Wie muss ich eine Prämie, Urlaubsgeld, Weg zur Arbeitsstätte in der Steuererklärung 2015 angeben?

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2 Antworten

In die Steuererklärung kommen die Beträge, die auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen sind.

Einmalzahlungen

Beim Weihnachtsgeld/Urlaubsgeld/Prämie handelt es sich nicht um laufenden Arbeitslohn sondern um eine Einmalzahlung; Einmalzahlungen fließen in dem Monat (Jahr) zu, indem sie abgerechnet werden und nicht in dem Jahr zu dem sie wirtschaftlich gehören - wenn der Nettobetrag erst im neuen Jahr ausgezahlt wird, ist das ohne steuerliche Bedeutung.

Daher darf der ArbG keine Rückrechnung in 2015 vornehmen, wenn diese im Januar 2016 abgerechnet werden.

Deine Angaben sind aber widersprüchlich:

"Das Urlaubsgeld bzw. Weihnachtsgeld steht auf dem Bezugsnachweis [Gehaltsabrechnung?] für Dezember drauf."

also wäre er im Dezember versteuert worden

Sollte tatsächlich erst im Januar versteuert werden, dann gehört die Einmalzahlung in 2016.

Solltest Du im Dezember vorab schon die Netto-Zahlung erhalten haben aber im Januar erst versteuert werden ändert das nichts - dann hättest Du einen Vorschuß erhalten, der dann im Januar als persönlicher Nettoabzug abgezogen wird.

"Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob ich die Sonderzahlung angeben soll, da sie mit der Januarabrechnung versteuert wird. So geht es zumindest aus dem Schreiben meiner Behörde hervor. Also wird der Lohn für Januar 2016 geringer ausfallen. "

Wieso wird der Lohn geringer ausfallen???? Wann wird denn nun versteuert?

Fahrtkosten - Weg zur Arbeit

"Meine Einarbeitung habe ich in der Behörde A bin aber für Behörde B vorgesehen"

Hier muß die erste Tätigkeitstätte ermittelt werden; die erste Tätigkeitsstätte hat die Behörde an Ort B vorgesehen; die erste Tätigkeitsstätte ist perspektivisch zu betrachten und nicht wo man vorübergehend tatsächlich erst einmal beschäftigt ist.

Daher ist die Zeit der Einarbeitung an Ort A eine Auswärtstätigkeit; hier können 0,30 € pro gefahrenen km angesetzt werden (hin- und zurück) - zusätzlich kann für max. 3 Monate Verpflegungsmehraufwand in Höhe von 12 € pro Tag geltend gemacht werden, wenn die Abwesenheit von zu Hause mehr als 8 Std. beträgt (Arbeitszeit + Fahrtzeit).

Wenn Du dann an Deiner ersten Tätigkeitsstätte Ort B eingesetzt wirst, dann kannst Du 0,30 € pro Entfernungskilometer ansetzen (nur eine Fahrt).

Endlich eine Antwort mit der ich was anfangen kann.

Habe mich mit der Einmalzahlung etwas wiedersprüchlich ausgedrückt. Aus dem Schreiben meiner Behörde geht hervor, das die Sozialversicherungsanteile mit dem Januarentgelt nachberechnet werden. Deswegen auch die Aussage mit dem etwas geringeren Lohn.

Wegen den Fahrkosten zur Behörde A: Die entstandenen Kosten gebe ich dann nicht in der Entfernungspauschale ein, diese gilt ja nur zur ersten Arbeitsstätte?!

Pauschbeträge für Mehraufwendungen für Verpflegung

Bei der Abwesenheit von mehr als 8 Stunden: Wird für mich erstmal schwer sein zu ermitteln. Gilt dies komplett für die Fahrzeit und Arbeitszeit? Oder spielt dort nur die Arbeitszeit eine Rolle? Habe so einen Fall bis jetzt noch nie gehabt.

Gebe ich dort die 85 Tage an oder abzüglich der 10 Urlaubstage?

Denke das wars mit meinen Fragen. Nochmals vielen Dank für deine Zeit und Mühe.

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Ok eben erst richtig gelesen. Die Frage wegen der Abwesenheit hat sich somit geklärt. Nur halt noch wegen der Angabe der Tage.

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@iceman2015

Zu der Auswärtstätigkeit:

tatsächliche Arbeitstage (also ohne Urlaub und Krankheitstage)

Entfernungspauschale erste Tätigkeitsstätte

grundsätzlich wie oben - anerkannt wird aber bei 5-Tage-Woche meist 230 Tage (durchschnittlich 250 Arbeitstage im Jahr ./. 20 Tage gesetzlicher Mindesturlaub)

Auf die pauschalen 230 Tage hat man allerdings keinen Rechtsanspruch; ggf. kann das Finanzamt die genauen Tage fordern (öD hat z. B. 30 Tage Urlaub und man ist ja auch mal krank)

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@DerSchopenhauer

Es sei noch zu erwähnen:

Eventuelle Erstattungen des Arbeitgebers sind noch abzuziehen.

Es wäre allerdings zu empfeheln, Dir die Fahrten zur Auswärtstätigkeit an Ort A als Reisekosten und auch ggf. den Verpflegungsmehraufwand von der Behörde erstatten zu lassen (steuer-und sv-frei) - damit dürfte es eigentlich kein Problem geben --> einfach Reisekostenabrechnung einreichen (dafür dürfte es ein Formular geben).

Bei der Angabe in der Steuererklärung stehst Du Dich schlechter, da das ja keine 100%-Erstattung ist, sondern nur das zu versteuernde Einkommen sinkt und die "Erstattung" sich dann nur in der Höhe des persönlichen Steuersatzes bewegt.

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Zu deinem ersten "Problem": Warte doch einfach die Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber ab, da steht doch alles drin.

Ist mir schon klar. Nur wenn es mit der Januarabrechnung verrechnet wird nützt mir das dann auch nicht viel. Habe die Prämie als Bruttobetrag bekommen.

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@wurzlsepp668

Die Antwort von dir löst nun alle meine Probleme -.- Hauptsache die Punkte eingefahren! Das eine Prämie als Bruttobetrag ausbezahlt wird ist mir klar. Jedoch wird diese erst im Januar verrechnet. Um das geht es.

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@iceman2015

dann wird sie 2016 versteuert. Wo Problem?

P.S. auf Kommentare auf Antworten geben keine Punkte .....

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