Wie nah dürfen Atomkraftwerke an Landesgrenzen gebaut werden?

5 Antworten

Nope, bedauerlicherweise kann das Nachbarland meines Wissens nicht viel mehr tun als freundlich sagen, dass es keinen maroden Meiler an der Grenze haben will. Ansonsten hat man als Grenzbewohner leider "Pech gehabt", wenn es im Nachbarland knallt. Warum das nicht als Gesetz gefordert wurde, kann ich dir auch nicht sagen - vermutlich wie generell bei der Atomkraft aus wirtschaftlichen Gründen, viele Staaten sind nach wie vor stark abhängig vom Atomstrom, da sie kaum andere Stromquellen am Netz haben.

Google mal nach "Tihange", das ist ein belgischer Meiler nahe der deutschen Grenze bei Aachen und entsprechend auch an der niederländischen Grenze. Um ihn gab  und  gibt es heftige Diskussionen, da dort immer wieder Sicherheitsprobleme auftreten und es von deutschen Landes- bzw. Kommunalregierungen Protest gibt und auch von der Deutschen Atomaufsichtsbehörde. Bei ungünstigen Windverhältnissen wäre radioaktiver Fallout in ca. 3 h in Aachen und somit in einer deutschen Großstadt, die Entfernung beträgt ca. 60-80 km je nach Stadtgebiet.

Natürlich gibt es in den Nachbarregionen im Ausland auch entsprechende Katastrophenschutzpläne, falls es zu einem schweren oder katastrophalen Unfall kommen sollte. Inwiefern die dann auch der Bevölkerung was nützen, sei dahingestellt.

Im Zweifelsfall kann man als Bürger nur protestieren und hoffen, dass bis zur Abschaltung nichts passiert. Gesetze, die den Bau in Grenznähe untersagen bzw. reglementieren würden, gibt es meines Wissens (leider) nicht, aber auch die Bevölkerung desselben Landes hat da ja nicht viel zu zu melden.



Es gibt keine direkte Begrenzung. Ein Kernkraftwerk darf überall errichtet werden, wo es der Untergrund und die Umgebung erlaubt. Einzig und alleine sind Länder in der EU verpflichtet die Nachbarstaaten im Rahmen der Espoo-Konvention an einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung teilnehmen zu lassen.

Es gibt hierzu keine Mindestabstände. Ich denke da an das Kernkraftwerk Leibstadt (Schweiz), welches sich flussabwärts auf der linken Rheinseite befindet. Rechtsrheinisch liegen die baden-württembergischen Städte Laufenburg und Waldshut-Tiengen.

Fessenheim ist auch so ein Beispiel, das liegt auch auf der linken Rheinseite am französischen Ufer, rechtsrheinisch ist Deutschland.

Umgekehrt wäre es auch gewesen, wenn Deutschland das KKW Wyhl gebaut hätte -> auf der anderen Seite des Rheins ist Frankreich.

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Wobei Leibstadt in der ganz ursprünglichen Planung ein deutsch/schweizerisches Gemeinschaftskraftwerk werden sollte mit einen Block in Leibstadt, einen in Waldshut-Tiengen. Das RWE änderte aber eine Planungen und verlegte die Planungen weiter Rhein aufwärts, bis man am Ende die Projektion änderte und daraus das Kernkraftwerk Biblis entstand.

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@NuklearTV

Noch interessant zu wissen: In den 70ern plante man in Schwörstadt, unweit von Leibstadt, auf deutscher Seite, das Kernkraftwerk Hochrhein mit 3 Reaktorblöcken à 1300 Megawatt. Das Projekt wurde nie realisiert.

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@NuklearTV

Übrigens plante man in den 70er Jahren fast auf der gegenüberliegenden Seite von Leibstadt (also auf deutscher Seite) das Kernkraftwerk Hochrhein mit Standort in Schwörstadt. Bei Realisierung wären das 3 Druckwasserreaktorblöcke à 1300 MW vom Kaliber Grafenrheinfeld geworden.

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