Wie mit intolerantem Vater klarkommen?

Bist du Praktizierend?

inwiefern praktizierend? Ramadan mache ich schon und ich glaube auch an Gott, aber ich bete nicht

Praktizierend, im Sinne von folgst du deine Religion?

ja, das schon

7 Antworten

Dein Glaube - sein Glaube..... Wir ihr jeweils mit eurem Glauben umgeht liegt bei jedem von euch selbst.

Der eine identifiziert sich damit und praktiziert die damit verbundenen Riten (deine Mutter). Der andere stellt seinen Glauben auf einen Sockel (oder pflegt ihn wie eine Art Familienschrein), je nach Bedarf (dein Vater).

Und du, du triffst deine eigene Entscheidung.

Dein Vater wuchs möglicherweise etwas anders auf als du. Mit einem etwas anderen Hintergrund (sowohl im Sozialleben, als auch innerhalb der Familienstruktur) und bekam unter Umständen einen anderen Umgang mit dem Glauben, den damit verbundenen Gebräuchen vorgelebt. Zusätzlich dann auch Einstellungen vorgelebt und wuchs möglicherweise mit diesen oder jenen Aussagen auf die er hier und da daheim hörte.

All das prägt, formt einem zu dem der man ist. Die einst gehörten Aussagen werden unbewusst übernommen und als eigene Gedanken wahrgenommen.

Manche haben auch irgendwann im Leben Angst den Bezug zur Herkunftskultur zu verlieren, klammern sich also um so mehr daran (so wie es einem selbst bequem ist).

Und so kommt es letztlich zur Rosinenpickerei... Dies ist bequem - wird also praktiziert oder hervorgehoben, jenes ist unbequem - wird also (inoffiziell unter den Tisch fallen gelassen).

Dein Vater hat sicher recht in einigen Dingen von anderen Leuten, doch hat es ihn gar nichts anzugehen. Er kann die Leute privat auf schöne Weise ermahnen. Er darf nicht über sie lästern und/oder sie bloßstellen. Selbst wenn es wahr ist, bleibt es üble Nachrede, die haram ist. Offenbar hat dein Vater genug eigene Baustellen, an denen er arbeiten sollte. Das Unterlassen des Gebets ist eine schwere Sünde. Das ist eine der Baustellen.

Zu deinen Ansichten möchte ich mich erst gar nicht äußern. Denn du scheinst ja noch weniger zu praktizieren als dein Vater. Und dass du ihn hier öffentlich hinter seinem Rücken bloßstellst, auch, wenn ihn keiner kennt, macht dich nicht besser als er. Ist kein islamisches Benehmen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Autodidakt Islam seit 2010 und Online-Studiengang Tauhid

Da kann ich dir nur zustimmen, Barak Allahu feeki, wa Jazakillahu Khairan!

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Dann kommt immer "aber ich glaube an Gott tief im Herzen"

Das ist die Aussage der Murjiah.

Der vollständige Iman besteht aus Überzeugung im Herzen, die Aussage mit der Zunge und die Handlungen mit dem Körper.

Lern deine Religion. Guck dir Vorträge an mehre dein Wissen und vorallem fang an zu beten.

Die zweite Säule der Religion, nach dem Glaubensbekenntnis kommt direkt das Gebet, wie ich oben geschrieben habe der "vollständige Iman" Überzeugung im Herz, Aussage mit Zunge UND HANDLUNG.

Einen ziemlich selbstgerechten, arroganten Vater hast Du da. Dass sein Verhalten nicht nur nervt, sondern irgendwann einmal unerträglich für Dich wird, kann ich gut nachvollziehen.

Ich könnte an Deiner Stelle mit Sicherheit auch nicht damit umgehen.

Bleibt mir nur der einzige, wenn vielleicht auch nicht sehr effektive Rat, dass Du versuchen solltest, dieses Geschwaetz zu ignorieren und - ich weiss ja nicht wie alt Du bist, ob Du noch zur Schule gehst oder bereits im Berufsleben stehst - auf jeden Fall Dein Elternhaus zu verlassen, sobald es Dir möglich ist. Dieser unterschwellige Hass, welcher sich permanent in solchen Nadelstichen kleiner, verbaler Gemeinheiten manifestiert, vergiftet das Dasein aller Familienmitglieder.

Für eine Diskussion braucht man mindestens zwei Personen mit unterschiedlichen Meinungen, die sich darüber austauschen (wollen). Du kennst Die Ansichten Deines Vaters, teilst sie jedoch nicht.

Was hindert Dich daran, auf Durchzug zu schalten? Ändern kannst Du die Meinung Deines Vaters nicht, aber Du kannst für Dich selbst entscheiden.

Giwalato

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