Wie oft gibt es Dammrisse bei der Geburt?

5 Antworten

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Der Damm wird durch den tiefertretenden kindlichen Kopf ausgewalzt und sehr gedehnt und gespannt. Wenn nicht genug Platz da ist, reißt er ein, er stellt quasi eine "Sollbruchstelle" dar.

In Deutschland liegt die Häufigkeit von Dammrissen - je nach Studie - zwischen 20 und 30 Prozent. Meist sind es aber nur kleinere Risse in der Scheidenwand, die auch von allein - also ohne Behandlung - heilen.

Doch konkrete Zahlen sind schwierig zu benennen, da es ja leider auch immer noch Kliniken gibt, die einen Dammschnitt routinemäßig durchführen.

Sehr viel seltener sind Dammrisse 3. und 4. Grades. Sie treten bei 0,7 bis 6 Prozent aller Geburten auf.

Gut versorgte Dammschnitte, Risse (auch seltene höhergradige) und andere Weichteilverletzungen (bei Bedarf Naht in örtlicher Betäubung) heilen in der Regel schnell und komplikationslos.

Alles Gute für dich!

Woher ich das weiß:Beruf – Ich bin seit über 30 Jahren Hebamme

Vielen Dank für deinen Stern!

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Es ist leider aus der Mode geraten, Damm und Scheide vorzubereiten, daher kommt es häufiger zu einem Schaden. In der Klinik wird eher geschnitten. Leider muss man sagen, das heilt oft sehr viel schlechter als ein Riss.

Die Gesamtzahl der Schäden ist hoch, bestimmt über 80 %

Das liegt wohl weniger an mangelnder Vorbereitung - welche Frau kam wohl vor Jahrzehneten auf die Idee einer Dammmassage in der Schwangerschaft oder hatte gar so etwas https://epino.de/epi-no.html zur Verfügung?

Viel mehr wird die Versorgung und Ernährung von Schwangeren immer besser und die Babys immer schwerer.

Auch bekommen Frauen ihre Kinder heutzutage immer später. Bei älteren Frauen übertragen sich aber Stoffwechselstörungen und Übergewicht vermehrt auf das Neugeborene, was eine weitere Ursachen für den Anstieg von übergewichtigen Babys ist.

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@isebise50

Deine Zeitvorstellung müsste etwas ausgedehnt werden. Vor Jahrzehnten kam da keiner drauf, heute auch weniger. Rechne eher 100 Jahre und mehr zurück. Da war eine Vorbereitung normal. Heute sind wir eher in einem Bereich, da werden solche Dinge verspottet oder belächelt.

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@brennspiritus
Rechne eher 100 Jahre und mehr zurück. Da war eine Vorbereitung normal.

Hört sich interessant an - hast du da mal eine Quelle?

Denn meines Wissens nach war die Geburtsvorbereitung inklusive Informationen zur Dammmassage etc. noch nie so präsent und üblich wie in der jetzigen Zeit.

Früher war alles im unteren Bereich ein absolutes Tabu.

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@isebise50

Quelle ist meine Uroma, die in den 30ern ihre Kinder bekommen hat. Sie wusste sogar wie man eine unerwünschte Schwangerschaft beendet. Hat sie von ihrer Mutter gelernt, meinte sie.

Tatsächlich gab es viele Tabus, aber wohl nicht unter Frauen.

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Ich hatte einen - und "zum Glück" haben sie es reißen lassen. ES wurde genäht und ist später wirklich gut wieder verheilt. Und das, obwohl ich brav vorbereitet hatte....

Bei einer Geburt im Krankenhaus nicht sehr oft. Droht ein dammriss wird schnell ein dammschnitt gemacht.

Lg

Das widerspricht der aktuellen Leitlinie "Vaginale Geburt am Termin" der DGGG - aber auch vorher sollte es sich schon seit Jahren in Kliniken herumgesprochen haben, dass ein Riss in der Regel besser heilt, als ein Schnitt.

Zum Glück setzt das ein Großteil der Kliniken um und es wird von Dammschnitten ohne Indikation abgesehen. Eine Episiotomie soll nur durchgeführt werden, wenn dadurch die Geburt eines kompromittierten Kindes beschleunigt werden kann.

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@isebise50

Ja da hast du recht. In unserer Klinik wird es leider bei fast jeder Geburt gemacht. Und auch was ich so gehört habe wird das bei uns fast überall so gemacht.

Lg

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@LinnyPenelope

Das finde ich absolut erschreckend...

Vielleicht sollte man den Frauen mal stecken, dass schon seit der Reichsgerichtsentscheidung vom 31.05.1894 (nein - kein Tippfehler!) jeder ärztliche Heileingriff am Patienten, der in die körperliche Unversehrtheit eingreift, als objektiv tatbestandsmäßige Körperverletzung gilt.

Was mich wundert, dass die Hebammen nicht sturmlaufen.

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@isebise50

Gut wie genau das abläuft weiß ich nicht. Komme erst demnächst auf die gynäkologische Station als azubi. Man kanns nur im System bei vielen frauen lesen. Aber wenn ich mich richtig errinere sieht man auch oft einen dammriss stehen. Ich bin gespannt wie das bei und genau abläuft. Aber unsere Klinik ist auch absulut keine vorzeigenklinik.

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@LinnyPenelope

Klar kann es zu Geburtsverletzungen kommen - siehe dazu gerne meine Antwort oben.

Aber es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen einem "physiologischen" Riss oder einem von Dritten ggf. unnötig zugeführten Schnitt.

Man kanns nur im System bei vielen frauen lesen.

Ihr könnt auf Daten anderer Stationen zugreifen? Das ist bei uns im Haus aufgrund von Datenschutzbestimmungen nicht (mehr) möglich...

Aber unsere Klinik ist auch absulut keine vorzeigenklinik.

Wir auch nicht... Aber zum Glück sind wir ein alteingesessenes Kreißsaalteam und das Gros von uns Hebammen arbeitet schon 20 bis 30 Jahre miteinander und die jungen fügen sich nahtlos ein.

Da läuft so gut wie keine Entscheidung über unsere Köpfe...

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@isebise50

Ja das ist mir bewusst.

Ja beschränkt. Also ich kann auf die Betten zugreifen wegen verlegungen. Und wir Azubis kucken uns dann immer die Erkrankungen an zum lernen. Und bei den Frauen sieht man auf der gyn meistens immer dammriss oder dammschnitt stehen.

Ach na wenigstens etwas. Ich würde niemals in unserer Klinik entbinden wollen. Was ich da mit bekommen habe ist jetzt nicht gerade so toll aber schlimmer geht es natürlich auch.

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In der Klinik selten, weil rechtzeitig ein Dammschnitt gemacht wird.

Das widerspricht der aktuellen Leitlinie "Vaginale Geburt am Termin" der DGGG - aber auch vorher sollte es sich schon seit Jahren in Kliniken herumgesprochen haben, dass ein Riss in der Regel besser heilt, als ein Schnitt.

Zum Glück setzt das ein Großteil der Kliniken um und es wird von Dammschnitten ohne Indikation abgesehen. Eine Episiotomie soll nur durchgeführt werden, wenn dadurch die Geburt eines kompromittierten Kindes beschleunigt werden kann.

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@Goldstueck811

Was beuge ich denn da vor?

Der Frau wird eine ggf. unnötige Verletzung zugeführt.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass der Dammschnitt ein Einreißen des Dammes oft nicht verhindern konnte. Zudem werden bei einem Dammriss die Blutgefäße und Nerven oft weniger verletzt als bei einem Dammschnitt. Die Wundheilung ist beim Dammriss meist sogar besser und weniger schmerzhaft als beim Dammschnitt.

https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/schwangerschaft-und-geburt/der-dammschnitt-2009580

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@Goldstueck811

Und ich frage dich, was an einem Dammschnitt besser sein soll als an einem Riss.

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@isebise50

Kann ich nicht beurteilen, denn ich hatte Beides nicht, meiner Hebamme sei Dank!

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@Goldstueck811

Dann ist es ja gut, dass nicht "rechtzeitig" ein Dammschnitt gemacht wurde...

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@isebise50

Zu meiner Zeit wurde der Schnitt gemacht, bevor der Damm reißen konnte! Logisch:, oder? Ob das nun effektiv besser ist, kann ich nicht beurteilen! Jedenfalls sind alle Mädels auf´m Stockwerk auf Reifen gesessen, außer mir.

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@Goldstueck811

Eben - darauf will ich doch hinaus. Hätte man bei dir prophylaktisch (mit deinen Worten "rechtzeitig", "als Vorbeugung") einen Schnitt gemacht, hättest du auch auf Reifen gesessen.

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@Goldstueck811

Nicht?

Vorbeugen ist die beste Medizin!

Eine vorbeugende Maßnahme ist eine Prophylaxe.

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@Goldstueck811

Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Ist aber auch nicht wirklich wichtig.

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