Werkzeug muss im Anschluss auch gereinigt werden. Den Pinsel spült man gründlich aus und schlägt dann mit mehreren peitschenartigen Armbewegungen möglichst viel von dem Wasser aus den Borsten.

Das Rasiermesser spült man einfach ab und trocknet es. Das mit Wechselklinge braucht bis auf den Klingenwechsel keine besondere Behandlung, ein klassisches Rasiermesser muss erst mal mindestens 24 Stunden ruhen. In dieser zeit richtet sich der grat an der Schneide von selbst wieder etwas auf, den Rest macht man auf dem Lederriemen ohne Paste direkt vor der Rasur. Ist die schneide so abgenutzt dass das Abziehen auf dem Leder ohne Schleifpast nicht mehr die Schärfe herstellt, geht es wieder auf den Riemen mit Chromoxidpaste. Darauf bekommt man das Messer einige Male wieder scharf, bis man nochmal auf dem feinen Stein nachschleifen muss.

Ich hoffe ich konnte helfen. Bei Unklarheiten einfach als Kommentar fragen.

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Kommentar von Saschg
26.08.2016, 01:37

Vielen dank... Alles perfekt erklärt! Ich werde das ausprobieren.

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