Wie oft kann man sich erlauben geblitzt zu werden <20 km/h zu schnell?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Hallo JustAskYou33,

nicht nur bei schwerwiegenden Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung, sondern auch wenn  wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften verstoßen wurde, kann die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Das Gesetz sagt dazu folgendes:

***************************************************************************************

§ 46 FEV - Entziehung, Beschränkung, Auflagen

(1) Erweist sich der Inhaber einer Fahrerlaubnis als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, hat ihm die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis zu entziehen. Dies gilt insbesondere, wenn Erkrankungen oder Mängel nach den Anlagen 4, 5 oder 6 vorliegen oder erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder Strafgesetze verstoßen wurde und dadurch die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ausgeschlossen ist.

(2) Erweist sich der Inhaber einer Fahrerlaubnis noch als bedingt geeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, schränkt die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis so weit wie notwendig ein oder ordnet die erforderlichen Auflagen an. Bei Inhabern ausländischer Fahrerlaubnisse schränkt die Fahrerlaubnisbehörde das Recht, von der ausländischen Fahrerlaubnis im Inland Gebrauch zu machen, so weit wie notwendig ein oder ordnet die erforderlichen Auflagen an. Die Anlagen 4, 5 und 6 sind zu berücksichtigen.

(3) Werden Tatsachen bekannt, die Bedenken begründen, dass der Inhaber einer Fahrerlaubnis zum Führen eines Kraftfahrzeugs ungeeignet oder bedingt geeignet ist, finden die §§ 11 bis 14 entsprechend Anwendung.

(4) Die Fahrerlaubnis ist auch zu entziehen, wenn der Inhaber sich als nicht befähigt zum Führen von Kraftfahrzeugen erweist. Rechtfertigen Tatsachen eine solche Annahme, kann die Fahrerlaubnisbehörde zur Vorbereitung der Entscheidung über die Entziehung die Beibringung eines Gutachtens eines amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfers für den Kraftfahrzeugverkehr anordnen. § 11 Absatz 6 bis 8 ist entsprechend anzuwenden.

(5) Bei einer ausländischen Fahrerlaubnis hat die Entziehung die Wirkung einer Aberkennung des Rechts, von der Fahrerlaubnis im Inland Gebrauch zu machen.

(6) Mit der Entziehung erlischt die Fahrerlaubnis. Bei einer ausländischen Fahrerlaubnis erlischt das Recht zum Führen von Kraftfahrzeugen im Inland.

***************************************************************************************

Das bedeutet, dass Dir auch für Verstöße, für die

  • nur ein Verwarnungsgeld,
  • keine Punkte,
  • kein Fahrverbot und
  • kein Eintrag als A oder B - Verstoß

verhängt wurde, die Fahrerlaubnis gem. der eben angeführten Rechtsgrundlage und den fett dargestellten Text entzogen werden kann.

In der Regel wird zur Entscheidungsfindung , ob die Fahrerlaubnis zu entziehen ist die MPU angeordnet.

Auch als Auflage für die Neuerteilung kann zum Beispiel eine erneute MPU gefordert werden.

Der Entzug der Fahrerlaubnis ist nicht zeitlich begrenzt, sondern sobald Du nachweisen kannst, dass Du wieder zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet bist, kannst Du eine neue Fahrerlaubnis beantragen.

Übrigens, nicht nur für Verstöße im fließenden Verkehr kann die Fahrerlaubnis entzogen werden, sondern auch bei ausreichender Anzahl von Parkverstößen.

Kannst Dir ja mal die Ausführungen des Rechtsanwaltes Dr. Hartmann zu diesem Thema durchlesen:

http://www.ra-hartmann.de/mpu-anordnung-wegen-zahlreicher-parkverstoesse-dr.-hartmann-partner.html

Was natürlich für Parkverstöße gilt, gilt erst recht für Geschwindigkeitsverstöße, wobei hier sicherlich eine wesentlich geringere Anzahl an Verstößen zum Entzug der Fahrerlaubnis führen kann.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Heißt das also, dass ich 20mal geblitzt werden kann, wenn ich nicht schneller als 20 km/h zu schnell unterwegs war, ohne das sich meine Probezeit verlängert?

Grundsätzlich ja.

Wenn diese Verstöße aber in einem sehr engen Zeitfenster geschehen, z.B. Du wirst in einem Monat 30 mal mit 18 km/h zu schnell erwischt und dies dem bearbeiteten Sachbearbeiter auffällt, dann kann die Behörde eine MPU fordern, da eine so hartnäckige Begehung von Verstößen Zweifel an deiner Fahreignung weckt.

Wenn die MPU dann negativ ausfällst oder Du diese erst gar nicht machst, dann kann dir die FE entzogen werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Probezeit hin oder her mit so was ist der Schein ganz schnell ganz weg . Egal wie gering das Bussgeld immer ist  viel kleiner Mist macht auch einen großen Misthaufen . 

Und bei 20 mal ist das schon ein sehr großer Haufen . 

Auch kleine Delikte führen zum Entzug der Fahrerlaubnis da hat man sich mit solcher Fahrweise als ungeeignet zum führen von KFZ erwiesen . 

Selbst zu viel Falschparken kann zum Füherschein Verlust führen und dann ist das kein Fahrverbot für 1-3 Monate dann ist der Schein erst  mal weg . 

Das ist dann der Führerscheinentzug der dann nach der Zeit dann neu gemacht werden muss den der ist dann ganz weg 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Antitroll1234
18.04.2016, 16:11

Auch kleine Delikte führen zum Entzug der Fahrerlaubnis da hat man sich mit solcher Fahrweise als ungeeignet zum führen von KFZ erwiesen . 

Selbst zu viel Falschparken kann zum Füherschein Verlust führen und dann ist das kein Fahrverbot für 1-3 Monate dann ist der Schein erst  mal weg . 

Nein, WENN dies dem Bearbeiter auffällt wird dem Fahrer erstmal eine MPU aufgelegt, erst wenn diese negativ ausfällt oder wenn diese in der Frist nicht vorgelegt wird, erst dann kann aufgrund dessen die FE entzogen werden bei seeeehr vielen geringfügigen Verstößen.

Aber damit dies geschieht muss dies wie erwähnt erstmal einem Bearbeiter auffallen, dies ist sehr unwahrscheinlich da es sich lediglich um ein Verwarngeld handelt und es muss enorm viel vorgefallen sein z.B. in 30 Tagen 30x wegen Geschwindigkeitsübertretung oder Falschparken auffallen.

0

Jeder Autofahrer hält sich selbst für einen guten Autofahrer. Denn um die eigene Inkompetenz auf einem Gebiet zu erkennen fehlen einem genau die Fähigkeiten, die einen kompetenter werden lassen. Eigentlich ein sehr simpler Zusammenhang, aber gerade bei Autofahrern ist das Phänomen der Selbstüberschätzung sehr verbreitet.

Akzeptiere, dass du noch kein guter Autofahrer bist, und handle entsprechend um die anderen Verkehrsteilnehmer und dich selbst nicht zu gefährden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Jein, wenn du Pech hast und die Sachbearbeiterin sich an dein Gesicht erinnert weil du an dem Tag das 5 x an der selben Stelle geblitzt worden bist, könnte Sie das Bußgeld auch erhöhen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ja, es sollte nichts passieren, schön ist es aber trotzdem nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Soweit ich weiß, werden Höchstgeschwindkeitsverstöße unter 20 Km/h mit 30-35€ Bußgeld bestraft und würden somit nicht in besagten Bereich fallen, der sich auf deine Probezeit auswirkt.

Ich empfehle dir jedoch noch einmal im Internet nach dem aktuellen Bußgeldkatalog zu suchen und dich nach den gängigen Bußgeldern bei Höchstgeschwindigkeitsverstößen Außerorts und Innerorts zu erkundigen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von JustAskYou33
18.04.2016, 12:29

Laut Bußgeldkatalog 16-20km/h zu schnell "außerorts" 30€

0

Was möchtest Du wissen?