wie muss ein christ leben um ethisch unbelastet zu sein?

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6 Antworten

Ich greife einmal "Organspende" auf.

Es gibt die Auffassung, daß es ethisch und christlich ein hoher Wert ist, anderen durch die Spende der eigenen Organe das Leben zu retten.

Gleichzeitig gibt es den auch durch das NT hervorgehobenen Glauben, daß der Mensch nichts an der Länge seines Lebens ändern könne.

Zusätzlich gibt es noch die Gesinnungsverführung. Aus rein christlicher Sicht stellt sich die Frage, wie segensreich es ist, einen todkranken überzeugten Christen alleine durch das Angebot einer Organspende dazu zu verleiten, in seinem tiefsten Inneren heimlich auf das baldige Ableben eines gesunden Menschen zu hoffen, nur um selbst durch dessen Organe das eigene Leben ein wenig zu verlängern.

Obendrein gibt es auch die Sichtweise "moderner Kannibalismus", wonach der Unterschied nur marginal ist, ob jemand Menschenfleisch verzehrt, um seinen Eiweißbedarf zu decken oder um nicht zu verhungern, oder ob sich jemand fremde Organe einpflanzen läßt, um noch etwas länger zu leben.

"Organspende" und die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Sichtweisen sind ein krasses Beispiel für begleitende nicht wirklich lösbare Gewissenskonflikte.

Aber wenn man nur gründlich genug sucht und die Dinge aus genügend vielen verschiedenen Blickwinkeln heraus betrachtet, wird nicht nur "christliche" Ethik umso hinterfragbarer, je mehr wissenschaftlichen Fortschritt es in manchen Bereichen gibt und je mehr Blickwinkel bei sozialethischen Fragen aufgeworfen werden.

Erhaltung menschlichen Lebens (viele Kinder um jeden Preis) kann im WIderspruch zur Frage der Überbevölkerung und damit einhergehenden Mangels stehen, kulturelle Vermischungen führen zu Gewissenskonflikten (Konterminierung des eigenen Glaubens zugunsten anderen Glaubens) usw. usw.

Auf der Strecke geblieben sind innerhalb des "christlichen" Denkens die Ursachen für die Herkunft der Konfliktmöglichkeiten. Nicht nur, aber zu einem ganz erheblichen Teil läßt sich da die Moderne orten, die es aufgrund ihrer religionshinterfragenden Anteile ermöglicht hat, auch solche "wissenschaftlichen" und "erkenntnistheoretischen" Fortschritte hervorzubringen, die in früheren Zeiten aufgrund religiöser Dominanz innerhalb vieler gesellschaftlicher Bereiche entweder Tabuthemen oder auch Denkausschlüsse waren (religiöses Denken machte es unmöglich, daß manches "moderne Denken" überhaupt in den Sinn kam).

"Fortschritt" schlechthin ist zu einer Kraft geworden, die (aus religiöser Sicht) Menschen zunehmend prinzipiell "schuldig" macht, sobald sich zwei per se positive ethische Gesichtspunkte so gegenüberstehen, daß eine Entscheidung für den einen Gesichtpunkt aus dem jeweils anderen Gesichtspunkt heraus immer "böse" ist.

Hier zeigt sich vielleicht eine weitere Bedeutung vom "Baum der Erkenntnis" an, nämlich, daß immer mehr Erkenntnis zwar "immer klüger" macht, aber ebenso in der Lage ist, die Ethik so sehr zu konterkarieren, daß dabei am Ende sowohl die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt, als auch die fest geprägte Ansicht darüber, was gut und was böse ist. Das Ergebnis ist dann nicht nur ein religiöses Dilemma, sondern zunehmend auch ein juristisches.

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Kommentar von wefwef
27.06.2017, 20:18

alter....

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Die beste Orientierung über ,,christliche Ethik" findet man in der sogenannten ,,Bergpredigt". Ein gutes ,,christliches" Leben ist nicht anhängig von der Einhaltung irgendwelcher Regeln und Gesetze, sondern von praktizierter Gesinnung der Nächstenliebe.

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Kommentar von Viktor1
27.06.2017, 21:14

Klar - was sonst, aber leider gibt es auch viele Christen (und auch andere Menschen), welche geil auf Gebote und Vorschriften sind.
So wundert es nicht, daß die Religionen dem nachkommen und solche auch bringen.
Wie vorschriftengeil religiöse Menschen oft sind sehen wir hier ja mit Grausen an den vielen Fragen dazu hier bei GF von Muslimen.

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Kein Christ kann unbelastet leben. Er ist gerechtfertigt allein durch die Gnade Gottes, die hat er allein durch den Glauben, der kommt allein durch die Schrift. Dafür ist Jesus am Kreuz gestorben.

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Das kommt drauf an, welcher christlichen Gruppe du dich anschließen möchtest. Aber ob das dann wirklich ethisch ist, blos weil deine Religion das für ethisch hätl, steht auf einem anderem Blatt Papier.

Warum lebst du nicht einfach so, wie du es für richtg hälst? oder beschäftigst dich mal mit Philosophie statt mit Religion?

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Kommentar von wefwef
27.06.2017, 20:13

wenn ich mündliches abi in religion mache mache ich mündliches abi in religion, nicht in philosophie

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Meiner rein Persönlichen Meinung nach kann man als Christ bzw. Religiöser im allgemeinen nicht von Ethik sprechen.

Wenn du die Bibel z.b. Als ethisch betrachtest dann stimmt etwas mit dir nicht :D

Ich sage immer: Wie weniger du ein Christ bist desto besser bist du als Mensch.

(Das Zitat ist nicht von mir direkt aber ich finde die Person nicht mehr die es erfunden hat.)

Sorry wenn ich jemanden damit zu nahe getretten bin, ich hatte nicht vor jemanden anzugreifen.

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Kommentar von ulrich1919
27.06.2017, 19:40

 Wie weniger du ein Christ bist desto besser bist du als Mensch.

Das Niveau dieses Spruches ist nicht viel höher als die penetrante Besserwisserei gewisser ,,Christen". Bevor Du solche Sprüche einstellst, bitte zuerst erkundigen was das ,,echte" Christentum enthält. (nicht die von den Kirchen gepredigte Moral)

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Bist du ein Christ ? Liest du in der Bibel?Suchst du selber einen Halt?

Wenn du die Bibel liest und glaubst , dann findest du genau du 

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