Wie muss ich mir den extremsten Fall von Bindungs/Beziehungsangst vorstellen?

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2 Antworten

für eine einigermaßen vernünftige Antwort braucht man da aber etwas mehr Wissen, die Vorgeschichte betreffend

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Eidolon150 05.10.2016, 19:41

Zur Vorgeschichte:
1. Kindheit: als meine Schwester geboren wurde, war ich drei Jahre alt. Sie war von da an das Lieblingskind meiner Oma (väterlicherseits) und meines Vaters. Ich wurde sozusagen zum Anhängsel und später auch Sündenbock degradiert. Meine Oma war das heimliche Familienoberhaupt. Sie schreckte auch nicht davor zurück, mich emotional zu erpressen: "Wenn Du das nicht machst, mag Dich die Oma nicht mehr!". Meinem Vater konnte ich nichts recht machen. Ich sollte ihm oft bei Heimwerker- und Gartenarbeiten zur Hand gehen - was ich nicht gerne tat. Mein Vater war es auch, der verhinderte, dass ich in den Kindergarten kam. Ich war oft allein.
2. Jugendzeit: Wegen meiner Kurzsichtigkeit konnte ich ab dem 9. Lebensjahr die Tafel im Klassenzimmer nicht mehr richtig lesen und
bekam eine starke Brille verpasst. Die Brillen wurden im Laufe der Jahre immer dicker. So kam es, dass ich permanent die Hänseleien der Mitschüler/-innen ertragen musste. Es gab Freundschaften -
aber keine mit Mädchen. Ich war das hässliche Entlein, das keine haben wollte.
3. Erwachsenenalter: Anfangs bin ich immer an die Falschen geraten. Einmal habe ich Freundlichkeit (nur Freundlichkeit im engeren Sinne) mit Zuneigung verwechselt und mich unsterblich in diese Frau verliebt. Ein anderes Mal hielt ich die Kälte einer Kommilitonin für ein bewundernswertes Selbstbewusstsein.
Bei anderen Frauen dagegen war es oft so, dass sie für mich immer uninteressanter wurden, je mehr sie sich bemühten. Die Schüchternen, die mich angehimmelt haben, habe ich ignoriert.
Den eher selbstbewussten, die mich angesprochen haben, habe ich
einen Korb gegeben. Das gilt auch für Frauen, die ich für sehr attraktiv gehalten habe - bevor sie sich um mich bemühten.
Und so glaube ich, dass ich zu den Bindungs-/Beziehungsphobikern gehöre. Als Jugendlicher ging ich davon aus, dass sich wohl niemals eine Frau für mich interessieren könnte.






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Bindungsangst - Beziehungsangst?  Deine große Sorge ist es, immer wieder zurückgewiesen zu werden, immer wieder erneut als minderer Mensch abgewertet zu werden.

Um damit richtig unglücklich zu werden, müsstest Du Dir immer wieder in Erinnerung rufen, was schon alles in Deinem Leben schief gelaufen ist. "einfach alles" wäre die passende Antwort. Dann müsstest Du Dir noch darüber klar werden, dass weder heute noch irgendwann eine Besserung eintritt. Es wird nur noch schlimmer (viel  schlimmer).

Mit diesem Rezept kommst Du in eine Endlosschleife und fühlst Dich elend und depressiv. Dann isolierst Du dich und denkst nur über Deine vielen, vielen Fehler nach und über die Schlechtigkeit der Mitmenschen. Es ist fraglich, ob Du dich aktivieren kannst und Dich zu einer Freizeitbeschäftigung zusammen mit anderen Menschen aufraffen kannst.

Resignierte Menschen hoffen ja oft noch auf das Mitleid anderer, aber darauf ist ja auch kein Verlass... Könntest Du einen Arzt fragen, ob er Dir eine professionelle Beratung vermitteln kann?  Ich glaube, in dieser Community findest Du nicht die Lösung.

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Eidolon150 05.10.2016, 21:48

Danke für Deinen Beitrag! Ich glaube aber, Du hast da ein paar Sachen gründlich missverstanden:
Über die Schlechtigkeit der Mitmenschen habe ich mich an keiner Stelle beklagt.
Angst vor Zurückweisung haben prinzipiell alle Menschen, beim einen ist sie mehr, beim anderen weniger ausgeprägt.
Ich sehe mich nicht mehr als das hässliche Entlein, aber auch nicht als der stolze Schwan.
Eher frage ich mich, warum ich manche Frauen erst interessant finde. Wenn sie dann ankommen (auf mich zugehen), ist mein Interesse an ihnen schlagartig weg. Was steckt dahinter?

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