Wie meditiert man, hat jemand Erfahrung?

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7 Antworten

Ich selbst habe noch nicht viele Erfahrungen mit Meditation gemacht, aber ein Bekannter von mir war einige Monate lang in einem buddhistischen Kloster und hat mir viel darüber erzählt und auch einiges gezeigt.

Vor dem Meditieren hat er sich verbeugt und dann bequem hingesetzt. Die Hände hat er so gehalten, dass der Handrücken der einen Hand auf der Handfläche der anderen lag und sich die Daumen berührten, das Ganze etwa auf Höhe des Bauchnabels. Dann hat er die Augen geschlossen und angefangen, ganz bewusst zu atmen.

Er sagte zu mir, dass es fast unmöglich ist, an nichts zu denken, besonders am Anfang. Stattdessen solle man sich besser ganz bewusst auf eine einzige Sache konzentrieren, bis Ruhe ins restliche Denken eingekehrt ist. Er selbst hat immer auf das Gefühl seines Atems hinten am Gaumen geachtet.

Außerdem hat er von Räucherstäbchen mit einer bestimmten Brenndauer erzählt, dieer während des Meditierens angezündet hatte. So merkte er irgendwann am fehlenden Geruch, dass die Zeit zu Ende war, und wurde während des Meditierens nicht dadurch abgelenkt, auf die Uhr schauen zu müssen.

Am Ende einer Meditation hat er seine Hände überkreuzt auf die Brust gelegt und sich nochmal verbeugt.

Die paar Male, die ich das selbst ausprobiert habe, habe ich mich nachher wesentlich ruhiger und ausgeglichener gefühlt. Einen Zustand, in dem ich nichts mehr gedacht hätte, habe ich durch Meditation aber bisher nicht erreicht. Wahrscheinlich müsste ich mir regelmäßiger die Zeit dazu nehmen...

Ich hoffe, die Beschreibung konnte ein bisschen helfen :)

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Pyrut 16.03.2016, 01:14

Also habe ich es doch richtig gemacht bisher danke, ich dachte ich mache was falsch weil ich geglaubt hatte das ich so ne Art ausserkörperliche Erfahrung erleben könnte, aber das scheint nicht der Fall zu sein.

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Aleksakisu 16.03.2016, 01:21
@Pyrut

Laut meinem Bekannten ist so was tatsächlich möglich, braucht aber viel, viel Übung und angeblich ist auch nicht jeder überhaupt dazu geeignet. Er sagte, die Fokussierung auf eine einzige Sache wäre schon mal ein guter Schritt auf dem Weg dahin, statt sofort mit dem Gedanken "Jetzt versuche ich mal, an gar nichts zu denken" an die Sache ranzugehen. Wenn du es also weiterhin versuchst, könnte dir so etwas vielleicht wirklich irgendwann passieren. Dass ich es bisher nicht durch Meditation geschafft habe, heißt ja nicht, dass es niemand schafft :) Ich wünsche dir auf jeden viel Glück dabei, falls du es weiter versuchst!

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FlyingCarpet 16.03.2016, 01:30
@Pyrut

Eine direkt ausserkörperliche Erfahrung wird durch Selbsthypnose herbeigeführt, dafür benötigst Du eine erfahrene Anleitung, sonst wird das schmerzhaft.

Meditation ist dafür da zu beruhigen, ausgeglichen zu werden und gelassen zu werden.

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dschungelboss 16.03.2016, 03:23
@Pyrut

Ich habe keine direkte Außerkörperliche Erfahrung gemacht, allerdings, dass ich das Körpergefühl häufig merkwürdig verändert. Es  sich bspw. so anfühlt, als wäre ich ein Zwerg, oder würde in die Breite expandieren. Komisches Gefühl, schwer zu beschreiben. 

So auch als würde das Körpergefühl nach Außen gehen.. oder als würde es rechts größer werden als links. 

Demnach würde ich nicht sagen, dass es nicht möglich ist, mittels der Meditation astrale Erfahrungen zu machen. 

Das würde aber mit Sicherheit auch sehr lange Übung brauchen. 

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Ziel der Meditation ist Achtsamkeit. Wenn du in Halbschlaf verfällst, dann bist du nicht wirklich Achtsam, sondern lässt dich eher gehen.

In welcher Haltung meditierst du ? Du kannst das ganze auf einem Stuhl machen, oder dich auf dem Boden setzen.. Ich empfehle dir stark dich im Schneider bzw. Lotussitz auf den Boden zu setzen. Zu Anfang wirst du vermutlich in den Schneidersitz gehen müssen.. Mit der Zeit wirst du in der Lage sein, in den Lotus zu gehen. Damit hast du dann sogar Motivation am Ball zu bleiben. Bspw. kannst du dir als Ziel setzen, den Lotus zu schaffen.

http://www.yoga-vidya.de/de/asana/meditation-sitz.html

Hier hast du einige Möglichkeiten zu sitzen, und auch Handhaltungen.. Probier einfach aus, was für dich am gemütlichsten ist, sich am besten anfühlt und am besten funktioniert. Du solltest deinen Körper auf jeden Fall aus eigener Kraft aufrecht halten, Rücken gerade usw.  Die Knie, sollten so nach am Boden sein wie möglich, dem kannst du nachhelfen indem du dich auf eine Decke, oder ein Kissen, oder so setzt.

Das erste was du machst, ist deinen Körper abzuchecken. Du spürst also bewusst, jedes Körperteil, deinen Hintern auf dem Boden, deine Füße auf dem Boden, deine Hände die sich berühren, deine Ober und Unterlippe, deiner Augenlider, die Klamotten die du trägst, Kälte, wärme usw. Das ganze kannst du auch machen indem du das ganze zusätzlich im Kopf aussprichst. Also dir sagst :"Ich spüre die Klamotten auf meinem Körper, ich spüre meine Lippen, die sich berühren etc.." Alternativ kannst du auch von 1 - 10 zählen, und dann Rückwärts wieder zurück, also : 1, 2, 3, 4... 4, 3, 2 , 1..

Versuche dann das Gefühl für den Körper weiter aufrecht zu erhalten, und beobachte deinen Atem. Spüre die Luft in deiner Nase, deinen Brustkorb und einen Bauch, die zunehmen, wenn du einatmest, und die abnehmen, wenn du ausamtest. Deine Lunge, wie sie die Luft einzieht, und wieder rausdrückt.  Du beeinflusst den Atem nicht, lass ihn so wie er ist, beobachte ihn einfach nur. 

Spüre weiterhin deinen Körper, und spüre auch den Raum um dich rum, spüre den Raum nebenan, spüre den Raum draußen.

Beobachte was in dir  passiert. Such dir aus, ob du deine Augen geschlossen halten willst, oder für ein Stück weit offen, je nachdem beobachtest du auch was da passiert.

Du wirst schnell merken, dass du in Gedanken versunken bist, nimm das zur Kenntnis und kehre dann wieder zu deinem Atem zurück. 

Du kannst auch bestimmte Mantra sprechen, sowie "komm zu dir", oder sowas, um deine Gedanken stiller werden zu lassen. Das würdest du dann rythmisch machen.. Wenn du einamtest, sagst du dir "komm", und wenn du ausamtest, "zu dir". So teilst du alle Mantras auf.  Oder du kannst das Om machen, dabei die Vibration in deinem Körper spüren. Du würdest dann immer wenn du ausamtest, sozusagen das Om singen, oder summen, bw. ommen.

Wenn du dazu tendierst einzuschlafen, such dir eine Tageszeit aus, zu der du wach, und nicht schläfrig bist. Ich halte es auch für sehr hilfreich einen Wecker zu stellen. Dann wirst du nicht durch die Frage abgelenkt, wann du denn aufhören solltest, und du lernst es auszuhalten, wenn es unangenehm wird. Was sehr wahrscheinlich passieren wird. Meditation kann gerade zu Anfang sehr anstrengend sein.

Ich forme im Nachhinein noch meine Hände zum Namaste, und spreche Suggestionen, oder bestimmte Wörter, die ich als Ideale verwirklicht haben will.. Sowas wie "Liebe, Stärke, Klarheit Harmonie, Frieden, bla bla bla" .Ich bilde mir ein, das hilft mir mich im Alltag daran zu halten, mir daran zu erinnern. Das kannst du auch machen, wenn du willst, mit was für Wörtern auch immer. Außerdem schließt das für mich die Sitzung dann irgendwie ab. Zu allerletzt verbeuge ich mich dann.

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An nichts zu denken ist da schon die "Höchstleistung". Beginn doch erstmal mit einer Mantrarezitation, oder wenn Dir das nicht liegt von 30 rückwärtszählen und dabei nur an die Zahlen zu denken. Wenn Du steckenbleibst wieder ab 30 beginnen. Anfänger schaffen manchmal schon ab 20 nicht.

Einschlafen solltest Du als Anfänger auf keinen Fall, deshalb im Sitzen meditieren.

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probieren an nichts zu denken ist ein versuch, auf der bewegten gedankenebene stille zu erfahren, so als wolltest du auf einem see voller wellen mit dem boot stillstehen. um den geist zu beruhigen, muss du die oberfläche des wachbewusstseins verlassen und in die tiefe deines (unter)bewusstseins eintauchen. erst in der tiefe hören die vom wind bewegten wellen auf.

für dieses eintauchen gibt es verschiedene altbewährte und überlieferte techniken. eine der einfachsten und sehr schnell wirkenden techniken nennt sich transzendentale meditation, die den geist ganz automatisch nach innen führt in feinere bereiche des denkens. aber diese technik lässt sich nicht aus büchern oder videos lernen, denn beim lernprozess musst du die augen zumachen und weitere anweisungen vom lehrer bekommen. und der kurs kostet auch geld.

aber wenn du einmal das transzendieren erlernt und erfahren hast, wie es sich anfühlt, bewusst in feinere bereiche des denkens einzutauchen, dann weißt du für den rest deines lebens, was mit meditation eigentlich gemeint ist. mir ging es vor 50 jahren genauso, nachdem ich jahrelang alle möglichen selbstgebastelten methoden ausprobiert hatte.

mehr darüber siehe: http://meditation.de/transcending-much-more-than-relaxation/

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Bei mir ist es auch so, dass ich im Sitzen schnell einschlafe, wenn ich meditieren will. Außerdem sitze ich sowieso schon genug während der Ausübung meines Bürojobs. Aber es gibt Gehmeditationen, bei denen man natürlich nicht die Augen schließt ;-) Du kannst in Deiner Wohnung üben, aber gerne auch draußen in der Natur, wenn Du Dich sicher fühlst. Du gehst langsam und bewusst Schritt für Schritt und achtest auf Deinen Atem. Näheres kannst Du bei ich-will-meditieren.de nachlesen. Viel Erfolg!

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Suche Dir ein Objekt zur Konzentration. Das kann der Atem sein, oder ein Wort (= Mantra) oder eine Farbe, eine Kerze, ein Konzept, z.B. von Liebender-Güte. Eigentlich kann es alles sein. Lediglich solltest Du nichts wählen, das dich übermäßig anzieht z.B. ein Schokoladenriegel oder etwas das dich übermäßig abstößt. Du nutzt dieses Objekt um dich in es hineinzuversenken. Es geht dabei nur darum die Sammlung bzw. Konzentration zu vertiefen. Gut ist es wenn es etwas ist, dass man immer dabei hat und wenn es ein kleines Objekt ist. Also besser die Nasenflügel als die Ar***backen.

Wenn Du allerdings die Wirklichkeit zum Objekt wählst, also das was gerade im gegenwärtigen Augenblick nacheinander für Gefühle, Wahrnehmungen und Bewusstseinszustände auftauchen und wieder verschwinden, dann nennt man das Achtsamkeit.

Konzentration ist mehr so ein Ding von Glück und Zufall. Achtsamkeit ist dagegen eher ein systematischer Schritt-fürSchritt-Weg.

Gegen das Gefühl gleich einzuschlafen hilft, wenn man am besten nur zu Zeiten meditiert, wo man sowieso wacher und konzentrierter ist. Also ich glaube so um 10 Uhr und abends um 18 Uhr. Zur Not hilft vielleicht auch eine Tasse Kaffee.

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