Wie macht man sich in einer anderen Stadt selbstständig?

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2 Antworten

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, willst Du nur deshalb in eine Stadt, weil Dein Vorhaben auf dem Dorf Deiner Meinung nach nicht lohnen würde. Hast Du das jemals genau geplant (Geschäftsplan) und berechnet? Deine Frage klingt nämlich nicht danach.

Da ich eher keine Chance sehe, den Umzug und den Zuschuß anscheinend außerhalb der Zuständigkeit der AA zu bekommen (aber ich weiß halt auch nicht alles), schau doch lieber, wie es vor Ort gehen kann, damit Du beruflich weiter kommst! Dir läuft nämlich ganz nebenbei auch die Zeit davon! Weißt Du, das Du für den Existenzgründungszuschuß noch einen Restanspruch von mind. 150 Tagen haben musst? Du mußt also bis zum 151. Tag den Antrag stellen! Vom abwarten bzw. Job in der Stadt suchen kommst Du ja auch nicht weiter.

Selbstzuständigkeit würde sich nämlich im eigenen kleinen Dorf nicht lohnen. (Kiosk / Bistro)

Ich komme auch vom Dorf mit 9 Häusern, habe fast immer irgendwo in diversen Dörfern gewohnt. Meine Erfahrungen sind andere.
Es kommt sehr auf die Gegebenheiten und Deine Beobachtungsgabe an, um den richtigen Platz mit der richtigen Bestückung Deines Bistro/Kiosk zu finden. Es mag sein, das Dein Dorf sich tatsächlich nicht eignet, aber eines der Nachbardörfer. Und Du brauchst eine gute Antenne bzw. Gespür für Kundenwünsche - auch für die Bedürfnisse, die nicht ausgesprochen werden!

Meine Erfahrungen sind: zwei Dörfer weiter ist ein kleiner Ort, da gibts lediglich eine Dorfgaststätte, Feuerwehr, eine Schulbushaltestelle, eine Kirche und den Friedhof. Nix los da. Da hat ein arbeitsloses Ehepaar wohl viel Zeit zum aus dem Fenstergucken gehabt und dabei festgestellt, das irrsinnig viele Radfahrer am Haus vorbei kommen und die km-weit nirgens rasten können - trotz Dorfgaststätte, die zu den nötigen Zeiten immer zu hatte (und daher auch einging). Die Leute wohnen allerdings am Radwanderweg. Zuerst haben die nur ne Bank, Tisch und paar Stühle hingestellt (und n Schild am Radweg) und außerdem Eis aus dem Wohnzimmerfenster heraus verkauft. Lief so gut, das noch Pommes und Würstchen dazu kamen. Lief immer besser und die haben sich den Wünschen angepasst und letzlich einen Kiosk/Imbiß angebaut und draußen mehr Sitzplätze geschaffen. Der Laden brummt! Radfahrerkundschaft ist aber ein Saisongeschäft, muss man einkalkulieren - so wie in anderen Regionen auch. Ich meine, die haben noch eine Gaststätte/Kneipe angehängt. Anderes Dorf: mitten in der Pampa, direkt neben dem Feldweg hat man eine Art Gedenkstein aufgestellt - das war fortan "die Mitte von Niedersachsen" (die hatten echt Glück ;-), das das nicht zuuufällig genau auf dem Acker lag, sondern am Weg). Das ist sowas von auf dem freien Feld, da ist weit und breit absolut nix - aber die Leute radeln dahin in Scharen - und seitdem stehen da halt auch Bänke, Würstchenbuden.... Auch jedes Osterfeuer wird begleitet von Würstchen-, Pommes- und Getränkebuden.

Wenn Du also Ahnung von Kiosk/Bistro hast, mit Gesundheitszeugnis und Hygienebelehrung und gut auf fremde Menschen zugehen kannst - schau was es bei Euch so gibt, wann und wo viele Leute zusammen kommen. Besorg Dir ne (Rad-)wanderkarte - kann man evtl auch in der Bücherei ausleihen oder im Internet ersehen. Vielleicht brauchst Du auch keinen festen Laden, sondern eine fahrbahre Bude. Binde Dir vor allem keine langfristigen Mietverträge ans Bein - es werden gern 5-Jahres-Verträge angeboten. Du kannst aber gar nicht hellsehen, nur hoffen (das es gut läuft).

Was gerade auf den Dörfern auch gut kommt, ist der Bäckerwagen und der rollende Supermarkt. Gerade, wenn viele alte Menschen dort wohnen, die nicht mobil genug sind, einen Supermarkt anzusteuern bzw. den Einkauf km-weit nach Hause zu schleppen. Also ein fahrender Kiosk. Aufgrund der Enge des Verkaufswagens bist Du sehr darauf angewiesen, rauszuhören, was Deine Kundschaft erwartet (also fragen und bestellen lassen - wie bei bofrost/Heimfrost etc.), damit Du alle Wünsche erfüllen kannst und keine Ladenhüter spazieren fährst. Das wäre totes Kapital. Seniorenheime (mit rüstigen Leuten) bieten nach meiner Beobachtung reichlich Kundschaft, die warten schon immer auf ihr Zuckerzeug.... Geh zu den Seniorenheimen hin, damit die wissen, mit wem die es zu tun haben, laß Deine Visitenkarte da (gut und günstig z.B. www.vistaprint - da bin ich seit Jahren und zufrieden). Hier kommt es darauf an, günstig einzukaufen, weil Du Deine Arbeitszeit, Sprit, Kfz Steuer/Versicherung, Betriebshaftpflichtversicherung, Krankenkasse, Steuern, Kfz-Abschreibung, etc. mit einkalkulieren musst - sonst machst Du Minus. Bei der Berechnung helfen IHK oder Existenzgründerseminare, falls Du das nicht zufällig beruflich gelernt hast.

Bei uns fahren hier sogar "Gulaschkanonen" über die Dörfer, mit festen
Stellplätzen/ Zeiten neben der Straße und 1x monatlich in meinem Dorf - mit
Wurfzettel im Briefkasten (Jahrestermine). Es gibt Erbsensuppe etc.

Oder der Platz an einer Fähre - mal ist da eine Edel-Gaststätte mit Spezialitäten (mitten in der Pampa! - aber an stark frequentierter Auto/Pendler-Strecke) oder ein Strandcafé an einer Stelle, wo es mit der Fähre eigentlich nur auf eine Flußinsel voller Kleingärten geht. Aber da am Flußufer ist herrlicher Sandstrand... Die fingen mit ein paar Bierzeltgarnituren und selbstgebackenem Kuchen mit Kaffee an. Im Sommer ist es da so rappelvoll, das die längst immer mehr angebaut und umgebaut haben und es läuft, das es schon zu voll ist - man muss lange warten, bis man dran ist. Du musst echt gucken, was in Deiner Nähe da ist und was sich daraus machen läßt! Oder ein Highlight schaffen - wie die "Mitte von Niedersachsen". Braucht natürlich ein paar Hinweisschilder und Berichte in der Zeitung. Und die erste Zeit ist Durststrecke! Es muss sich erst rumsprechen, das Du da was anbietest. Von daher musst Du alle einspannen, die Du kennst (auch Deine Tankstelle, aAotheke, Supermarktkassiererin, Arzthelferin, etc.) und die bei Dir Kunde werden - jeder soll es weitererzählen, damit es Dein Angebot dort noch lange gibt...

Wenn Du das erforscht hast, machst du den Geschäftsplan und das
Existenzgründerseminar. Für den Geschäftsplan gibt es diverse
Gliederungen im Internet, auch auf den Seiten der Arbeitsagentur. Such
Dir eine aus und arbeite die Punkt für Punkt ab, dann ist
sichergestellt, das Du an alles bei der Vorbereitung denkst.

Mit der richtigen Idee und Überzeugungskraft kannst Du das der Arbeitsagentur auch verkaufen.

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Kommentar von NaiverJuengling
05.03.2017, 11:05

Vielen Dank für deine Zeit und Mühe! Leider habe ich ein vollkommen anderes Konzept an eine etwas andere Zielgruppe geplant. Ziel ist es auf den Zug des Fortschritts aufzusteigen - hier ein Beispiel: https://youtu.be/VlrE73i5L3g

Automatisierung, dynamische Logistik und Digitalisierung sind wichtige Bausteine der Marktwirtschaft von Morgen. https://www.welt.de/wirtschaft/article152665672/So-sieht-die-Zukunft-des-Einkaufens-aus.html

Natürlich wird es bei weitem nicht so wie im Artikel aussehen, lediglich die Prinzipien werden vertreten. Um Effizienz, Kosten- und Zeitersparnis für Kunden und Dienstleister zu gewährleisten.

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