Wie melde ich eine Schildkröte?

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3 Antworten

Was ist das denn für ein Züchter, der dir Eier gibt ohne dich über die Meldepflicht zu informieren? Man kann nicht einfach irgendwelche Eier nehmen (allein beim Transport muss man schon aufpassen) und sie dann züchten. Ein guter Züchter muss sehr viel mehr können als "nur" Eier zu verschenken. Allein ein paar Wochen vorher anzukündigen, er habe Eier und dann dir Eier zu geben. Heißt es, die Eier waren ein paar Wochen bei ihm und du hast sie zu Ende inkubiert? Kein Wunder, dass da nie so kam und eigentlich würde ich euch nicht gönnen, dass da jetzt doch etwas schlüpfte. Ich meine, erst einmal ist diese Art von Zucht schon merkwürdig und dann auch noch fällt dir erst jetzt, nach mehreren Versuchen, auf, dass sie meldepflichtig sind. 

Aber gut, lässt sich nicht ändern. Also ja, Schildkröten sind meldepflichtig. Eigentlich meldet der Züchter seine Nachzuchten an. da du keine Elterntiere hast, ist die Frage, ob du überhaupt als Züchter gelten kannst und das so akzeptiert wird. Du musst dich an die Behörde wenden und den Fall schildern. Vermutlich wird der Züchter, also der halter der Elterntiere, als solcher aufgenommen und du dann als Halter. Wenn man eigene Nachzuchten hat, braucht man sie nur anmelden mit Fotos. Sobald sie aber in andere Hände kommen (was bei euch ja der fall war), muss man Papiere dafür beantragen.

Dazu wendest du dich an die Behörde,, die für dein Bundesland zuständig ist und schickst Fotos von bauch- und Rückenpanzer auf schwarz-weiß kariertem karopapier (je Kästchen 1x1cm) mit. das alles müsste dein Züchter aber wissen und kann dir die Kontaktdaten der Ansprechperson geben.

Ansonsten findest du Adressen der Behörden sowie Infos zum Artenschutz, der Zucht, Aufzucht und das Karopapier in diesem Buch https://www.amazon.de/Die-Griechische-Landschildkr%C3%B6te-Praxisbuch-Einsteiger/dp/393618044X/ref=as\_sl\_pc\_tf\_til?tag=allesueberlan-21&linkCode=w00&linkId=7WTEHQI36YZ3NDJY&creativeASIN=393618044X


und hier ein Video 

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Griechische Landschildkröten stehen unter Artenschutz und gehören gem. Anlage A zur EUArtenschutzVO zu den streng geschüzten Arten. Diese Tiere und Produkte aus ihnen dürfen nur mit EU-Vermarktungsgenehmigungen veräußert werden. Also eigentlich hätte man dir für die Eier schon die notwendigen Papiere mitgeben müssen.

Nun gibt es zwei Wege. Der einfachste ist, dass der Züchter die Jungen als seine Nachzuchten anmeldet und für diese Papiere beantragt. Dann kann er sie dir offiziell übergeben und du kannst sie damit bei deiner Naturschutzbehörde anmelden.

Zweite Möglichkeit wäre - aber nur, wenn ihr beide im Zuständigkeitsbereich der gleichen Behörde wohnt - dass er dir eine Bestätigung schreibt, dass die dir übergebenen Eier von den angemeldeten Tieren stammen. Damit könntest du eine Anmeldung versuchen, denn die Papiere der Elterntiere sollten dort vorliegen.

Die Anmeldung erfolgt in der Regel durch Mitteilung an die zuständige Naturschutzbehörde unter Beifügung einer Kopie der EU-Vermarktungsgenehmigung. Das ist praktisch der Ausweis der Schildkröte (mit Fotos).

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Kommentar von tupper4ever
24.08.2016, 11:22

Ich staune immer wieder, wie emotionslos (nicht negativ gemeint) und hochqualifiziert Du Fragen beantwortest. Ich bin beim Lesen schon an die Decke gegangen, als da stand seit vier Jahren erfolglos versucht transportierte Eier auszubrüten. Da geh ich nicht von einem seriösen Züchter (der sollte wissen, dass das nicht klappt) aus der sich um Papiere kümmert.

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Da die Fucht im Ei nicht nur beschallt sein muss, sondern auch noch viele andere Aspekte wie nicht bewegen und auf gar keinen Fall das Ei drehen(was nach einem Transport von A nach B nicht mehr möglich ist), Temparatur mit Nachtabsenkung, Luftfeuchtigkeit und vieles mehr. Dies ist für einen Anfänger unmöglich und schon für einen erfahrenen Schildihalter sehr schwer.  Der normale Weg ist, die Eier vom Schildkröten-Eltern-Halter ausbrüten zu lassen, dann sind diese Tiere nach dem Schlupf bei einem Verantwortungsvollen "Züchter" mindestens bis nach dem ersten Winterschlaf in dessen Obhut. Dann lässt dieser die Babies mit Fotodokumentation und den bereits gemeldeten Nummern der Elterntiere auf der zuständigen Naturschutzbehörde eintragen und erhält gegen Gebühr für jeden Schlüpfling Cites. Somit wird keiner die Babies verschenken. Wer die Eier verschenkt, will sich nicht nur das Prozedere ersparen und die Arbeit bis dahin, sondern gibt wahrscheinlich Windeier ab die eh nie was werden würden. Ein ernsthafter Schildihalter ist nähmlich auf Nachzuchten so stolz und gibt alles um nach 63 Tagen die Ergebnisse seiner Haltung schlüpfen zu sehen.

Sorry, aber der verkackeiert Dich.

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