Wie professioneller werden als Erzieher?

5 Antworten

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Mit "professioneller werden" hast du das Problem nur ungenau umschrieben. Dazu gehört eigentlich ganz viel mehr im Erzieherberuf.

Was du aber offenbar bei dir entwickeln möchtest, ist dein Umgang mit Trennungen und Abschiednehmen.

Dazu wäre sicher schon in deinem privaten Leben vieles beispielhaft zu erwähnen.

Überleg einmal selber und versuche die Tatsache zu akzeptieren, dass "alles was es gibt, verändert sich !" und : "Neues kann (in mir) nur entstehen, wenn ich von Altem ein Stück weit Abschied nehme !" und: "Wachsen heißt, mit meinen Bedürfnissen nach Nähe und Distanz immer besser umgehen zu können !", und: "Ich möchte wachsen, deshalb bin ich froh, mit Abschieden umgehen zu dürfen !"

Ich bin selbst Erzieher und halte deine Einstellung gar nicht für unprofessionell. Solange du nicht in Tränen ausbrichst und es dir zuhause arg schlecht geht, jedes Mal, wenn eine Gruppe Kinder aus dem Kindergarten in die Schule verabschiedet wird. Du scheinst sehr emphatisch zu sein. Das ist eine gute Eigenschaft. Es ist okay, wenn du die Kinder mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge verabschiedest. Schließlich hast du sie darauf vorbereitet und eine lange Zeit mit den Kindern verbracht. Das zeigt nur deine Liebe zum Beruf.

Du wirst aber sehen. Arbeitest du erst ein paar Jahre im Kindergarten werden diese Situationen zu Normalität und treffen dich nicht mehr so sehr. Was natürlich nicht heißen muss, dass man nicht trotzdem ein kleines bisschen traurig sein kann, wenn die kleinen Schützlinge zu so großen Schulkindern geworden sind. Denk immer auch daran: Du hast daran mitgewirkt. Du kannst dir auf die Schulter klopfen. Die Kinder werden es dir danken.

Ich finde das prima. Meine Erzieherin damals war auch traurig mich verabschieden zu müssen. Das ist doch ein schönes Gefühl für das Kind, so wertgeschätzt zu werden. Für mich war es das. Und ich habe die Erzieherin nicht vergessen. Ich bin sie sogar nochmal besuchen gegangen, als ich in der Grundschule.

Ja, das ist wirklich zu wenig Distanz.

In der Regel hat man privat so viel anderes (Familie, Partner, ...), dass die Kinder mit denen man arbeitet nicht so eine große Rolle in der Freizeit im Kopf spielen. Ich arbeite zwar nicht mit so kleinen Kindern, aber auch mit jungen Menschen und so blöd es klingt: Das sind nicht meine Kinder und sie sind, so blöd es klingt: Arbeit.

Was die Ursache deiner Zuwendung ist, weiß ich nicht. Die müsstest du ergründen. Sobald du deinen Fokus auf dein Umfeld legst und dich dort emotional einbindest, müsste das verschwinden.

Meine Kollegen sagten mir mal dass ich sehr empathisch bin. Kann das daran liegen?

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@IntelligenzTest

Das weiß ich nicht, da ich dich nicht kenne. Könnte aber sein, ist auch grundsätzlich positiv zu bewerten. Was mir bei dir auch aufgefallen ist, ist die Frage, ob die Kinder dich mögen und du Ihnen in Erinnerung bleibst.

Du solltest hinterfragen, warum dir das so wichtig ist und deine Arbeit nicht nur davon abhängig machen. Dass du den Kindern zugetan bist, ist schon einmal gut. Es ist aber wichtig, dass du Grenzen ziehst.

Aus meiner Erfahrung heraus, ist es tatsächlich wichtig auf die Dauer Distanz zu gewinnen, ansonsten gehst du kaputt. Professionelle Distanz in sozialen berufen ist auch deshalbs relevant, da du ja Regeln durchsetzen musst.

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@IntelligenzTest

Solange sie nicht den Eindruck haben, dass du mehr als "empathisch" gegenüber den Kindern bist... sowas ist heute auch mal schnell herbeihysterisiert. Würde ich sogar als Berufsrisiko bezeichnen. Zu viel gezeigte Empathie und du fliegst schneller in eine Schublade als du denken kannst.

Gehe lieber auf Distanz zu den Kindern, dann hängst du auch nicht so sehr emotional an ihnen wenn du oder ein Kind gehen musst.

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@consillieri

Regeln kann ich durchsetzen. Zwar werd ich nicht sauer und empfinde nichts, wenn ich Regeln durchsetze. Wenn das auch noch mein Bezugskind ist (einer der immer zu mir kommt) ist es mir recht egal, weil er nach der Auszeit sowieso wieder zu mir kommt. Ich will dass die Kinder glücklich sind, weshalb ich auch möchte, dass ich in Erinnerung bleibe. Unter anderem damit sie immer dran denken, dass sie wichtig sind. Das bringe ich ihnen nämlich bei.

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@Frooopy

Ich bin eher traurigen wenn ich gehen muss, als wenn ein Kind gehen muss

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@consillieri

Ich bin auch nicht der, der sich freut wenn jemand eine Regel vernachlässigt. Das mach mich eher traurig, weil ich es dem Kind eigentlich anders beigebracht hab

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Ich kann mich absolut noch an meine Kindergartentante erinnern. Aber eher visuell als das ich mich noch daran erinnere was sie mit uns gemacht hat.

Manche Kinder sehen in den Erziehern eine Bezugsperson, andere nicht. Manchen Kindern ist es auch egal wer sich da um sie kümmert, die wollen nur den ganzen Tag spielen etc. Die würden wahrscheinlich noch nicht mal merken, wenn da plötzlich jemand anderes ist, der sich um sie kümmert.

Mach dir nicht so einen Kopf darüber.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Dass die Kinder sich nicht an dich erinnern werden stimmt nicht, wenn du einen Eindruck hinterlassen hast (Positiv, oder negativ) wirst du im Gedächtnis der Kinder bleiben. Ich empfehle dir, dir aufzuschreiben was du besonders gut fandest und diese Erfahrung mit auf deinem Weg zu nehmen, sehe es als eine Erfahrung. Klar wirst du die Kinder vermissen, aber du musst deswegen nicht traurig sein.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Erzieher in Ausbildung :)

Die Kinder reden aber nicht darüber oder

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@IntelligenzTest

Wenn du einen Eindruck hinterlassen hast, werden sie das. Oft erinnert man sich wenn man älter wird an die jungen Jahren und dort spielen Erzieher in den Erinnerungen auch eine große rolle

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