Wie melde ich als Fotograf ein Kleingewerbe an, und welchen Rattenschwanz zieht das nach sich?

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4 Antworten

Ist das eigentlich ein Nebengewerbe?

Ich habe das aus Deiner Frage herausgelesen. Falls das hauptberuflich sein soll, dann brauchst Du nicht weiterlesen.

Nebengewerbe:

Dann brauchst Du doch keinen Eintrag in die Handwerksrolle.

Stadt / Gemeinde: Gewerbe anmelden. Wie Du schon sagst, 40,- Euro (bei uns kostet es 25,- ... aber egal).

Dann bekommst Du vom FA Post wo Du eine Steuer-Nr. bekommst.

Ich weiß nicht, ob das immer noch so ist und in jeder Region gleich, da müsstest Du bitte beim FA nachfragen:

Das erste (halbe?) Jahr musst Du monatlich eine Abrechnung machen, danach nur noch quartalsweise - aber DAS bitte klären!

Formulare dafür gibt´s ebenfalls beim FA oder beim Steuerberater.

Die wissen natürlich auch, in welchem Rhythmus Abrechnungen gemacht werden müssen. Und dort würde ich mir auch bei der ersten Abrechnung helfen lassen, was man wo einträgt und wie rechnen muss.

Im Grunde nicht schwer.

Grüße, ------>

Dein Gewerbe meldest du beim Gewerbeamt deiner Stadt an.

Das Finanzamt wird vom Gewerbeamt automatisch informiert, vom Finanzamt bekommst du deine normale Steuernummer zugeschickt. Da brauchst du nicht extra hingehen.

Das was hier über die USt-ID geschrieben wurde, ist Quatsch. Diese brauchst du nur, wenn du Waren im innergemeinschaftlichen Handel in Verkehr bringst - sprich wenn du an andere Unternehmen innerhalb der EU Rechnungen stellst. Die USt-ID musst du separat beantragen, wenn du eine brauchen solltest. Für inländische Rechnungen ist diese überflüssig.

Handwerkskammer wird automatisch vom Finanzamt informiert. Die melden der Kammer, wie hoch dein Gewinn war und anhand der Höhe des Gewinns wird dein Beitrag berechnet. Das sind nicht pauschal 120 EUR.

Du musst jedes Jahr eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) machen. Eine Gewinnüberschussrechnung gibts nicht. In der EÜR gehts vereinfacht gesagt um Einnahmen minus Ausgaben = Jahresgewinn.

Wenn du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen willst, musst du das direkt zu Beginn des Gewerbes angeben/beantragen. Dann darfst du im laufenden Jahr nicht mehr als 17.500 EUR Umsatz machen und im darauf Folgenden nicht mehr als 50.000 EUR. Nachteil an dieser Regelung ist, dass du auch keine Vorsteuer abziehen kannst.

Vielen Dank für deine Antwort! Brauche ich dafür eine Handwerkskarte? Auf dem Anmeldebogen wird gefragt, ob hierfür so eine erforderlich ist

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@sgtepic

Da will ich nichts falsches sagen, mit den Handwerksberufen kenne ich mich nicht so aus und ich weiß nicht, ob man die als Fotograf braucht.

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Ist soweit richtig, aber noch nicht ganz vollständig.

Die "Gewinnüberschußrechnung" heißt offiziell "Einnahmeüberschußrechnung", abgekürzt EÜR.. Die mußt Du der Einkommensteuererklärung (ESt) beilegen. Ferner mußt Du der ESt beifügen mindestens die Anlage G (Einkünfte aus Gewerbebetrieb). Dann ist noch zu machen eine Gewerbesteuererklärung und eine Umsatzsteuererklärung.

Alles das kannst Du bequem mit dem kostenlosen ELSTER erledigen.

Ob Du Kammerbeiträge abdrücken mußt, hängt von Deinem erzielten Gewinn ab. Einzelheiten dazu hier: https://www.akademie.de/wissen/ihk-hwk-beitraege



Nein die Handwerkskammer muss nicht zwangsweise involviert sein.

Du gehst zum Gewerbeamt, meldest dein Gewerbe an und gehst danach zum Finanzamt. Dort entscheidest du, ob du als Kleinunternehmer, der keine Ust. ausweisen möchte, eingestuft werden willst oder nicht.

Die Steuererklärung musst du dann eh jährlich machen, wobei du eine Gewinnüberschussrechnung mit abgibst. Also alles ganz simpel.

Wenn du dich nicht befreien lassen möchtest von der Ust. dann brauchst du noch eine UST-ID, die du beim FA beantragst!

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