Wie muss man sich das vorstellen?

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10 Antworten

Du willst also wissen, ob es sich bei der Urzelle, also dem Vorfahren allen Lebens um eine einzelne, individuelle Zelle handelte oder mehr um eine Anzhl von ähnlichen oder identischen Zellen? Habe ich deine Frage so richtig verstanden?

In dem Fall lautet die Antwort: Letzteres.

Dass alle Lebewesen auf diesem Planeten überhaupt einen gemeinsamen Vorfahren haben, ist sehr wahrscheinlich, da sie in grundlegenden Details übereinstimmen, etwa im Gebrauch von DNA als Speicher für Erbinformation (früher wurden vermutlich einfachere Nukleinsäuren verwendet), in der Verwendung von ATP als Energieträger und in der Chiralität ihrer grundlegenden Molekülklassen. In all diesen Bereichen wären auch andere Varianten denkbar. Abweichende Formen konnten allerdings nirgendwo gefunden werden, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass auf der Erde genau einmal Leben entstanden ist und dass dieses Leben der Ahnherr aller heutigen terrestrischen Arten ist.

Aber wenn wir ein Fossil finden und es als Vorfahren eines bestimmten Taxons identifizieren, meinen wir ja auch nicht, dass von genau diesem Individuum das gesamte Taxon abstammt, sondern dass es aus genau der Spezies heraus entstanden ist, der das fossilierte Individuum angehörte, oder zumindest aus einer nah verwandten Spezies mit nahezu identischen Merkmalen. Und eine chemische Reaktion bringt ja auch nicht ein einzelnes Teilchen hervor, sondern eine Unzahl von gleichartigen Molekülen, trotzdem sprechen wir von "dem Produkt" im Singular und rekonstruieren die Mengenverhältnisse und Mechanismen der Reaktion anhand von einzelnen Molekülen.

Genau so ist es, wenn wir von der "Urzelle" oder "LUCA" (last universal common ancestor) sprechen. Damit meinen wir eben nicht wirklich eine einzige Zelle, sondern eine Spezies mit bestimmten Eigenschaften, die an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt unter bestimmten Rahmenbedingungen aus bestimmten Vorläufermolekülen entstanden ist. All diese Variablen zu ermitteln, ist Gegenstand der Forschung.

Kommentar von Whitekliffs
18.05.2016, 15:10

Ach, du hast mich verstanden!!!!!

Also wenn LUCA nicht eine einzige Zelle ist, kann man aber auch nicht sagen, dass alle Lebewesen sich aus einer gemeinsamen Zelle heraus entwickelt haben. Oder? Dann stammen wir auch nicht (als Gesamtlebewesen) von ein und derselben Zelle ab. 

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"A"s haben ab und zu leichte Veraenderungen, weil Genmaterial nicht immer zu 100% exakt kopiert wird. Diese Mutationen koennen 1) keine Auswirkungen haben, 2) Zu dem fruehzeitigen Tod von A fuehren, sodass er keine grosse Chance hat sich weiterzuvermehren oder 3) bringt A einen Vorteil, der dazu fuehrt dass er eine groessere Chance hat sich weiterzuvermehren. Die Nachkommen von A verbreiten diesen Vorteil dann.

Das ganze ist keine gesteuerte Sache und hat viel mit Glueck und Wahrscheinlichkeit zu tun. Ein hypotethischer Superfisch z.B., der sich nur von Wasser ernaehren kann und jeden Tag 100 Nachkommen auf die Welt setzen koennte wird diesen Vorteil nicht weitervererben, wenn er schon als Jungfisch von einem Hai gefressen wurde IYSWIM.

Kommentar von Whitekliffs
18.05.2016, 10:03

Nein, es geht mir um den allerersten Anfang! 

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Ich bin mir nicht sicher, was du mit Lebensformen und mit den A's und B's meinst - Arten oder Individuen?

Eine Mutation erfolgt zunächst mal in einer einzelnen Zelle. Damit die Mutation für die Evolution von Bedeutung ist, muss es eine Keimzelle oder eine ihrer Vorläuferzellen sein. Aus der Keimzelle geht dann, nach der Befruchtung, ein einzelnes Tier oder eine einzelne Pflanze mit veränderten Eigenschaften hervor.

Wenn die veränderte Eigenschaft vorteilhaft ist, wird das Tier oder die Pflanze viele Nachkommen haben, die ebenfalls über diese Eigenschaft verfügen (zumindest als Gen). Im Lauf der Zeit breiten sich die Individuen mit den verbesserten Eigenschaften über die ganze Population aus. 

Damit aus einer Art eine neue wird, müssen sehr viele solcher Mutationen in verschiedenen einzelnen Tieren und Pflanzen entstehen und sich jeweils über die ganze Population ausbreiten. Das muss aber nicht nacheinander, sondern kann auch weitgehend gleichzeitig passieren.

Wenn eine Population geteilt wird (durch geografische Isolation),so dass manche Mutationen nur in der einen Teilpopulation auftreten, während andere Mutationen in der anderen Teilpopulation geschehen, dann entstehen aus der Ausgangsart gleichzeitig zwei neue Arten.

Kommentar von Whitekliffs
18.05.2016, 10:29

Komisch; Ist es so schwer zu verstehen? 

Zuerst gab es absolut kein Leben. Nichts, oder? Und mit IRGENDWAS hat es angefangen, oder nicht?

Ich hab immer verstanden, dass auf Grund des Urknalls Leben entstanden ist. 

Ich will einfach nur wissen, ob das allererste LEBEN aus EINEM EINZIGEN ETWAs (wie du es auch nennen willst) entstanden ist oder ob SOFORT mehrere ETWAse da waren?

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Scheint, wir haben dich alle missverstanden, weil du "aus einer einzigen Zelle" und "aus einem einzigen A" geschrieben hast. Das setzt voraus, dass es schon Leben gibt!

Na gut, du meinst also, ob bei der Abiogenese eine oder mehrere Zellen gleichzeitig entstanden sind, ja? Nun, die Abiogenese basiert ja hauptsächlich aus chemischen Prozessen, und die laufen eher mengenmässig als stückzahlmässig ab. Will sagen, wenn die Umweltbedingungen geeignet sind, dass eine bestimmte chemische Reaktion ablaufen kann, dann läuft sie bei allen vorhandenen Molekülen des Ausgangssubstrats gleichzeitig ab. Daher würde ich vermuten, dass an der richtigen Stelle viele gleichartige Zellen gleichzeitig entstanden sind.

Kommentar von Whitekliffs
18.05.2016, 10:44

Also ist die Aussage falsch, dass Leben aus einer einzigen Zelle entstanden ist? 

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Der allererste Anfang bestand in der chemischen Autokatalyse, d.h. einer Chemikalien die ihre eigene Synthese katalysiert hat. Ein wichtiger Zwischenschritt zur ersten Zelle bestand in RNA-Molekülen, die einerseits Informationen speichern konnten und andererseits zugleich ihre Synthese selber katalysieren konnten.

https://de.wikipedia.org/wiki/RNA-Welt-Hypothese

Die ersten Zellen entstanden erst viel später. 

Kommentar von Whitekliffs
26.04.2017, 17:50

Kannst du das auch etwas einfacher erklären?

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Ich danke allen, die sich die Mühe gemacht haben, meine Frage zu beantworten, ganz herzlich.

So wie ich des verstanden habe, ist aus einigen Zellen etwas Neues entstanden.

Kommentar von Whitekliffs
18.05.2016, 10:01

Also gab es von Anfang an nicht nur eine, sondern sofort viele 'Zellen' oder was dann auch?

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Es wurden aus unzähligen A's unzählige andere Buchstaben, nur haben davon nur die B's überlebt und sind zu einer neuen Art geworden.

Kommentar von Whitekliffs
18.05.2016, 09:35

zur gleichen Zeit? Es gab also viele A's gleichzeitig? 

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Die Entstehung des (allerersten) Lebens ist noch nicht erforscht. 

Die Evolution ist lediglich die Entwicklung daraus. Der Lebensfunke selbst, d.h ."tote" Materie zu "lebender" Materie ist bist jetzt noch ein Rätsel und konnte in einem Labor nicht "nachgemacht" werden. 

Ich persönlich halte das Leben, oder die ersten Molekülverbindungen für eine Art natürliche Reaktion. Genauso, wie bestimmte Elemente nur in Supernovae entstehen, entsteht das Leben auch auf eine bestimmte Weise.

Das ist natürlich nur grob angerissen und meine persönliche Meinung, für genaue Ausführungen musst du Fachleute fragen.

Und ja, theoretisch sollte es erste Verbindungen geben, die der Grundstein für alles sind. 

Kommentar von Whitekliffs
18.05.2016, 10:58

OK, dann gehst du davon aus, dass dieser Lebensfunke, der Übergang von toter zu lebender Materie an einem einzigen Ort stattgefunden hat. Sagen wir mal in Köln. Und nicht gleichzeitig auch in New York oder Johannesburg oder Canberra?

Also ein einziger Funke, der dann gezündet hat und nicht unzählige Funken überall?

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Evolution ist Entwicklung. Man sollte bei der Evolution also nicht nach Entstehung fragen sondern eben danach, was sich alles entwickeln konnte. Ob bei der Entwicklung einer Lebensform zu einer anderen auch andere Lebensformen primär oder sekundär eine Rolle spielten, kann jedes mal anders gewesen sein.

Kommentar von Whitekliffs
18.05.2016, 10:02

Nein, ich meine direkt nach dem NICHTS!!! Gab es ein einziges Etwas, aus dem sich andere Etwase entwickelt haben oder gab es von Punkt Null an mehrere Etwase?

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