Wie nennt sich diese Art von Gitarren-Griffbrettern?

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4 Antworten

Diese Form nennt sich Scalloped, d.h. wie du schon sagtest, dass das Holz zwischen den Bundstäbchen rausgefeilt oder rausgeschliffen wurde, sodass da Mulden entstehen. Manch einer Scalloped sein Griffbrett ganz durch, manch einer nur in den unteren Bünden.

Soundmäßig bringt das Ganze nix. Einige versprechen sich davon eine bessere Bespielbarkeit und Schnelligkeit, weil der Fingerkuppenkontakt mit dem Griffbrett bei Null liegt, man also keine Reibung beim Benden hat und weil man so besser merkt, mit wie wenig Kraft man die Saiten runterdrücken kann.

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Ja, ich habe damit Erfahrung. Ein guter Gitarrenbauer nimmt für das "scallopen" ein paar hundert Euro. Es spielt sich dann wirklich toll auf der Gitarre. Du brauchst fast überhaupt keinen Druck mehr beim Spielen auszuüben, weil deine Fingerkuppen das Griffbrett selbst kaum oder nicht berühren.

Leider hat das scallopen aber einige erhebliche Nachteile. Der Hals wird instabiler! Du kannst zwar mit dem Metallstab im Hals nachjustieren, das wirst du dann aber öfter tun müssen.

Der Hals ist außerdem mehr für den Klang verantwortlich, als man denkt! Wenn du deine Gitarre scallopen lässt, klingt sie eventuell schlechter.

Außerdem wirst du verwöhnt und hast weniger Lust auf normalen Gitarren zu spielen. Und wenn du deine Gitarre mal verkaufen willst, kann das schwierig werden. Insgesamt gesehen kann ich es nicht empfehlen.

Lieber erstmal eine sehr flache Saitenlage ausprobieren (auch wenn es dann leichter schnarrt) oder versuchen, eine scallopped Gitarre gebraucht zu bekommen.

Wenn du eine Gitarre besitzt, mit der du sehr zufrieden bist, lass sie nicht scallopen. Du kannst es nicht rückgängig machen!!!

Thomas Weber


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Kommentar von Vando
21.03.2016, 23:16

Lieber erstmal eine sehr flache Saitenlage ausprobieren (auch wenn es dann leichter schnarrt) oder versuchen, eine scallopped Gitarre gebraucht zu bekommen. 

Jep, das und schöne Jumbo Frets sind bereits für den Anfänger absolut tauglich. Und wenn man nicht grade Harley Benton und ähnliches kauft, kriegt man auch anständige Saitenlagen hin, mit genügend wenig Schnarren.

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Scalloped, wie bereits mehrmals erwähnt. Und wie die anderen fraganten halte ich das auch für reichlich sinnlos. Das ist IMHO Wichtigtuerei, bei der man den absoluten Gitarrenwizard rauskehren will, der absolut alles macht um die (angeblich) beste und schnellste Gitarre spielen zu können. Das sieht halt exotisch aus und das beeindruckt die Leute halt. (Wirkt ja bei dir auch ;-))

Das sieht man meistens auch nur bei "alten Säcken" die schon in den 70ern gespielt haben wie z.b. Downing oder auch Blackmore von Deep Purple.

Bei jüngeren Gitarristen sieht man das eher selten, selbst wenn die noch so abgefahren und schnell spielen. 

=> Das Prinzip hat sich nicht durchgesetzt und ist wohl eher ein Mythos als echte Verbesserung.

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Kommentar von TheStone
22.03.2016, 12:01

"Das Prinzip hat sich nicht durchgesetzt und ist wohl eher ein Mythos als echte Verbesserung." Das Prinzip hat sich sehr wohl durchgesetzt, nämlich in Form von sog. Jumbo Frets. Als die "alten Säcke" angefangen haben, ihre Bünde runter zu feilen gabs die noch nicht.

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