Wie möchte man die Gravitationswellen des Urknalls messen?

5 Antworten

Hallo Leandrobo,

die richtige Antwort hast Du schon von Janeko85.

Mir scheint da bei Dir ein kleines Verständnisproblem vorzuliegen, das Du nicht in die Facharbeit mitnehmen solltest.

Es gibt keinen "Ort des Urknalls". Der Urknall war überall, bzw. jeder Ort im beobachtbaren Universum war beim Urknall schon vorhanden.

Und entsprechend haben weder die Lichtwellen aus der kosmischen Hintergrundstrahlung noch die noch zu entdeckenden primordialen Gravitationswellen (so heißen die Dinger nämlich richtig) eine konkrete Laufzeit zu uns.

Es gibt vielmehr immer exakt eine Entfernung, aus der das Licht des sich ausdehnenden Universums gerade bei uns eintrifft... so dass wir in jedem Moment die kosmische Hintergrundstrahlung als das aus der größtmöglichen Entfernung stammende Licht sehen können. Diese Entfernung nimmt natürich ständig zu - einerseits wegen der Ausdehnung des Raumes, andererseits wegen der größeren Zeit, die das Licht zur Verfügung hatte, uns zu erreichen. Aber es gibt eben immer gerade einen Ort, aus dem es gerade "jetzt" bei uns eintrifft.

Und genau dasselbe ist es mit den primordialen Gravitationswellen. Auch die breiten sich seit dem Urknall mit Lichtgeschwindigkeit aus... und es gibt immer einen Ort, der von uns gerade passend entfernt wäre, um zu empfangen, was beim Urknall an diesem Ort ausgestrahlt wurde.

Ungefähr klar?

Grüße

P.S.: Ich nehme an, Du weißt, dass die primordialen Graviationswellen mit LIGO nix zu tun haben? Die sind etwa um 6 Größenordnungen schwächer als das, was LIGO kann. Und BICEP2 war halt leider auch kein Nachweis davon.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Diplom in Physik, Schwerpunkt Geo-/Astrophysik, FAU

Die Gravitationswellen aus dieser Zeit sind, wenn sie aus genügend weit entfernten Gegenden des Universums stammen, genauso wenig schon an uns vorbei wie das Licht von damals (wobei letzteres genau genommen erst etwa 380.000 Jahre nach dem Urknall das erste Mal freigesetzt wurde).

Denn weder Licht noch Gravitationswellen sind unendlich schnell (beide bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit). Je weiter weg also die betrachtete Region des Weltalls ist, desto weiter sieht man auch in die Vergangenheit. Die jetzt (prinzipiell, mit genügend empfindlichen Messgeräten) beobachtbaren Gravitationswellen vom Urknall kommen daher tatsächlich vom Rand des beobachtbaren Universums.

Wie man es von Wellen kennt, so reflektieren diese sich auch an Objekten. Wir leben also in einem Bad von Wellen. Das Problem ist lediglich, herauszufinden, welches dieser Wellen die älteste ist und damit vom Urknall stammt.

Okay, vielen Dank, sowas in die Richtung wäre auch meine einzige Erklärung gewesen. Weißt du zufällig wie man das Alter der Wellen ermittelt (andere Frequenz?) Danke

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Kann sein, das ich mich irre, aber haben die Gravitationswellen nicht an einer Verschmelzung von zwei supermassiven schwarzen Löchern gemessen?

Woher ich das weiß:Hobby

ja, da wurden Gravitationswellen das erste mal nachgewiesen, vor 3 Jahren. Mir geht es jetzt aber um die Wellen des Urknalls.

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@TheAstronom

Nein, aber es wird danach gesucht. Mittels Gravitationswellenastronomie könnte man, wenn das Verfahren verfeinert wird, hinter die kosmische Mikrowellenstrahlung schauen und somit zeitlich näher an den Urknall ran.

Primordiale Gravitationswellen wären etwa 1 Million mal schwächer als die, die LIGO bei der Verschmelzung Schwarzer Löcher nachgewiesen hat. Da fehlt also noch ein bissi...

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Man mist einfach das Echo :)

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