Wie nennt man dieses Gesellschaftssystem?

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10 Antworten

So was gab es mal im einstigen Jugoslawien unter Tito. Dieses Modell war allerdings nicht gerade erfolgreich, denn bekanntlich kamen in den 60-er Jahren massenweise sogenannte Gastarbeiter aus diesem Land nach Deutschland. Auch der Lebensstandard war innerhalb des Landes regional recht unterschiedlich, dazu kamen noch inflationäre Tendenzen.

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Das ist sehr schwierig zu beantworten, denn auch in der DDR gab es - wenn auch nicht in allen Branchen - Leistungslohn. Es lag dann an dem jeweiligen Chef, wie er das handhabte, ob er diesen tatsächlich nach Leistung vergab oder - um Ärger zu vermeiden - nach dem Gießkannenprinzip verteilte.

Noch etwas anderes habe ich in Ungarn erlebt, denn dort gab es viele kleine Privatläden bzw. -firmen, die man in der DDR so nicht zugelassen hätte. Daher war auch das Warenangebot - vor allem, was Textilien und Schuhe anging - wesentlich vielseitiger. Allerdings war der Wohlstand dort m. E. nicht größer als bei uns, da in gewisser Hinsicht damals auch schon Marktwirtschaft herrschte. So kostete eine 4-Zimmer-Wohnung im Zentrum Budapests damals schon umgerechnet 500.- Mark Miete - in der DDR unvorstellbar. Meine ungarischen Bekannten konnten sie nur bezahlen, indem sie zu dritt darin wohnten - Großmutter, Mutter und Sohn mit jeweils eigenem Einkommen. Zudem kamen viele Ungarn in die DDR zum Arbeiten (mit Hilfe von Staatsverträgen), da die Bezahlung dort offenbar besser war als in Ungarn. Man bekam in Ungarn vieles, was es bei uns nicht gab - aber teuer.

Auch in der DDR gab es Betriebe, die Gewinne abwarfen und fähige Betriebsleiter, aber die Gewinne flossen alle in den Staatshaushalt. Davon wurden dann z. B. die sozialpolitischen Maßnahmen (wie Babyjahr und Ehekredit) finanziert. Es ist also schwer zu entscheiden, was man nun als Wohlstand deklarieren will und wie man Leistung definiert. In der DDR wurde Kindererziehung zweifellos als eine Leistung anerkannt, die in gewissem Maße honoriert wurde. Heutzutage gelten Kinder eher als Privatvergnügen und Eltern, die sich eine Auszeit wegen der Kindererziehung nehmen, schon fast als Faulenzer, denen man anschließend den Aufstieg verwehrt.

Vielleicht kommt das skandinavische Modell deiner Fragestellung am nächsten, aber auch diese Gesellschaftssysteme bezeichnet man als kapitalistisch.

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Du glaubst offenbar, dass im Sozialismus die Menschen nicht nach Leistung und Position bezahlt wurden sowie, dass es keine Karrierechancen gab und das Angebot und Nachfrage keine Rolle spielten.

Du glaubst offensichtlich auch, dass Sozialismus nicht zum Wohstand und Produktivität führen konnte.

Wenn du dich von diesen Vorstellungen befreist wirst du schneller die Antwort finden. Du solltest erstmal etwas vernünftiges zum Wirtschaftssystem in sozialistischen Staaten lesen.

Es gibt keine Namen für die vielen hybriden Systeme dieser Welt. Die deutsche sog. soziale Merktwirtschaft ist auch keine reiner Raubtier-Kapitalismus.

In jedem Staat beschliesst man letzendlich wieviel Staat in der Wirtschaft sein darf. Die Anstrengungen der Neoliberalen dem Staat ganz die Zügel der Wirtschaft zu entreissen haben zum massiven Problemen schon geführt und werden noch mehr davon verursachen. Gerade jetzt stehen die Zeichen eigtl. offenbar auf mehr Staat wenn man die Wirtschaft wirklich aufbauen will. Das Märchen, dass angeblich die unsichtbare Hand des Marktes alle glüchlich und reich macht scheint nicht zu funktionieren.

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Kommentar von Nasdaq14
23.06.2016, 18:41

Tatsächlich ?

Ich bin ja nur Diplom - Volkswirt, und schon " gutes " Mittelalter, aber der Staat war noch nie neoliberaler als zur Zeit.

Zeitarbeit und Leiharbeit waren noch nie so in Mode wie heute udn mit Konditionen geduldet, die in den 90 ern und Angang  21. Jahrhundert so nicht denkbar waren.

" Was " eingreift ist dei EZB und zwar massiv, aber nicht der Staat.

Trotz Rekordüberschüssen, trotz einer schwarzer Null, die sich von einer schwarzen Null als Erfolg bewertet sieht, trotz der Möglichkeit Projekte mit eigenen Statsanleihen zum Nulltarif zu finanzieren und diese daher noch nicht einmal einen Gewinn erwirtschaften müßten - etwa Krankenhäuser und ähnlichem - wobei der Staat noch über die Einkommenssteuer und Mehrwertsteuer verdienen würde, wird diese Chance schlicht verpasst.

Stattdessen überbordende Bürokratie.

Nein da kann ich wirklich keine sinnvolle Tendenz ein Stück wiet weg vom Neoliberalismus erkennen.

Junge Leute empfinden Zeitarbeitsverträge nach der Ausbildung als völlig normal.

Bis zu 80 % der Arbeitsplätze der Jobcenter ( Im Metallbereich ) kommen indirekt über Personalvermittler rein.

Die Menschen sollen bis 70 arbeietne, eine sehr kurzgegriffene Rechnung des Staates, deri völlig unrealiserbar scheint.

Denn auch mit 50 wird in den Betrieben kaum jemand eingestellt, und das obwohl die Leistungsfähigkeit gegeben wäre, aus dem Grund das diese eben meist in den Lohngruppen höher anzusiedeln wären.

Auch hier:

Kein Eingriff des Staates.

Mag ja  sein, das sich das eines Tages wieder ändert, aber zur Zeit ist da weder die Kenntniss, noch die Fähigkeit (  etwa bei Gewerkschaften ) zu erkennen, daran etwas zu ändern.

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

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Kommentar von MDNGT
24.06.2016, 00:36

Aber wie ich gehört habe hat es kein Sozialistisches Land geschafft, Wohlstand zu schaffen

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Staatskapitalismus, wie ihn Frankreich traditionell hat.
Soziale Marktwirtschaft, wie sie Deutschland noch vor 30 Jahren hatte. Seither wird neoliberalisiert als wäre das der Weisheit letzter Schluss.

Ehedem führte die soziale Marktwirtschaft zu mehr Wohlstand, das war einmal. Seit neoliberalisiert wird nimmt die Verarmung und Ungleichheit zu.

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Kommentar von PatrickLassan
23.06.2016, 06:10

Soziale Marktwirtschaft, wie sie Deutschland noch vor 30 Jahren hatte.

Auch vor 30 Jahren gab es keine verstaatlichten Betriebe und Banken in Deutschland,

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Das wäre eine etwas spezielle, sehr sympatische Form von Sozialismus die ich komplett befürworte.

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Utopia !

Die Vorteile des einen Systems mitnehmen und die Nachteile ausblenden - das hat man schon versucht  - in der UdSSR. Die Ergebnisse sind hinlänglich bekannt.

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Kommentar von MDNGT
24.06.2016, 00:38

In der UdSSR hatten die Leute auch keinen Anreiz etwas zu produzieren. Oder würde das in meinem Beispiel genauso passieren?

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So ein System gibt es nicht. Was Du beschreibst sind marktwirtschaftliche 
Elemente, kombiniert mit Planwirtschaft. Das passt nicht.

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Nicht  als staatseigen wie wir es kennen.

Wenn na den Staat aber als Bürger / Mitarbeiter definiert, dann wäre das das

Modell einer humanen Wirtschaftsdemokratie von Ota Šik

Die Mitarbeiter sind gleichzeitig Mitbesitzer des Unternehmens und erhalten ein Gehalt, das durch den Firmenerfolg - der sich wiederum nach Angebot und Nachfrage richtet - durch Beteiligung am Firmenerfolg erhöhen kann.

Mitarbeiter heißt hier also auch Mitunternehmer.

Das entsprechende Buch dazu heißt:

" Der Dritte Weg "

Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq

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Kommentar von Modem1
25.06.2016, 04:33

CSSR  1968  Modell des" Prager Frühling"

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Mir ist zumindest ein solches System nicht bekannt.

Auch würde es nicht funktionieren, denn wenn alles demselben gehört, dann kann es keinen Wettbewerb geben. Einer muss ja entscheiden was wie oft und wie produziert wird. Wenn das immer der gleiche ist, dann kann es ja keinen Wettbewerb geben.

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Kommentar von MDNGT
24.06.2016, 00:33

Könnte der Staat Wettbewerbe schaffen, indem er mehrere Firmen erschafft? Mithilfe eines Geschäftsführers, der mehr bekommt als ein normaler Arbeiter könnte er mehr Gewinn für sich und seine Arbeiter rausholen, indem er sein Produkt gut vermarktet. Oder würde das trotzdem nicht funktionieren?

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Kommentar von PeterNowak
25.11.2016, 17:59

Doch kann es, auf dem Weltmarkt!

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das sieht mir nach Staatskapitalismus aus

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