Wie nennt man eine Person die gegen andere Religionen ist?

11 Antworten

Wenn man nicht nur gegen eine, sondern gegen alle anderen Religionen ist, wäre "Selbstgerechtes Archl0ch" wohl das Fachwort. Aber um es salonfähig auszudrücken, kann man auch "Fundamentalist" dazu sagen.

Fundamentalisten stellen ihre eigene Religion als die einzige mit einer Existenzberechtigung dar und glauben, die Welt wäre eine bessere, wenn es keine anderen Religionen als die eigene gäbe. In der Soziologie werden drei Merkmale genannt, denen Fundamentalisten zustimmen, um als solche zu gelten: Es gibt nur eine korrekte Lebens- und Auslegungsweise für einen Angehörigen der eigenen Religion, die Angehörigen der Religion sollten sich endlich wieder auf ihre Wurzeln besinnen und die eigene Religion und ihre eigenen Gesetze haben Vorrang vor allen weltlichen Gesetzen.

Wenn ein Fundamentalist außerdem den Tod von Ungläubigen herbeisehnt und dieses Ziel auch gern selbst mit Gewalt zu erreichen bereit ist, spricht man von Fanatikern. Doch nicht nur Gewalt ist ein Zeichen für Fanatismus: Abgemilderter Fanatismus äußerst sich auch in radikaler Angstrhetorik und zwanghaften Missionierungsversuchen. Aussprüche wie "Am Ende wirst du schon sehen, aber dann gibt es kein zurück mehr" oder Drohungen mit Hölle oder dem Zorn Gottes sind Erkennungszeichen des Fanatikers.

Wenn man als individueller Mensch unabhängig von seiner eigenen Weltanschauung aber eine andere Religion mit Begründung ablehnt, dann ist man ein Religionskritiker. Tut man das aber ohne Begründung und aus purer Ablehnung heraus, dann ist man Islamophobiker, Christophobiker oder auch Antijudaist (nicht etwa Antisemit, diese sind auch menschenverachtenden Gründen gegen das Judentum als Volk oder Rasse). Je nach Religion gibt es da also verschiedene Bezeichnungen. Und man muss nicht zangsläufig einer bestimmten Religion angehören, um etwas gegen eine andere zu haben - viele Atheisten sind ebenfalls religionskritisch eingestellt, jedoch in der Regel allen Glaubensgruppierungen gegenüber, die sie für Schwachsinn und ihre angehörige schlussrichtig für Schwachsinnige halten.

Es hat mit Intoleranz gegenüber Andersgläubigen zu tun. Wenn jemand von der alleinigen Richtigkeit der eigenen Religion überzeugt ist - was die Anderen glauben, ist falsch! - dann spricht man auch vom "Absolutheitsprinzip."

Man kann solche Personen auch als "indoktrinär Gläubige" bezeichnen, da sie nichts anderes gelten lassen.

Meinst du lediglich den Wunsch, andere Religionen mögen nicht existieren, aktives Dagegenwirken innerhalb moralischer Grenzen oder aktives Dagegenwirken um jeden Preis?

Was möchtest Du wissen?