Wie müsste ein Gemälde aussehen um den "otto-normal" Bürger in ein Kunstmuseum zu bekommen?

8 Antworten

Danke für den Link. Ich habe mir mal ein Video angesehen und die Bilder, die zu sehen waren, sind sehr schön geschossen worden. Farbe, Licht und Schatten und insgesamt ist die Komposition gut gelungen. Etwas das in mordernen Gemälden einfach fehlt. Vllt ist das eines der Gründe warum Besucher in anderen Ausstellungen fehlen🤷🏻‍♀️

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Sehr erfolgreich sind Fotographien und Grafiken. Besonders in Bezug zu Fantasywelten. z.B. sind die Ausstellungen "Unseen Westeros" oder "Lost Places" sehr erfolgreich.

Weiterhin sind es nicht nur die Bilder, die für Publikum sorgen - es sollte eine Geschichte erzählen. Fantasievolle Gemälde, welche zu einer erzählten Geschichte gezeigt werden, Gemälde in religiösem Zusammenhang und vieles mehr, das ist attraktiv, weil es dem Publikum ein Erlebnis, eine gedankliche "Entführung" in schöne Gedanken vermittelt.

Geschichten im allgemeinen und Religion sind Themen, die die meisten Menschen anspricht🤔

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Museen sind einfach furchtbar unpraktisch und nicht mehr zeitgemäß.

Man muss hinfahren, Busfahrkarte oder Parkticket bezahlen, die Maske aufsetzen, gaaaanz lange und gaaanz weit laufen und sich entweder einen laaaangweiligen Audio-Rundgang antun oder ganze Tafeln selbst lesen.

Oder, schlimmer noch, alleine herausfinden, was ein Bild in einem auslöst.

Man muss leise sein, wird böse angeschaut, wenn das Handy bimmelt, darf teilweise nicht mal fotografieren und in der Ausstellung auch nicht essen oder trinken.

Ich denke, es braucht einerseits speziellere Konzepte für verschiedene Bevölkerungsgruppen. "Historisches" für Ältere, "Anspruchsvollers" für Menschen, die sich für anspruchsvoll halten, und "Fast Art" für eine Generation, die sich nicht ausführlicher mit irgendwas auseinandersetzen will.

Andererseits würden vermutlich viele Menschen für etwas mehr "Unterhaltung" durchaus bezahlen, z.B. dafür, von irgendwelchen C- bis F-Promis durchgeführt zu werden (Blogger, Volksmusik-Stars usw.)

Und natürlich auch für "Kunst" VON solchen Menschen, zumindest dann, wenn sich irgendeine Zeitung darüber aufregt oder der Künstler gelegentlich anwesend ist.

Kunst müsste anders verkauft werden, nicht mehr als "Bildung", sondern als Freizeitgestaltung.

Ich denke, die Museen haben (wie große Teile der Kultur) den Anschluss an die Gegenwart verpasst. Menschen wollen heute miteinbezogen werden, entsprechende Angebote und Vorführungen (Maltechniken, Farbenherstellung usw.) wären bestimmt nicht nur für Kinder interessant

Statt langweiligen "10-18 Uhr"-Ausstellungen könnte man Abendevents organisieren, mit dem Thema entsprechender Musik und Bewirtung, Vorträgen usw. oder der Möglichkeit, in einem Sonntagskurs unter Anleitung ein eigenes Kunstwerk in einem ähnlichen Stil anzufertigen

Leider sind das alles Ideen, die mit "Staatsunternehmen" so nicht umsetzbar sind - andererseits aber auch Chancen für private Galerien, die da m.M.n. durchaus ein bisschen mehr Mut und Experimentierfreude an den Tag legen könnten...

Ich mache mir über das Interesse an Kunst oder Kunstverständnis der größten Teile der Bevölkerung keine Illusionen. Was ich auch angesichts vieler Werke verstehen kann, die ich auch nicht verstehen kann.

Gemälde müssen für viele sicher einfach nur schön anzusehen sein. Also vorwiegend darstellend und nicht abstrakt. Nichts zum Nachdenken, sondern angenehm anzusehen.

Und ganz besonders wichtig finde ich einen einfachen Zugang zu den Intentionen der Künstler. Ich kann etwa ein Bild der Renaissance wunderschön finden, aber es würde mich geradezu fesseln, wenn ich den Inhalt auch erklärt bekomme. Einfach nur ein Schildchen mit Maler, Titel und Entstehungsdatum ist mickrig. Und einen Katalog zu kaufen und mitzuführen liegt sicher auch nicht jedem. Die mir bekannten Audioguides sind schon ein guter Weg, aber eben zu statisch in ihren Ansagen. Heute ist da sicher mehr möglich, so dass ich bei jedem Bild, das mich anspricht, auch die erweiterten Infos kommen.

Auf diese Weise lassen sich viele Besucher vielleicht auch zu weiteren Besuchen und abstrakterer, modernerer Kunst locken.

Gute Frage.
Ich denke bei vielen meiner gleichaltrigen Bekannten ist einfach gar kein Interesse für Kunst vorhanden, und die aller wenigsten wären bereit, Geld für den Eintritt auszugeben. Ich stehe dem nicht unbedingt abgeneigt gegenüber und habe schon einige Kunstmuseen besucht, auch wenn mich viele andere Arten von Museen mehr ansprechen.

Zu den Kunstmuseen vielleicht zwei Beispiele:
Schlecht fand ich die Tate Gallery of Modern Art in London. Damals noch kostenlos war der Besuch immerhin nur Zeitverschwendung, großes und überwiegend leeres Gebäude, die gezeigten Werke fand ich nicht ansprechend.
Sehr gut wiederum hat mit die Ny Carlsberg Glyptotek in Kopenhagen gefallen. Ich weiß nicht, ob ich das strikt als Kunstmuseum bezeichnen würde, es ist halt eine sehr umfassende und vielfältige Ausstellung mit Stücken aus fünf(?) Jahrtausenden, dazu kommt die Architektur des Gebäudes selber.

Also wäre meine Antwort vermutlich, dass wenn man nicht eine umfassende Sammlung bemerkenswerter Kunstwerke herumliegen hat, ein dediziertes Kunstmuseum einfach keine gute Idee ist, und man es lieber mit anderen Themen wie Geschichte, Anthropologie etc. kombiniert. Damit ordnet man das, was man hat, in einen Kontext ein, und macht die Kunst für Laien zugänglicher.

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