Wie nennt man diese Lebensanschauung?

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8 Antworten

...die Beschreibung mag zwar "schön" sein - aber ein Leben, auf das dies zuträfe, das kann es letztlich so nicht geben.

Überall da, wo Menschen aufeinandertreffen, bereitet der eine dem anderen "Sorge", lässt ihn "leiden". Und dabei muss das noch gar nicht mal in jedem Fall bewusst (oder gar gewollt) so herbeigeführt worden sein.

Das Leben besteht aus "Glück und Leid", aus genau dieser Polarität. Und dabei ist das eine weder "besser" noch "schlechter" als das andere, sondern einfach dazugehörig (!) zum Leben.

Insofern fällt mir zu deiner obigen Beschreibung (bisschen überspitzt formuliert: dem Bestreben, nicht zu sehr anzuecken mit dem, was und wie man ist) nicht sehr viel mehr ein als der Begriff des "Opportunismus" - das Ziel also mag ja ganz löblich (und ziemlich "hehr") sein  - gleichsam aber auch ziemlich auf die Außenwirkung bedacht; der Mensch selbst also dürfte kein allzu "wahrhaftiger" sein. Und entsprechend unangenehm wohl auch eher der Umgang mit ihm.  

Ich würde es jetzt dem Utilitarismus zuordnen. Grösstes Wohl für die grösste Zahl, wenigstes Leid für die geringste Zahl

Utilitarismus nicht. Das ist weniger ne Lebenseinstellung sondern mehr ein Verfahren für die Beurteilung moralischer Tätigkeiten.

Vulkanismus ist ja auch keine Philosophie und steht trotzdem da ;-) Das sind nur Beispiele und man muss auch nicht alle davon ernst nehmen.

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Bin nicht sicher, aber evt Altruismus? Altruismus heißt ja, dass man sich selbst absolut außen vor lässt...

Das habe ich auch erst gedacht, aber das passt ja nicht ganz.

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Hmm, klingt ein wenig nach Buddhismus auf der anderen Seite würde sich Attribut "wenig Schaden anzurichten"! wohl jede Religion (wenn  auch zu Unrecht, siehe die Kirche) auf die Fahne schreiben.

Muss es das erklärte Ziel sein, so wenig Leid wie möglich zu verursachen oder kann das persönliche Ziel ein ganz eigenes sein, aber der Weg dahin muss mit o.g. Prinzip vereinbar sein?

In jedem Fall wunderbar vereinbar mit Vegetarismus/Veganismus bzw. ohne diesen nicht umzusetzen, wenn man konsequent ist und statt nur Menschen allgemein Lebewesen berücksichtigt.

Eigentlich passt das nicht. Veganer sind teilweise extreme Menschenhasser. Da wird beispielsweise ein unglaubliches Bohei um Honig veranstaltet und zeitgleich preist sich ein Versandhaus mit "veganen (Schuhmarke hier einfügen)", die von Kindern in der dritten Welt unter schlimmsten Bedingungen genäht werden müssen. Die tollen Sneaker sind ja vegan und die Lederstiefel sind es nicht.

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@wueselduesel

Manche Veganer "hassen" nur Fleischesser so wie manche Linke Nazihasser sind (wobei das eh dasselbe ist). Die übelsten Gemetzel werden eben von Menschen veranstaltet - obwohl sie es besser wissen könnten.

Geh mal in einen normalen Schuhladen. Wie viele Schuhe aus biologisch angebauten Materialien findest Du? Wie viele mit Fairtrade-Siegel? Wie viele ausschließlich in Eruopa hergestellte? Und jetzt teil mir die Differenz mit zu einem veganen Schuhladen.

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@BlackRainbow666

Mooooment - also da widerspreche ich ganz massiv. Nicht jeder Linke ist Veganer.

Das sagt ja auch keiner. Nur sind mir eben Stiefel aus Leder lieber als kindergefertigte Sportschuhe. Beides verursacht quasi Leid. Setzt man mir nun aber die Pistole auf die Brust, dann entscheide ich mich für die Stiefel, denn das Menschenleid geht mir deutlich näher.

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@wueselduesel

Das Selbstverständnis vieler Linker - auch wenn sie im Gegensatz zu RTL-Zuschauern zumindest die ersten Schritte getan haben - ist ja auch ein wenig inkonsequent. Wirklich links ist, wer anstrebt, zumindest keine körperliche Gewalt auszuüben. (nicht das einzige Kriterium, aber ohne nicht zu machen)

Gleichzeitig soll es Linke geben, die Fleisch essen, in Anwesenheit Anderer rauchen oder Polizisten mit Steinen bewerfen. Wenn man den Gewaltbegriff differenzieren will: meinetwegen. Da lassen sich brennende Autos und in Notwehr verletzte Rechte vielleicht noch drunterpacken. Aber doch bitte nicht selbst in die Tasche lügen.

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@BlackRainbow666

Grundsätzlich sollte gar keine Gewalt ausgeübt werden (weder physisch, noch psychisch und auch nicht strukturell), aber so lange wir im Falschen leben läßt sich das nicht völlig umsetzen.  Es ist nur so, dass Veganismus und auch beispielsweise Feminismus mit linken Idealen nichts zu tun hat. Das eine ist eine Fehlentwicklung aus den 70ern und das andere eine aus den 90ern/2000ern. Vorher kannte kein Mensch den Veganismus. Ein anderes Beispiel von falsch verstandenem "Linkssein" sind diese Nationalfetischisten von der Israel-über-alles-Fraktion, Stalinfans oder diese Rastafaris, die eine Bewegung imitieren, die für Homophobie, radikales Christentum und völkischen Nationalismus steht. Oder Feministinnen ... die Liste läßt sich beliebig erweitern.

Wo sich da wer in die Tasche lügt und wo da irgendeine "Inkonsequenz" liegen soll... naja, egal. Vermutlich sollen Menschen barfuss durch die Welt laufen und auch kein Wasser mehr trinken, da dort ja auch Kleinstlebewesen enthalten sind. Wir müssten also komplett aufhören zu existieren.

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@wueselduesel

Wenn das aus diesem Grund Dein Ziel ist, dann wäre das eine extrem altruistische Entscheidung. So wie es auch extrem altruistisch ist, einen Mundschutz gegen das Einatmen von Kleinstlebewesen zu tragen und ständig mit dem Besen vor sich zu kehren ... Aber ist das verrückter als tausende von Tieren in Ställen einzusperren und sie irgendwann mit dem Bolzenschussgerät zu besuchen?

Manche formulieren das so: "Vermeide das Vermeidbare." Wenn Du mir jetzt erzählst, es ist nicht vermeidbar, Tiere absichtlich zu ermoden, weil es nicht vermeidbar ist, Tiere einzuatmen, dann suchst Du offenbar nur nach einer Rechtfertigung für Dein eigenes Verhalten.

Oder wie wäre es damit: es ist nicht vermeidbar, Ausländer zu diskriminieren, weil es nicht vermeidbar ist, Angst vor Fremdem zu haben? Jeder hat Angst vor Fremdem, Unbekannten. Wenn Menschen jemanden sehen, den sie nicht kennen, haben sie immer (auch) Angst vor ihm - das ist evolutionär sinnvoll. Wenn dieser Unbekannte dann auch noch anders aussieht als alles was ich kenne, entsteht die Keimzelle für "Schwarze sind Affen.", "Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg.", "Die sollen bleiben wo sie sind." Zu bekämpfen ist doch da nicht die (Ur-)Angst, sondern der Umgang mit ihr.

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@BlackRainbow666

Kurz: Ja, das ist verrückter. Das eine ist eine Neurose und das andere eine Notwendigkeit.

Soso, die Urängste. Übereifriges Erstsemester, was? ;-)

Ich pick mir mal eins raus um dir zu zeigen, wie sehr du auf dem Holzweg bist. "Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg" ist weniger (bzw. überhaupt keine) eine Urangst, sondern einfach nur das simple Unverständnis von wirtschaftlichen Zusammenhängen. Nicht umsonst heißt es ja, dass der Nationalsozialismus der Sozialismus des dummen Kerls ist.

Zu den anderen Punkten: Das stimmt schon teilweise, nur ist es eben keine Urangst, wenn ich keinen B12 Mangel und keine Kinder mit Hirnschäden haben möchte, sondern ein ganz reales Risiko. Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

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@wueselduesel

B12 Mangel ist nicht die Schuld veganer Ernährung, sondern unnatürlichen Anbaus und Verarbeitung. Mikroorganismen scheiden B12 aus. Natürliche pflanzliche Nahrung ist mit diesen besiedelt.

Wenn nun die Lebensmittelindustrie auf die Idee kommt, Felder zu spritzen und Äpfel zu wachsen, ist das nicht meine Schuld. Da es aber evtl. mein Problem werden könnte, könnte ich B12 supplementieren. Ein derartiger B12-Mangel wäre aber kein Mangel an Möglichkeiten, sondern ein Mangel an Auswahl.

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@wueselduesel

Es ist im übrigen auch notwendig, die Frauen des Stammes der anderen Seite des Flusses zu vergewaltigen, um das eigene Revier zu behaupten.

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"Ich möchte nur durchs Leben kommen [...]"

Das musst Du bitte kurz genauer erklären. Kann man missverstehen.

Durchs Leben kommen = die Zeit auf dieser Erde rumkriegen. Was gibt es denn da nicht zu verstehen?

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@wueselduesel

Hmm. Das klingt dann für mich schon eher nach einer psychologischen als einer philosophischen oder religiösen Lebensweise.

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@Straytmind

Kann sein. Ich dachte nur, dass es eventuell eine Bewegung gibt und das dieses Konzept irgendeinen Namen trägt. Aber anscheinend ist dem nicht so.

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