Wie oft kann man den Gutachter bei Psychotherapien anfragen?

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4 Antworten

Du bist bei einem Verhaltenstherapeuten. Da stehen für Kurzzeittherapie 25 Stunden zur Verfügung. Danach wird ein Umwandlungsantrag auf Langzeittherapie gestellt. Da kommen noch einmal 20 Stunden dazu. Dann kann noch ein Antrag auf Verlängerung gestellt werden. Das sind weitere 15 Stunden. In begründeten Ausnahmefällen kann dann noch einmal eine Verängerung um 20 Stunden gestellt werden. Danach ist dann definitiv Ende. Du kannst mit der Krankenkasse reden. Einige bezahlen einen Therapiewechsel zu einer anderen Therapierichtung: entweder Tiefenpsychologie oder Psychoanalyse. Ansonsten musst du zwei Jahre warten, bis du wieder eine Verhaltenstherapie machen kannst Kuemmy

MSPriv 30.11.2013, 11:20

Ansonsten musst du zwei Jahre warten, bis du wieder eine Verhaltenstherapie machen kannst

Das ist Unsinn. Es muss dann eine neue Therapie sofort nach der Probatorik im Gutachterverfahren beantragt werden. Es gibt keine Sperre! Wenn eine Psychotherapie wirklich notwendig ist, wird diese in Deutschland auch von der gesetzl. Kasse bezahlt, ohne Spreefristen. Steht auch alles in den Richtlinen und im SGB. Punkt.

Hört auf, psychisch erkrankte Menschen zu verunsichern!!!

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Die Antwort von kuemmy ist weitgehend richtig: 60 Stunden im Regelfall, 80 Stunden sind im Ausnahmefall bei einer Verhaltenstherapie möglich (tiefenpsychologisch wäre 80/100 Stunden), danach ist definitiv Schluss.

Hier nochmal das leidige Streitthema einer Neubeantragung vor Ablauf der "Zweijahresfrist" (an MSPriv). Es ist zwar theoretisch möglich, über ein Gutachterverfahren innerhalb dieser Zeit neu zu beantragen. Praktisch ist das aber ein ernsthaftes Problem, da sich kaum ein Therapeut findet, der das macht. Warum sollte er auch, da kassenzugelassene Psychotherapeuten von neuen Patienten überrannt werden, bei denen sie keine Berichte schreiben müssen, um eine Therapie neu beginnen zu dürfen. Und da das Berichte schreiben wenig beliebt (weil zeitaufwendig und schlecht bezahlt) ist und das auch noch bei einem Patienten passieren müsste, den man nur maximal fünf probatorische Sitzungen kennt, ist das eine wenig attraktive Option.

Fazit: Dieses "es gibt keine Sperre" ist nur theoretisch, nicht aber praktisch richtig.

Eine hier noch nicht erwähnte Möglichkeit ist aber, nach Ende der bewilligten Stunden über eine andere Ziffer Therapie zu machen, was allerdings nur dreimal im Quartal geht (auch jeweils 50 Min.). Das machen jedoch nicht alle Therapeuten, weil es schlechter bezahlt wird als eine reguläre Sitzung - also: am besten Deinen Therapeuten deswegen fragen!

Bei Verhaltenstherapie ist i.A. bei 80-100 h Schluss, bei den anderen Verfahren können es auch doppelt so viel werden. Wenn unbedingt nötig, zur Vermeidung von Klinikaufenthalten etc. leistet manche Krankenkasse auch mehr. Der Gutachter empfiehlt nur - die Krankenkasse ist nicht daran gebunden.

MSPriv 30.11.2013, 11:15

nur - die Krankenkasse ist nicht daran gebunden.

Die gesetzlichen KKs sind praktisch daran gebunden. Der Gutachter ist von der Kassenärztlichen Vereinigung bestellt und damit unabhängig von der Krankenkasse. Hier gibt es ene gesetzliche Leistungspflicht

Bei Privaten gibt es kein Gutachterverfahren ieS, dort wird der Sachbearbeiter von einem von der Versicherung engagierten Facharzt quasi-gutachterlich beraten. Die Versicherung ist aber nicht an diese Empfehlung gebunden, hält sich aber zumeist daran. Hier liegt ja erstmal ein privatwirtschaftlicher Vertrag vor.

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Besprich das bitte mit deinem Psychotherapeuten! Das hängt nämlich von vielen Faktoren ab, zB auch vom Verfahren.

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