Wie muss in Deutschland das Auto von Freunden und Bekannten versichert sein, wenn ich mal zwischendurch der Fahrer bin?

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8 Antworten

Hallo alessra,

in Deutschland ist immer das Auto versichert. Wenn etwas passiert, bezahlt die Kfz-Haftpflicht den Schaden des Unfallgegners. Die Kasko -falls vereinbart-  übernimmt die Kosten für die Reparatur des eigenen Autos.

Im Versicherungsvertrag wird unter anderem ein "Fahrerkreis" vereinbart. Es können einzelne Fahrer benannt werden, man kann den Personenkreis auch (oft nur gegen Aufpreis) für alle Fahrer öffnen.

In Notsituationen darf jeder fahren, auch wenn die Person nicht eingetragen ist.

Sollte für einen zeitlich begrenzten Zeitraum (z.B. für eine Urlaubsreise) eine weitere Person mit dem Auto fahren, ist das bei vielen Anbietern ebenfalls kostenfrei möglich. Man muss nur kurz Bescheid geben.

Nehmen wir aber an, du fährst "ohne besonderen Grund" mit dem Auto deines Vaters, obwohl du nicht als Fahrerin eingetragen bist und es passiert etwas:

Zunächst einmal brauchst du dir keine Sorgen bzgl. des Versicherungsschutzes zu machen.

Denkbar ist aber eine Vertragsstrafe. Ob  und in welchem Umfang der Versicherer davon Gebrauch macht, liegt in seinem Ermessen. Wenn sich der Verdacht erhärtet, dass du nicht eingetragen warst um Geld zu sparen, ist das nicht optimal ;)

Die Höhe der Strafe ist in den Versicherungsbedingungen festgehalten. Denkbar ist eine Nachzahlung des erhöhten Beitrags (mit dir als Fahrer) ab Jahresbeginn oder sogar ab Vertragsbeginn. Mitunter ist auch 1 Jahresbeitrag extra fällig. 

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen.

Viele Grüße aus Köln

Lydia vom DEVK-Team

Kommentar von alessra
17.11.2016, 16:41

Liebe Lydia vom DEVK-Team,
ganz herzlichen Dank für deine Antwort.

Und nicht nur für die Antwort an sich, sondern besonders für die Art und Weise, in der du geantwortet hast: so, dass ich es verstehen kann!

Du hast herausgestellt, was mir am wichtigsten war:
'Nehmen wir aber an, du fährst "ohne besonderen Grund" mit dem Auto deines Vaters, obwohl du nicht als Fahrerin eingetragen bist und es passiert etwas:" '

Genau das war mir wichtig, nur habe ich die Frage aufgrund meiner Unkenntnis nicht so formulieren können.

Das ist eine Top-Antwort, speziell auf mich ausgerichtet!

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Hallo liebe alessra,


der von dir gesuchte Punkt ist in jedem KFZ-Versicherungs-Vertrag niedergeschrieben.


Grundsätzlich entscheidet der Versicherungsnehmer  vor Abschluss 
des Versicherungsvertrages, wer alles das Fahrzeug fahren soll/darf
(= Fahrernutzerkreis).

Nun gibt es in der Praxis Situationen, indem man von dem  Fahrernutzerkreis abweichen darf, OHNE dass es zu Problemen mit der Versicherung kommt.

Hier ein paar Ausnahmen:

-Der Werkstattmitarbeiter
Ein Werkstattmitarbeiter darf mit dem Fahrzeug Probefahrten erledigen

-Ein Hotel-Poitiers
Ein Hotel-Poitiers darf das Fahrzeug auf dem Hotelgelände parken

-Die NOTFALLSITUATION
In einer Notfallsituation darf ein Fahrzeug generell von Fremden bewegt werden.

PS: Sofern der Fahrer alkoholisiert ist, liegt KEINE Notfallsituation vor!!!
;)


Um deine Frage in einem Satz zu beantworten:
In einer Notfallsituation MUSST DU NACH NICHTS FRAGEN UND DARFST DAS FAHRZEUG FAHREN.     

Steht doch eigentlich schon alles in der Frage, die du verlinkt hat....Welche Fragen sind denn noch offen?

Kommentar von alessra
17.11.2016, 16:20

Da hast du recht: die Antwort steht in der von mir verlinkten Frage. Aber lesen und verstehen sind 2 verschiedene Paar Schuh. ;-)

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Wonach muss ich den Besitzer des Autos, das ich plötzlich fahren muss, weil er sich nicht mehr in der Lage fühlt, weiter zu fahren, denn versichert sein?

In Deutschland ist immer das Fahrzeug versichert. Nicht der Fahrer.

Bedeutet, der berechtigte Fahrer muss immer bei der Versicherung gemeldet werden.

Ausnahme: in Notfällen. z.B. wenn der Fahrer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fahren kann, oder dringend zum Arzt muss darf jeder fahren der einen entsprechenden Führerschein besitzt. - so zumindest bei uns.

Kommentar von alessra
17.11.2016, 16:31

Ich habe mich wohl auch nicht so ganz exaktg ausgedrückt, gerade weil ich diese Versicherungsthemen nur schwer kapiere. Es geht z.B. darum, dass man eine längere Strecke fährt und sich mit dem Fahren abwechseln will. So die klassische Urlaubssituation.

Also man will nach Österreich fahren zu seinem Urlaubsort und sich mit dem Fahren abwechseln.

Oder man hat einen Partner, der kein Auto hat, und man leiht ihm ab und zu mal das eigene Auto. Wie gesagt: ab und zu, nicht reglmäßig.

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Versichert ist immer das Fahrzeug.

Allerdings wenn die Eigentümer einen Alleinfahrer-Rabatt vereinbart haben, begehen sie eine Vertragsverletzung wenn sie "Dritte" fahren lassen. Das gilt dann natürlich für Personen unter 23/25 besonders.

Bei einem Unfall würden sie ihren Vertragspartner mit den zu wenig bezahlten Prämien und evtl. noch einer Vertragsstrafe belegen. Auch eine Vertragskündigung wäre dann denkbar.

Kommentar von alessra
17.11.2016, 16:25

Damit könnte man ja leben, ohne dass man für den Rest seines Lebens zahlen muss. Vielen Dank.

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Ein Fahrer kann sich nicht versichern, wäre auch zu schön.

Pech eben für den Eigentümer, wenn das gute Stück bei so einer Fahrt zerbröselt wird, die persönliche Geldbörse gilt es zu öffnen, und die ist leer.

Kommentar von alessra
17.11.2016, 16:23

Also Geld ist vorhanden. Würde nur schmerzen, es dafür auszugeben. Wir haben alle etwas auf der hohen Kante...

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...müssen tut das Fahrzeug haftpflichtversichert sein.

Auch wenn im Tarifierungsmerkmal z.B. nur der Halter als alleiniger Fahrer eingetragen ist, ist das Fahrzeug trotzdem versichert.

Eventuelle Beitragsrichtigstellung im Tarifierungsmerkmal und evtl. Vertragsstrafe jucken dich nicht, sondern nur den Versicherungsnehmer.

In einem einmaligen "Notfall" eh irrelevant.

Wenn nicht explizit eine Versicherung abgeschlossen ist das nur der Fahrer und ausgewählte Leute fahren dürfen geht das eigentlich mit jeder Versicherung. Ich habe das z.B. in meiner das nur ich mein Auto fahren darf, habe mich aber erkundigt, wenn z.B. auf einer Reise mir was passiert wodurch ich nicht mehr fahren kann/sollte dann kann auch jederzeit ein anderer mein Auto bis zu mir nach Hause oder ins nächste KH fahren.

Wenn dir zB schwindelig ist und du Angst hast um zu kippen würdest du ja auch nicht 2 Stunden im Auto warten obwohl jemand dabei ist der fahren kann.

Kommentar von alessra
17.11.2016, 16:17

Ok, das wäre dann eine Notsituation.

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