Wie nennt man den imaginären Orbit um einen Himmelskörper, bei dem die Umlaufzeit eines potentiellen Mondes der Rotationsperiode des Mutterplaneten entspricht?

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3 Antworten

Doppelt gebundene Rotation? Der Mond dreht sich während eines Umlaufs
um das Mutterobjekt auch einmal um die eigene Achse (einfach gebundene
Rotation), jedoch dreht sich das Muttergestirn ebenfalls einmal um die
eigene Achse (doppelt gebundene Rotation). Der Mond wendet dem
Muttergestirn also nicht nur immer die gleiche Seite zu, sondern steht
am Himmel auch immer an derselben Stelle. Typisches Beispiel ist das
Pluto-Charon-System.

Übrigens scheinst du da ein paar Sachen
durcheinander zu bringen, und auch nicht genau zu wissen, wie Gezeiten
eigentlich funktionieren. Ein ominöser Orbit, hinter dem sich alles
wegbewegt und vor dem alles unweigerlich in Zerstörung durch
Gezeitenkräfte und Kollision endet, existiert nicht.

Bei
Gezeitenbeschleunigung tritt eine Übertragung von Eigendrehimpuls in
Bahnbreimpuls auf. Sobald ein Gleichgewicht vorhanden ist, wird keine
Energie mehr übertragen, weil die niedrigste Gesamtenergie bereits
erreicht ist. Das der Mond sich immer noch von uns entfernt liegt also
daran, dass die Erde so einen enormen Vorrat an Eigendrehimpuls hat, 
nicht an den Gezeiten selbst.

Wären die Eigendrehimpulse von
Erde und Mond entsprechend niedrig gewesen, könnten wir im Prinzip auch
ein doppelt gebundenes Erde-Mond-System haben, bei dem der Mond
meinetwegen nur 80 000 km oder sogar noch weniger entfernt ist. Und wäre
der Drehimpuls des Mondes hoch genug gewesen, wäre es ebenso denkbar
gewesen, dass wir heute einen Mond hätten, dessen Oberfläche wir von
verschiedenen Seiten sehen.

Die Gezeitenkräfte sind also nur für die Übertragung der Energie zuständig, welche an sich vom Drehimpuls zur Verfügung gestellt wird.

Beim
Marsmond Phobos ist  es nun so, dass das Ungleichgewicht auf Seiten des
Bahndrehimpulses liegt. Dies liegt daran, dass der Mond dem Planeten
sehr nahe ist und daher auch eine hohe Bahngeschwindigkeit besitzt. Es
wird daher Energie des Bahndrehimpules abgezogen und dem Drehimpuls von
Mars hinzugefügt. Statt dass die Rotation abnimmt, wie das bei der Erde
der Fall ist, dreht sich Mars immer schneller, und der Mond härt sich
dem Planeten.

Das könnte im Prinzip so weitergehen, bis der
Mond auf dem Planeten aufschlägt. Realistisch betrachtet wird dies aber
nicht passieren, da der Mond dem Planeten bereits so nahe ist, dass die
Gezeitenkräfte den inneren Zusammenhalt des Mondes stört. Bevor der Modn
also auf den Planeten aufschlägt, wird er durch die immer stärker
werdenden Kräfte auseinandergerissen.

Übrigens ist es auch
denkbar, dass die Orbitalgeschwindigkeit eines Mondes der
Rotationsperiode des Planeten entspricht und trotzdem der
Gezeitenbeschleunigung unterliegt. Geostationäre Satelliten bremsen
beispielsweise auch die Rotation der Erde, auch wenn das für alle
praktischen Zwecke ohne Bedeutung ist.

LG, NA


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Geostationärer Orbit?

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Kommentar von Trummler
20.02.2016, 17:34

"Geo" = "Erde"    
Aber:
"Mars" ≠ "Erde"   

Es bräuchte eine allgemeine Bezeichnung dafür, aber die Überlegung geht schon mal in die richtige Richtung :)

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Diese Antworten: "Planet??", "gebundene Rotatioin?" XD
OK die antwort is natürlich selbst nicht besser :D

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