Wie passen Religionsunterricht und Religionsfreiheit zusammen?

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21 Antworten

Gar nicht. Denn Religionsfreiheit hat nichts damit zu tun das einzelnen Religionen bevorzugt werden: Wie z.B. die hier angesprochene staatliche Förderung mit der Ausbildung von Leerkräften (ja in diesem Fall mit EE) und deren Bezahlung für die Indoktrinierung von Kindern. Warum haben wir keinen Jüdischen, Muslimischen, Pastafari und Hindu Religionsunterricht? Mit allem was dazugehört wie Universitätsprofessoren?

Nein, Religionsunterricht gehört aus diesem und anderen Aspekten abgeschafft!

P.S.: Andere Aspekte wären z.B. die trennende Kraft der in Gruppen nach der Religion ihrer Eltern sortierten Kinder, statt ein gemeinsamer Unterricht in dem alle über Religionen im Allgemeinen und universelle Werte was lernen.

Warum haben wir keinen Jüdischen, Muslimischen, Pastafari und Hindu Religionsunterricht? Mit allem was dazugehört wie
Universitätsprofessoren?

Nun, muslimischer Religionsunterricht ist ja durchaus im Gespräch, allerdings muß erst einmal ein staatlich anerkannter Studiengang für muslimische Religionslehrer geschaffen werden. Die Idee ist nicht neu und mir ist momentan auch nicht bekannt, warum es noch nicht passiert ist. Aber ich erachte es für wünschenswert.

Pastafari und Hindus gibt es hier vermutlich viel zu wenige, als daß es sich lohnen würde, entsprechende Studiengänge zur Ausbildung von Lehrern einzurichten. Besonders in Bezug auf die Pastafari sehe ich da noch ein zusätzliches Problem, denn es gibt anscheinend nirgendwo Professoren oder Honorardozenten, die angehende Lehrer unterrichten könnten.

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@GanMar

Und wie sieht es aus mit Scientology? Davon gibt es genug in Deutschland, die würden sich sicher auch über Schulunterricht freuen.

Der Religionsunterricht wie wir ihn haben war ein Zugeständnis Hitlers an die beiden (damals) großen Kirchen. Die bessere Lösung statt in einer pluralistischen Gesellschaft immer mehr Formen von Spinnerei einzeln staatlich zu fördern wäre doch, einen Unterricht für alle, oder?

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@matmatmat

... wäre doch, einen Unterricht für alle, oder?

Ich würde das Gegenteil empfehlen: Keinen Unterricht für niemanden.

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Hatten Sie jemals Selbst Religionsunterricht? Wenn ja, dann wohl bei einem furchtbaren Lehrer...

Da gibt es keine christliche Indoktrination. Im Religionsunterricht werden Themen besprochen wie Moral, die verschiedenen Religionen, Moral, religionskritische Philosophen wie Hobbs (kulger Mann) und Dawkins (der Idiot), Moral, Religions-/Kirchengeschichte (inkl. verschiedenen Glaubensauslegungen und deren Folgen im geschichtlichen Verlauf), Moral, Gefahren & Chancen von Techniken wie Genmaipulation, Moral usw.

Die Menschen dieser Welt haben verschieden religiöse Ansichten. Es ist wichtig, dass eine vernünftige, studierte Lehrkraft den Kindern die verschiedenen Religionen und Philosophien erklärt. Schalatane, die andere Religionen als falsch erklären gibt es genug und im Nahen Osten sieht man, wo sowas hinführt.

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@tmattm

Hatten Sie jemals Selbst Religionsunterricht?

Ja. Wenn ich die Grundschule mit zähle hatte ich insgesamt 5 Lehrkräfte. Dazu Erstkommunionunterricht, Firmstunde und - ob Sie es glauben oder nicht - ich habe auch (in Vertretung) schon Religion unterrichtet.

Mein Gesamteindruck ist durchwachsen. Ich würde 2 von 5 Lehrkräften zutrauen wirklich neutral andere Religionen vorzustellen, aber keinem der 5 eine Aussage wie "Dann wird der Islam für dich besser sein" zutrauen. Natürlich schaut man auf andere Religionen nicht unbedingt herab, aber eine "unabhängige Beratung" ist da sicher keinem gelungen. Toleranzförderung durch Förderung des Verständnis? Ja, vielleicht. Dennoch nicht so gut wie ein gemeinsamer Unterricht.

Allgemeine Themen, die alle Religionen angehen werden auch behandelt, aber bei Überschriften für das Halbjahr wie "Jesus Leben und sein wirken bis heute" (Thema 11-1 an das ich mich gut erinnere, weil es mir so bizarr vorkam, daß ich dann Reli abgewählt habe) sind wohl weder Werteneutral noch historisch-kritische Betrachtungen.

Allein schon, daß die Existenz Gottes, das Wirken Jesu und der ganze unglaubwürdige Wunderkram als Grundlage ohne hinterfragen akzeptiert wird ist aus meiner Sicht schon Indoktrination, denn das wird so lange wiederholt bis es die Kinder wirklich glauben (oder wie ich weglaufen).

Hätte man mir damals schon gesagt "Nicht an Gott glauben ist auch ok, solange Du die Gesellschaftlichen Werte akzeptierst" wäre mir viel Esoterischer Unsinn erspart geblieben in dem ich einen sowohl unnötigen als auch unsinnigen Ersatz zu finden versucht habe damals.

Ja, es ist wichtig, daß studierte Lehrkräfte aufklären und erklären. Wir können weder die Vergangenheit noch die Gegenwart verstehen ohne. Aber wir können diesen Unterricht für alle gleich aus philosophisch / historisch / sozialer Perspektive betreiben statt die Lehrkräfte in einer Pseudowissenschaft wie Theologie auszubilden und die Kinder in Gruppen zu zerreißen...

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es gibt kath. und evangelischen Religionsunterricht und diesen Unterricht besuchen nur Kinder, die schon kath. oder evangelisch sind, dh. sie werden nicht in eine Religion getrieben, sondern gehören ihr schon an

ausserdem kann man sich auch gegen den Reli-Unterricht entscheiden und Ethik-Unterreicht bekommen (so heisst es bei uns) in anderen Gegenden heisst er anders, somit ist die Freiheit völlig gegeben

der Unterricht ist dazu da, das Wissen über die eigene Religion zu vertiefen, andere soziale Themen zu besprechen und auch andere Religionen kennenzulernen, ein Grundwissen zu bekommen

so wie es in allen anderen Fächern auch ist, in Deutsch lernt man auch viele verschiedene Bereiche der Sprache kennen, erst einmal Grammatik und Wortfamilien, später bestimmte Textformen und Lektüren... aber auch hier ist es nur Grundwissen... genauso in Mathe.... an der Uni hat man das Schulwissen spätestens in 2 Doppelstunden abgearbeitet

ob es Sinn macht, so einen religionsgetrennten Unterricht zu geben, streiten sich wohl die Götter ;-), ist Einstellungssache, man könnte auch einen religionsübergreifenden Unterricht geben, in dem alle Religionen und besonders die, der Schüler besonders behandelt werden...

aber ein Unterricht über dieses Thema ist auf jeden Fall sinnvoll, denn man kann sich nur frei entscheiden, wenn man etwas kennt

deswegen ist gerade wegen der Religionsfreiheit eine Unterricht über Religionen und Überzeugungen wichtig

"es gibt kath. und evangelischen Religionsunterricht und diesen Unterricht besuchen nur Kinder, die schon kath. oder evangelisch sind"

Das stimmt so nicht ganz, man MUSS nicht Evangelisch oder Katholisch sein, um am Reliunterricht teilzunehmen.

Ich bin Konfessionslos, und konnte mir so immer den Religionsunterricht aussuchen, wo ich den Lehrer netter fand ;)

Ich weis nicht wie es heute ist, aber früher war es nicht so gern gesehen, wenn man Reli abgewählt hat, einfach weil es als "faul" galt. (Was es auch war, da die meisten, die sich abgemeldet hatten, nur auf die Freistunde scharf waren, als es Ethik statt Reli für die Abmelder gab, hat sich kaum noch einer abgemeldet, da hab ICH dann aber gewechselt ^^ )

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@Deamonia

das stimmt, ich hatte es nicht korrekt ausgedrückt, die Kinder sind in der Regel kath.oder ev.

natürlich können auch Kinder andere Konfessionen teilnehmen...

aber dann ist es eine freiwillige Entscheidung

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"(...) dh. sie werden nicht in eine Religion getrieben, sondern gehören ihr schon an"

Auf den Papier, ja. Bis zur siebten Klasse muss man dann in kath. Religion, auch wenn man nicht gläubig ist, weil viele Schulen erst ab dieser Klassenstufe einen Ethik-Kurs anbieten. Dann hat man in dem Kurs schon Freunde gefunden.

Und: Um überhaupt wechseln zu können, muss man ein Formular mit Grund(!) für den Wechsel ausfüllen, der erstmal von der Schulleitung akzeptiert werden muss. Ist auch nicht in 100% der Fällen so.

"der Unterricht ist dazu da, das Wissen über die eigene Religion zu vertiefen"

Das hat bei uns bis zum Abi nicht funktioniert. Bei Themen wie "Zukunft", "Nachhaltigkeit" und "der Mensch" lernt man nicht viel über eine Religion. Die Bibel hatte ich in 13 Jahren Religionsunterricht  kein einziges Mal in der Hand.

"ausserdem kann man sich auch gegen den Reli-Unterricht entscheiden und Ethik-Unterreicht bekommen"

"somit ist die Freiheit völlig gegeben"

Das geht natürlich - wenn man dazu bereit ist, nachmittags bis 15:00 Uhr Freistunden zu haben, um dann noch den Ethikunterricht zu besuchen. Ich kenne keine Schule, die Ethik-Unterricht zu menschlichen Zeiten anbietet. Dann bleibt man halt in Religion, weil das vormittags stattfindet und weil man da schon immer war.  Als Freiheit sehe ich das nicht an. Theoretisch vielleicht. 

Zu dem Thema: Ich erinner mich immer wieder an meine Erstkommunion zurück. Damals haben alle, die teilgenommen haben, eine eins in Religion, ein kleines Geschenk und einen schulfreien Tag bekommen. DAS ist die von dir angesprochene Freiheit. Bei der Firmung war es ähnlich. Rückblickend hab ich an beidem wegen dem Gruppenzwang (der auch von der Schule ausging) teilgenommen. Deshalb ist meine Meinung: Firmung erst ab 18.

"aber ein Unterricht über dieses Thema ist auf jeden Fall sinnvoll, denn man kann sich nur frei entscheiden, wenn man etwas kennt"

Ich behaupte, dass man in der Schule nichts von dem lernt, was einem bei der Entscheidung helfen könnte. Ich entscheide mich nicht, indem ich vergleiche, wann die Religionen gegründet wurden, sondern um was es wirklich geht und ob ich mein Leben danach richten möchte. Und genau das ist es, was man in der Schule nicht lernt.

Wie einer der besten Relilehrer bei uns mal sagte: "Reliunterricht ist eigentlich missionieren auf Schulniveau".

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@ich313313

ich glaube, das mit dem Unterricht hängt anscheinend sehr von der Schule ab...

hier im Oberbayerischen Hinterland, in einer Grundschule, die auf dem Land liegt und nicht in der Stadt gibt es schon seid Jahren Ethikunterricht und er liegt parallel zum Religionsunterricht. Der Religionsunterricht und Ethik liegen teilweise vormittags und teilweise nachmittags, und das schon ab der 1.Klasse.

daher kann ich die Begründungen mit Freistunden, Nachmittagsunterricht ect. nicht zustimmen, -> hier ist es nicht so

auch bekommen nicht alle eine 1 in Reli. Die Lehrerin schreibt auch Tests und sie geht die Tests sehr intensiv mit den Kindern durch, wenn man dann immer noch eine schlechte Note schreibt ist selber schuld, denn mehr als wörtlich vorkauen kann man nicht

ja, ich weiss, das gerade die Erstkommunion oft als Gruppenzwang gefeiert wird, aber auch zum Gruppenzwang muss man sich entscheiden. Man kann sich vom Gruppenzwang befreien...

ein Mädchen bei uns geht in den kath. Unterricht, ist aber nicht getauft und ging somit auch nicht zur Erstkommunion

das war kein Probelm, auch nicht in unserem kath. Dorf

die Freiheit ist da, aber man entscheidet sich dagegen und wenn die Kinder noch zu jung sind, dann sind es die Eltern, denen es peinlich wäre, wenn die Kinder nicht mitgehen würden...

wenn du wegen dem Gruppenzwang an den Festen teilgenommen hast, dann war das deine Entscheidung, niemand hat dich gezwungen, sondern du hattest Angst vor den Konsequenzen

es war aber deine Entscheidung

und eigentlich wiedersprechen sich deine letzten Absätze:

"ich behaupte, dass man in der Schule nichts von dem lernt, was einem bei der Entscheidung helfen könnte. ....

Wie einer der besten Relilehrer bei uns mal sagte: "Reliunterricht ist eigentlich missionieren auf Schulniveau". "

wenn du in der Schule nichts lernst, was dir bei einer Entscheidung hilft, dann ist es auch kein missionieren, denn es hilft dir ja nicht, den Weg zu einer Religion zu beschreiten, was ja die Bedeutung von missionieren ist.

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Müssen sie doch gar nicht.

Wer keinem (christlichen) Bekenntnis angehört, muss auch nicht in den Reliunterricht.

und wer ihm angehört, für den sollte das ja wohl kein Problem sein, daran teilzunehmen.

Und: Was schadet es über die (christliche) Religion Bescheid zu wissen?

Zudem werden ja neben den ich sag mal Grundlegenden Sachen auch noch andere Werte vermittelt, die keinem schaden, egal ob bekenntnislos, Jude, Moslem oder "sonstwas".

Wer sagt denn, dass du am solchen Unterricht teilnehmen musst? Da wir eben die Religionsfreiheit haben, können jederzeit deine Eltern dich abmelden, mit 14 Jahren entscheidest du allein.

Abmelden heißt aber nicht, dass du dann Freizeit hast, sondern ein anders Fach besuchen musst.

Ja, Ethik. Christliche Ethik. Religionsunterricht in anderer Verpackung... ;)

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@joangf

Das bezweifle ich, denn das kann man dann auch ablehnen.

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@Jewi14

Es sind halt leider meistens Theologen die Ethikunterricht geben, weil man niemand anderen hat und denkt Aberglaube qualifiziere dazu über Ethik Bescheid zu wissen...

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Wovon die Eltern ihr Kind leider nicht abmelden können ist der Unsinn das wir Universitätslehrstühle erhalten die in zwei ausgewählten von hunderten unterschiedlichen unzeitgemäßen Mythen Theologen ausbilden deren Gehalt dann auch noch von unseren Steuern gezahlt wird...

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Passt absolut zusammen. Im seriösen Religionsunterricht werden verschiedene Religionen historisch und theologisch analysiert und bearbeitet. Welche Religion jeweilige Personen haben, spielt dabei keine Rolle. Ist der Religionsunterricht jedoch kirchlich (war bei uns so in der Primar- und Orientierungschule; Kanton Freiburg, Schweiz) sieht die Situation anders aus, da die Religion an sich gepredigt wird. In der Schule hat sowas in der heutigen Zeit eigentlich nichts mehr verlohren, da das auch überhaupt nicht mit dem übereinstimmt, was der Lehrer nebenan in Bio, Physik, Chemie und Geschichte erzählt.

Jedoch: Selbst wenn du zum Beispiel als Moslem an diesem Unterricht teilnimmst, schränkt dich das und deine Religionsausübung ja nicht ein. Ausserdem ist kirchlicher Religionsunterricht nicht obligatorisch. Im Falle einer Abmeldung wird Ethik besucht. Bietet die Schule dies nicht an, hast du frei.

Im seriösen Religionsunterricht werden verschiedene Religionen historisch und theologisch analysiert und bearbeitet.

Es ist aber schon christlicher Religionsunterricht... und nicht Ethik.

Ausserdem ist kirchlicher Religionsunterricht nicht obligatorisch.

Gott sei dank! Allerdings zahlt auch ein Hindu, ein Moslem und ein Atheist für diesen christlichen Unterricht. Und das geht gar nicht. 

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@RadicalGarrus: "Welche Religion jeweilige Personen haben, spielt dabei keine Rolle"

Warum gibt's dann evangelischen und katholischen Unterricht getrennt?

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Konfessionsloser Religionsunterricht bedeutet, Du wirst über verschiedene Religionen unterrichtet. Das bedeutet nicht, dass Du Dich für eine der behandelten Religionen entscheiden musst.

Religionsfreiheit bedeutet, dass Du die Freiheit hast, Dich für eine Religion zu entscheiden.

Meine Meinung: für Reli.-Unterricht sollten sich die Eltern zu Hause zuständig fühlen. Sie sollten ihren Kindern auch die Freiheit lassen, eine Religion ihrer Wahl auszuüben.

Gibt es in Deutschland "konfessionslosen" Reli-Unterricht?

Den letzten Satz unterstütze ich voll (falls Dir das irgendwas bedeutet!).

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@666Phoenix

Phoenix:

Ich war der Meinung, der Reli.-Unterricht wäre konfessionslos und wird von konfessionslosen — aber geschulten — oder zumindest neutralen Lehrkräften durchgeführt.

Jetzt habe ich in WIKIPEDIA geschaut und stelle fest, dass der Staat in den Schulen zwar auf Neutralität achten muss, dass er aber Lehrer der entsprechenden Konfession einlädt, den Unterricht durchzuführen.

Das wusste ich nicht ... Danke für Deinen Hinweis.

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Es passt insofern zusammen, als das niemand zur Teinmahme am Religionsunterricht gezwungen wird. Wäre der freiwillige Religionsunterricht verboten, könnte man über die Einhaltung der Meinungsfreiheit noch einmal reden.
Natürlich wäre zu fragen, wie die Auffassungen aller Beteiligten zur Religion behandelt werden. Es könnte sein, dass im Religionsunterricht die eine oder andere Auffassung so bewertet wird, dass die Meinungsfreiheit nicht gewahrt ist. Du hast jedoch nach dem Religionsunterricht ganz allgemein gefragt.

Das ist meine ganz persönliche Meinung zu dieser Frage.

Gruß Matti


Es passt insofern zusammen, als das niemand zur Teinmahme am Religionsunterricht gezwungen wird.

Er wird von allen (Hindus, Atheisten,...) finanziert, aber nicht alle ziehen einen Mehrwert daraus.


Wäre der freiwillige Religionsunterricht verboten, könnte man über die Einhaltung der Meinungsfreiheit noch einmal reden.

Wäre er (an einer staatlichen Schule) verboten, wäre das nur gerecht. Führt einen Ethik-Unterricht für alle ein und gut.

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@LSdiethylamid

Ich tue mich sehr schwer damit, etwas "für alle" einzuführen. Die Menschen sind Individuen. Dennoch glauben wir ihm Gutes zu tun, wenn wir alle im gleichen Alter zwingen, das Lesen und Schreiben zu erlernen. Wir glauben zu wissen, in welchem Alter sie welchen Teil eines völlig willkührlich zusammengestellten Curiculums zu lernen haben.

Wenn ich mich recht erinnere, ist die Frage verändert worden und hieß ursprünglich: "Wie passen Religionsunterricht und Meinungsfreiheit zusammen? Vielleicht irre ich mich aber auch; glaube das aber nicht.

Bei der so gestellten Frage wäre meine Antwort eine andere gewesen.

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@Kuhlmann26


Ich tue mich sehr schwer damit, etwas "für alle" einzuführen.

Aber die bessere Alternative ist ein von allen bezahlter christlicher Religionsunterricht? Und wer nicht christlich ist hat eben pech gehabt?

Das scheint mir etwas kurz gedacht.

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@LSdiethylamid

Aber die bessere Alternative ist ein von allen bezahlter christlicher Religionsunterricht?

Das habe ich doch gar nicht gesagt.

Bitte noch einmal meine Antwort unter der Beachtung durchlesen, dass danach gefragt war, wie Meinungsfreiheit und Religionsunterricht zusammenpassen. Es war nach keinem bestimmten Religionsunterricht gefragt und schon gar nicht nach dessen gerechter oder ungerechter Finanzierung.

Dass der Staat moderne Wegelagerei betreibt und davon den Unterhalt seiner Einrichtungen und deren buntes Treiben bezahlt, mag man gut oder schlecht finden, aber es ist die gängige Methode der Finanzierung.

Heutige Schulen zählen überwiegend zu den staatliche Einrichtungen, mit denen die Herrschenden bestimmte Ziele verfolgen. Also finanziert der Staat sie über seinen gängigen Einnahmen, das sind die Steuern. Es gabe natürlich auch anderen Finanzierungsmethoden; zum Beispiel Staatsanleihen, aber derer bedient sich der Finanzminister nun mal nicht.

Ich persönlich halte werder etwas von Religionsunterricht, noch überhaupt etwas von Schulen. Ich finde beides überflüssig. Nur war danach nicht gefragt.

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Sehr gut. Im Religionsunterricht lernt man die verschiedenen Religionen kennen. Im Rahmen der Religionsfreiheit darf man sich dann eine, mehrere oder gar keine für sein Leben wählen und ausüben.

DEN Reli in den hiesigen Schulen möchte ich sehen, in dem über "verschiedene Religionen" sachlich und objektiv berichtet wird!

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@666Phoenix

Ich setze noch einen drauf und sage: Den Religionsunterricht bzw. -lehrer möchte ich sehen, der es schafft, jemanden zu einer Religion zu bekehren. Das wäre wohl die absolute Ausnahme, denn genau des Unterrichts bedürfte es dazu nicht.

Wohl eher des tiefen Glaubens und einer starken Überzeugungskraft. Bis es dazu kommt hat die Schulglocke geläutet und aller Religionsunterricht ist durch Bio, Mathe oder sonstwas abgelöst worden. Und diese Fächer hat man wohl selten beim gleichen Lehrer.

Abgesehen davon: Das berichtet wird, bedeutet noch lange nicht, dass man eine Religion kennenkernt.

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@666Phoenix

Ich habe früher Evangelischen und Katholischen Religionsunterricht besucht, und ich muss sagen, das es beim Evangelischen wirklich recht neutral zuging. Man hat über die Tora ebenso geredet, wie über Bibel und Koran.

Dennoch, oder vielleicht auch deswegen bin ich zur Atheistin geworden ;)

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@Kuhlmann26

Den Religionsunterricht bzw. -lehrer möchte ich sehen, der es schafft, jemanden zu einer Religion zu bekehren.

Dafür sitzen wohl zu wenig andersgläubige im Unterricht. Es geht ja eher darum, das was die Eltern und ggf. der Kindergarten schon mitgegeben haben fester in die Köpfe zu hämmern, damit es auch drin bleibt. Caritas-Märchen zu widerholen und den Leuten einreden sie sind nur gute Menschen weil sie in Reli ne 1 haben...

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Im Religionsunterricht lernt man die verschiedenen Religionen kennen.

Das tut man im Ethikunterricht auch, dazu brauchen wir keine Theologen und Religionsunterricht.

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@matmatmat

Ja, mag sein. Nur war das hier nicht die Frage.

Im Übrigen wird niemand gezwungen, am Religionsunterricht teilzunehmen. Man hat immer noch die Möglichkeit, stattdessen Philosophie (so wie es bei uns war) oder Ethikunterricht zu belegen. Nur ganz dem Unterricht fern bleiben darf man nicht.

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Der Religionsunterricht vermittelt dir nur einen kurzen einblick in die Thematik, alles darüber hinaus obliegt deiner eigenen Interessen. Meine Kinder besuchen alle den Religionsunterricht. Die Entscheidung, was sie daraus Später machen, überlasse ich Ihnen. Religionsfreiheit soll bedeuten das jeder seine eigene Religion unter der Voraussetzung §1 abs. 1 GG ausleben darf.  

Das Problem ist nur, dass es sich um einen staatlich finanzierten christlichen Unterricht handelt.

Da etwa 35% der deutschen konfessionslos sind oder einer anderen Religion angehören, ist das also mehr als fragwürdig.

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Aber auf jeden Fall. Die Inhalte der eigenen Religion müssen erst mal übermittelt worden sein, ehe sich jemand dafür oder dagegen frei entscheiden kann.

Ja, aber das muss nicht in staatlichen Schulen eines angeblich säkularen Staates geschehen!

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Sollten wir dann auch Scientology's Dianetik erst mal in der Schule vermitteln, bevor sich jemand dafür oder dagegen frei entscheiden kann?

Nein? Warum nicht?

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@joangf

Wir haben Scientology und seine Lehren tatsächlich im Religionsunterricht behandelt. 

Fiel unter das Thema "Sekten". 

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@joangf

joang

Warum nicht? Vlt. wächst dann die Anzahle derer, die dieseS Zeug ablehnen. 

Aber dazu bedarf es keines Reli-Unterrichtes!

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Es gab mal das Fach "Staatsbürgerkunde" (DDR). Da sollte man zu einem Kommunisten erzogen werden. Hat bei den wenigsten geklappt. Ob es beim Reli.-Unterricht an der Schule anders ist?

Wenn die Eltern meinen, sie möchten ihren Kindern ihre Religion vermitteln, dann sollten sie es selbst zu Hause machen. Soviel Wert sollten ihnen ihre Kinder sein.

Wie sieht Gottes Wort diese Thematik?:

"es soll sich erweisen, daß diese Worte, die ich dir heute gebiete, auf deinem Herzen sind; 7 und du sollst sie deinem Sohn einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst und wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst." (5. Mose 6:6, 7)

Zuerst müssen die Eltern also ihre Religion "im Herzen" haben — also selbst danach leben. Sonst wird es schwer, den Kindern etwas bermitteln zu wollen.

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@OhNobody

hallo, nobody, die Frage ging um Reli-Unterricht in der Schule, nicht um elterliche Indoktrinierung in Deinem Königreichssaal!

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Die Religionsfreiheit erlaubt dir irgendetwas zu glauben oder irgendetwas nicht zu glauben, daran ändert auch der Religionsunterricht nicht, der übrigens meistens freiwillig ist.

Man muss schon etwas lernen über die Religion, die man bzw. die die Eltern für einen gewählt haben...

Wie passen Physikunterricht und freie Berufswahl zusammen?

Der Punkt ist, dass man in der Schule etwas über die verschiedenen Glaubensrichtungen und Religionen lernt. Das ist einfach Allgemeinbildung.

Welchen Glauben man aber selbst hat, ist davon unberührt.

Warum sollte das nicht zusammenpassen? Niemand wird ja gezwungen die Religion auszuüben, nur weil er da im Unterricht sitzt.

Allerdings finde ich, das der Reliunterricht generell abgeschafft, und durch Ethik ersetzt werden sollte.

Dort sollte dann möglichst Wertungsfrei über Religionen aufgeklärt werden.

Gar nicht.

Entweder müsste es dann auch einen hinduistischen, islamistischen, daoistischen… Religionsunterricht geben.

Oder besser, es gibt einfach nur einen Ethik-Unterricht für alle. Genau wie es einen Politikunterricht für alle gibt und keinen SPD- oder CDU-Unterricht.

Alles, bis auf Islamistisch

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Am Religionsunterricht sollten alle teilnehmen, aber dann sollte auch über alle Religionen gesprochen werden und nicht nur über eine ...

aber dann sollte auch über alle Religionen gesprochen werden und nicht nur über eine

Die christliche Religion ist nun mal die Glaubensrichtung, die mit ihrem Einfluß die Kultur Westeuropas am stärksten geprägt hat. Im Geschichtsunterricht behandelt man ja auch das klassische Griechenland, die alten Römer, das europäische Mittelalter usw. und in der Regel nicht die japanische Feudalzeit.

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Dann sollte man aber auch für jede behandelte Religion einen Vertreter dabei haben — sonst wird so manche Religion als Sekte abqualifiziert.

Oder der Lehrer müsste völlig neutralen Unterrichtsstoff zur Verfügung haben, der frei ist vom Gedankengut sogenannter Sektenbeauftragter. Die arbeiten nämlich in der Regel im Auftrag einer Konfession und sind deshalb nicht neutral.

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Es gibt in der juristischen Literatur keine " Religionsfreheit ".Dafür gibt es eine Glaubens-Bekentnis-und Gewissensfreiheit gem.Art.4 GG.

Dies als Religionsfreiheit zu bestimmen, ist eine Erfindung von feministischen Jiristinnen, die grundlos von einer Religionsfreiheit fabulieren.Art.4 ist ein Indvidualrecht.Religionsfreiheit, Freiheit der Religion ( ??? ) wäre dagegen ein Kollektivrecht, was aber im Art.4 GG nicht gemeint ist.Dieses Grundrecht bezieht sich immer auf eine einzelne Peerson und nicht auf die Glaubensgemeinschaft oder eine Religion.


Das sollte man wissen, aber  leider werden  diese Tatsachen ignoriert!

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Deutsch hattest du wohl auch nicht im Unterricht. In Religionsunterricht treibt man dich nicht zu einer Religion, dir wird erklärt, welche Religionen es gibt, was diese unterscheidet, usw.

Ich bin ja dafür, dass Religionsunterricht aus den Schulen verschwindet.

Man kann das Thema in Sozialkunde behandeln, aber einen kath. bzw. ev. Religionsunterricht finde ich nicht gut! Man zwängt den Kindern hier etwas auf, was sie in dem Alter meißt noch gar nicht verstehen.

Die CSU hält ja auch keinen Politikunterricht um Mitglieder zu gewinnen ...

Stimmt. Aber das Aufzwingen - sprich die Indoktrination - begann bereits mit der Taufe und setzt sich über kirchliche Kindergärten, Kommunion, Firmung, Konfirmation bis zum Religionsunterricht an der Schule fort. Man kommt damit also zu spät. Wenn, dann müssen die Kinder frei erzogen werden und können sich dann später objektiv für eine Religion entscheiden, wenn sie das möchten. Das würde dann nur niemand tun...

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@joangf

Es würde schon ml helfen in er Schule einen neutralen, auf gemeinsamen Werten aufbauenden Unterricht für alle zu haben, der den Mist der zu Hause teils erzählt wird - egal ob jetzt von Christen, Muslimen oder Scientology - zu relativieren und alle Kinder auf ein gemeinsames Wertefundament zu stellen...

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Man zwängt den Kindern hier etwas auf

Meines Erachtens tut man das nicht. Man erklärt den Kindern, wovon die Gläubigen der eigenen Konfessionsgemeinschaft überzeugt sind - man überzeugt die Kinder jedoch nicht, selbst gläubig zu werden.

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@GanMar

Ja, es beginnt mit der Taufe. Das sollte endlich abgeschafft werden!

Ich meld mein Kind nach der Geburt ja auch nicht bei der CSU an. Das überlässt man ja auch den Kindern selber, wenn sie erwachsen sind. Dieses "Muss", dieser Gemeinschaftszwang ist eine Katastrophe. Die wenigsten Eltern sind gläubig, aber weil alle zur Taufe gehen, oder zur Kommunion etc. müssen alle Kinder dort hin ...

Es ist Zeit für einen Sinneswandel. Niemand, der nicht wirklich gläubig ist, sollte an so etwas teil nehmen .... dann würde sich bald einiges von alleine erledigen ...

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Ich verstehe die Frage nicht ganz.

Meinst du "Religionsfreiheit" sei die "Freiheit von Religion"? Dann sieh "Religionsfreiheit" einfach positiv: die Freiheit, seine Religion ausüben und leben und auch in der Schule etwas über sie erfahren zu dürfen.

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